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Vereinzelung als gesellschaftliche Herausforderung und wie wir ihr begegnen können.:Einsamkeit - Zusammen sind wir weniger allein

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Das Einsamkeitsempfinden der Menschen in unserer Gesellschaft nimmt seit Jahren
zu und ist während der Corona-Pandemie noch einmal sprunghaft angestiegen. Der
Begriff “Pandemie der Einsamkeit” ist daher verständlicherweise zu einem Ausdruck
unserer Zeit geworden. In Großbritannien gibt es seit 2018 sogar ein
Einsamkeitsministerium: Da sich die gesundheitlichen Folgen der Einsamkeit, wie
Herz-Kreislauferkrankungen, Atemwegserkrankungen oder psychische
Beeinträchtigungen, in den englischen Arztpraxen häuften und die Ausgaben des
Gesundheitswesens entsprechend stiegen, gelang das Thema auf der politischen
Agenda ganz nach oben.

In Deutschland reagierte das Bundesfamilienministerium
auf die alarmierende Entwicklung mit einer bundesweiten “Strategie gegen
Einsamkeit”. Gemeinsam mit dem Kompetenznetz Einsamkeit (KNE) soll das Thema Einsamkeit in Deutschland stärker wissenschaftlich untersucht und politisch aufgegriffen werden.

Datum:
Mi. 30. Sept. 2026

Vereinzelung als gesellschaftliche Herausforderung und wie wir ihr begegnen können.

Das Einsamkeitsempfinden der Menschen in unserer Gesellschaft nimmt seit Jahren
zu und ist während der Corona-Pandemie noch einmal sprunghaft angestiegen. Der
Begriff “Pandemie der Einsamkeit” ist daher verständlicherweise zu einem Ausdruck
unserer Zeit geworden. In Großbritannien gibt es seit 2018 sogar ein
Einsamkeitsministerium: Da sich die gesundheitlichen Folgen der Einsamkeit, wie
Herz-Kreislauferkrankungen, Atemwegserkrankungen oder psychische
Beeinträchtigungen, in den englischen Arztpraxen häuften und die Ausgaben des
Gesundheitswesens entsprechend stiegen, gelang das Thema auf der politischen
Agenda ganz nach oben.

In Deutschland reagierte das Bundesfamilienministerium
auf die alarmierende Entwicklung mit einer bundesweiten “Strategie gegen
Einsamkeit”. Gemeinsam mit dem Kompetenznetz Einsamkeit (KNE) soll das Thema Einsamkeit in Deutschland stärker wissenschaftlich untersucht und politisch aufgegriffen werden.

Aber was ist eigentlich Einsamkeit?

In der Wissenschaft wird sie als ein subjektiv wahrgenommenes Phänomen verstanden, bei dem Menschen ein Defizit an engen, emotionalen Bindungen zu anderen Menschen verspüren. Dieser Mangel wird als Belastung erfahren, was einen großen Leidensdruck nach sich ziehen kann.

Die Ursachen für die ansteigende Vereinzelung in unserer Gesellschaft sind dabei
vielfältig: geringe finanzielle Ressourcen, vermehrt virtuelle anstatt persönliche
Begegnungen, Zersplitterung der Familienbande oder zumindest des
intergenerationellen familiären Zusammenhalts oder aber eine Krankheit, die sozial
isoliert. Auch einschneidende Lebensveränderungen wie ein Umzug in die Fremde,
ein Berufswechsel, der Auszug erwachsener Kinder oder der Eintritt in den
Ruhestand können zu Phasen der Einsamkeit führen.


Einsamkeit ist dabei längst nicht nur, wie oft gedacht, ein Thema der älteren
Generation, auch wenn sie durch den Wegfall des Berufslebens, körperliche
Einschränkungen oder das „Wegsterben“ von Beziehungen spezifischer betroffen
sind. Auch junge Menschen fühlen sich einsam: In der Altersgruppe der 15- bis 30-
Jährigen geben mehr als ein Drittel an, sich einsam zu fühlen – sogar, wenn sie noch
im familiären Umfeld oder in einer WG leben.

Die Unterscheidung zwischen selbstgewähltem Alleinsein, das als wohltuend empfunden wird und etwa introvertierten Menschen dabei hilft, ihre sozialen Batterien wieder aufzuladen, ist hier nicht zu verwechseln mit einer erzwungenen Einsamkeit durch fehlenden Austausch und menschliche Nähe. Erstere kann Räume für Selbsterfahrung,
spirituelle Erlebnisse oder wohlverdienten Müßiggang öffnen. Zweitere hingegen
ernste physische und psychische Erkrankungen nach sich ziehen.

 

Begegnung schaffen und Selbstwirksamkeit erfahren

Auf welche Weise begegnen wir nun dieser gesellschaftlichen Entwicklung – im
Großen wie im Kleinen? So naheliegend es ist, aber Begegnung und Austausch sind
selbstverständlich die wirksamsten Heilmittel. Dafür ist es wichtig, dass wir als
Gemeinschaft Anlässe schaffen, die von einer willkommenen Atmosphäre geprägt
sind und zu denen sich betroffene Menschen niedrigschwellig begegnen können –
im Privaten wie auch in der Gemeinde.

Im besten Falle bestärken wir vereinsamte Menschen darin, dass sie mit ihrer Empfindung nicht allein sind und es keinen Grund zur Scham oder Sorge gibt. Wir sind alle Bindungswesen und sehnen uns nach Zugehörigkeit und Aufmerksamkeit. Und nicht immer können wir unsere Situation adhoc so verändern, wie wir sie brauchen und uns wünschen. Jedoch liegt auch ein wichtiger Schlüssel in der Aktivierung der Selbstwirksamkeit: Auch mit kleinen Schritten kann ich positive Veränderungen für mein Leben in Gang bringen, selbst wenn sie mich zunächst etwas Überwindung kosten. Eingeschlafene Kontakte aktivieren, ein Ehrenamt ausüben, einer Initiative beitreten, zu einer Sportgruppe stoßen oder ein Erzählcafé besuchen: Es gibt oft viel mehr Möglichkeiten, als wir auf Anhieb vor Augen haben.

 

Veranstaltungshinweis

Am 05.11. um 18:00 Uhr findet im Haus der Regionen, Bettrather Straße 22 in Mönchengladbach ein Vortrag mit anschl. Gesprächsrunde statt zum Thema "Wege aus der Einsamkeit"


In diesem Vortrag und der anschließenden Möglichkeit zum Austausch werden Ursachen, Verbreitung und schädliche Folgen von Einsamkeit vorgestellt. Im Zentrum stehen hilfreiche Gedanken, Verhaltensweisen und erprobte Hilfen, um sich (wieder) gut mit sich selbst und anderen Menschen zu verbinden. 

Vielleicht der erste wichtige Schritt raus aus der Einsamkeit.