Orientierungstage im Bistum Aachen

Bild 1 Orientierungstage

Orientierungstage sollen Jugendlichen die Möglichkeit geben, sich mit Fragen der eigenen Lebensorientierung und Sinnsuche, sowie Fragen nach Gott und ihrem Glauben auseinander zu setzen und sie zur Sprache zu bringen. Die Tage sollen die Selbst- und Sozialkompetenz der Teilnehmenden fördern und zur Reflexion der eigenen Wertorientierung anregen. Unter anderen Bedingungen als im Unterricht (frei von Leistungskontrolle, Notengebung und Zeitdruck) besteht die Möglichkeit eines weitgehend offenen Nachdenkens über persönliche und religiöse Fragen.

Pädagogisches Konzept

Pädagogischer Ansatz und methodische Herangehensweise der Orientierungstage sind ausgerichtet an den Prinzipien von Teilnehmer- und Prozessorientierung. Im Mittelpunkt stehen die Fragen und Themen, die sich aus den Lebenssituationen und Lebenserfahrungen der Schülerinnen und Schüler bzw. aus dem Gruppenprozess ergeben. Die Themen sind daher nicht festgelegt, sie werden gemeinsam mit Teilnehmenden und Referenten/innen herausgearbeitet.

Erfahrungsgemäß sind dies Themen wie:

  • die eigene Identität
  • Fragen nach der eigenen Zukunft
  • Selbst- und Fremdwahrnehmung
  • Freundschaft und Liebe
  • Fragen nach Gott, Glaube und Sinn des Lebens
  • der Umgang mit Konflikten

Die thematische Arbeit umfasst 5-7 Stunden pro Tag.

Rechtsrahmen und Kosten


Orientierungstage sind ein Angebot für Schülerinnen und Schüler aller Schulformen ab frühestens Jahrgangsstufe 8, unabhängig von deren Religions- und Konfessionszugehörigkeit. Sie finden während der Schulzeit in einem dafür geeigneten Bildungshaus statt und dauern drei bis vier Tage. Orientierungstage können nur stattfinden, wenn sich engagierte Lehrer/innen für deren Planung und Durchführung einsetzen. Die Absicherung der Orientierungstagsarbeit im Rahmen des jeweiligen Schulprogramms kann hierfür eine hilfreiche Grundlage darstellen. Für dieses regelmäßige Angebot ist die Benennung eines Kontaktlehrers / einer Kontaktlehrerin sinnvoll. Orientierungstage sind als „religiöse Freizeiten“ im schulischen Rahmen durch Erlass des Ministeriums für Schule und Weiterbildung NRW geregelt (RdErl vom 22.12.1983 (GABI. NW. 1984 S. 70), BASS 14-16 Nr. 2). Die jeweilige Schule ist Träger, bzw. Veranstalter.

Referentinnen und Referenten

Orientierungstage im Bistum Aachen werden von nebenberuflichen Referent/innen geleitet. Um den Zielen von Orientierungstagen gerecht zu werden, zeichnen sie sich durch persönliche und fachliche Kompetenzen aus:

  • Sensibilität für Gruppenprozesse
  • Methoden der Gesprächsführung und Konfliktmoderation
  • Repertoire von Kreativitätsmethoden
  • Entspannungs- und Meditationstechniken
  • die Bereitschaft und Fähigkeit, in Glaubens- und (anderen) Lebensfragen ein persönlicher Gesprächspartner zu sein
  • einen guten Blick für die Lebenswirklichkeit von Jugendlichen zu haben.

Die Referentinnen und Referenten nehmen regelmäßig an Fortbildungen und Praxisreflexionen teil.

Kooperation mit Lehrkräften

Im Vorfeld von Orientierungstagen ist es notwendig, präzise Absprachen zwischen Schule und Anbieter zu treffen. Ein erster Kontakt empfiehlt sich sechs bis neun Monate vorher. Bei dieser Gelegenheit sollte auch ein Termin für einen Klassenbesuch vereinbart werden. Für das Gelingen der Orientierungstage ist die Kooperation zwischen Referent/innen und begleitenden Lehrer/innen wesentlich. Die Lehrer/innen sind für die Schüler/innen Bezugspersonen und Gesprächspartner außerhalb der Arbeitseinheiten und haben die Aufsichtspflicht. An den thematischen Einheiten nehmen Sie in der Regel nicht teil, da diese möglichst wenig durch schulisch geprägte Rollen beeinflusst werden sollen. Regelmäßige Gespräche während der Orientierungstage ermöglichen einen Einblick in die inhaltliche Arbeit und den Gruppenprozess.