So feiern Jugendliche Ostern

In den Jugendkirchen der Regionen beginnen junge Frauen und Männer auf ihre eigene Art die Ostertage

Kreuzweg Nachricht (c) Jugendkreuzweg 2018
Kreuzweg Nachricht
Mo 26. Mär 2018
Garnet Manecke
Durch die sozialen Medien geht dieser Tage wieder ein Comic-Video, das katholisch.de im vergangenen Jahr veröffentlicht hat: Es erzählt in Kurzform kindgerecht die Ostergeschichte und gibt damit die Antwort auf die Frage, warum Christen Ostern feiern.
Kreuzweg (c) Jugendkreuzweg 2018
Kreuzweg

In den Gemeinden wird eine andere Frage beantwortet: Warum und wie feiern Jugendliche eigentlich Ostern? In der Jugendkirche in Mönchengladbach (JIM) und in St. Martin Wegberg wird in der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag nicht Stille, sondern jede Menge Leben sein. Denn dann werden sich in den Kirchen Jugendliche zur Nacht des Wachens treffen. Sie wollen wachbleiben am letzten Abend vor dem Prozess und der Hinrichtung Jesu. Sie wollen den Abend, den Jesus mit seinen Jüngern beim letzten Mahl erlebt hat, nachempfinden. Was ist ihre Motivation? Ihr Glaube? Abenteuerlust? Die Spannung, in einer Kirche zu übernachten? „Ein bisschen von allem“, sagt Christoph Rütten, Gemeindereferent in St. Vitus Mönchengladbach zu der die JIM gehört. Seit vielen Jahren gibt es in St. Albertus die Nacht des Wachens und jedes Jahr nehmen junge Frauen und Männer im Alter von 15 bis 27 Jahren daran teil. In der Altersgruppe der 18- bis 27-Jährigen gebe es einen Kreis von 20 Personen, die sich regelmäßig zum Gebet am Donnerstagabend träfen. „Das ist eine Gruppe, die wir mit unseren Angeboten gut erreichen“, sagt er.

Bei Jugendlichen außerhalb dieses Kreises sei es schwieriger, sie für Kirche und Glauben zu inter­essieren. Hilfreich ist dabei die Mischung aus Mitmach-Angeboten, dem Hauch von Abenteuer und jugendgerechter Aufbereitung der Inhalte. Der Ökumenische Kreuzweg der Jugend, der auch von der deutschen Bischofskonferenz herausgegeben wird, ist ein Beispiel. „In diesem Jahr sind die Stationen im Stil von Street­art gestaltet“, sagt Rütten. Auf den Stationsbildern wird Jesus mit der Form eines Graffiti in einer Alltagsssituation dargestellt. Jeder Station ist ein Hashtag zugeordnet. Hashtags sind Doppelkreuzzeichen, mit denen in den Sozialen Medien Schlag- und Suchworte gekennzeichnet sind. Auch das diesjährige Thema des Kreuzwegs ist mit einem Hashtag gekennzeichnet: #beimir. Dass die Jugendlichen die Nacht selbst gestalten können, ist ein wesentliches Element. Neben den Impulsen am Kreuzweg und der Zeit, sich damit auseinanderzusetzen, haben sie Gelegenheit, individuelle Osterkerzen zu gestalten, Kurzfilme zu sehen, oder zu malen.

 

Jugendliche verwenden ihre Sprache und ihre Musik – das spricht auch andere an

Nicht immer geht es so klassisch zu wie in Mönchengladbach, wenn Jugendliche ihre eigenen Vorstellungen von Gottesdiensten, Glaube und Kirche umsetzen. In der Factory Church in Hückelhoven setzen die Jugendlichen auch neue Medien in den Jugendgottesdiensten ein. Sie benutzen ihre Sprache, wählen Themen aus ihrem Alltag und ihre eigene Musik. Aus solchen Gottesdiensten schöpfen sie Kraft. Folgerichtig heißen die Jugendgottesdienste in Hückelhoven „Power point“ (Energiequelle). Auch die Agape-Feier in Hückelhoven am Gründonnerstag wird von den Wünschen und Bedürfnissen der Jugendlichen geprägt – obwohl sie allen Altersklassen offen steht. Die Art der Jugendlichen kommt gut an. „Wir haben 48 Anmeldungen“, sagt Patrick Diekneite, Jugendbeauftragter des Bistums in Hückelhoven. Nicht nur Jugendliche mögen so eine andere Herangehensweise an Ostern.