25 Jahre Mobbing-Kontakt-Stelle: WanderWall macht Mobbing am Arbeitsplatz sichtbar

Seit 25 Jahren ist die "Mobbing-Kontakt-Stelle im Bistum Aachen" Anlaufstelle für Menschen, die Mobbing am Arbeitsplatz erleben. Das Jubiläum war für uns Anlass, das Thema in den öffentlichen Raum zu bringen, auf die Straße.

Gemeinsam mit der Bleiberger Fabrik zog am vergangenen Wochenende die WanderWall durch die Aachener Innenstadt. Die Kunstaktion des Künstlers Garvin Dickhof lud dazu ein, stehen zu bleiben, hinzuschauen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Die WanderWall besteht aus Kartons und bleibt ständig in Bewegung: Vorne wird sie Stein für Stein aufgebaut, hinten wieder abgetragen. So verändert sie Wege und Perspektiven – und macht erfahrbar, wie Grenzen entstehen, Menschen ausschließen und zugleich überwunden werden können.
Genau darum ging es auch an diesem Tag. Mobbing am Arbeitsplatz geschieht oft im Verborgenen. Für Betroffene bedeutet es häufig Ausgrenzung, Ohnmacht und große seelische Belastung. Mit der WanderWall wollten wir auf diese Erfahrungen aufmerksam machen und einen Raum schaffen, in dem über Mobbing, aber auch über Solidarität, Unterstützung und Zivilcourage gesprochen werden kann.
Die vielen Begegnungen entlang des Weges haben uns gezeigt, wie wichtig dieses Angebot ist. Zahlreiche Passantinnen und Passanten blieben stehen, stellten Fragen, erzählten von eigenen Erfahrungen oder beteiligten sich am Auf- und Abbau der Mauer. Aus kurzen Begegnungen entstanden intensive Gespräche – über den Umgang miteinander in der Arbeitswelt und darüber, was jede und jeder Einzelne zu einem respektvollen Miteinander beitragen kann.
Wir danken allen, die die WanderWall mitgetragen, mitgebaut und begleitet haben.
Die WanderWall war Teil der Aktionswoche „Wir alle Aachen“. Für uns war sie ein sichtbares Zeichen dafür, dass Mobbing am Arbeitsplatz kein Randthema ist. Auch nach 25 Jahren bleibt unsere Aufgabe, Betroffene zu begleiten, für das Thema zu sensibilisieren und deutlich zu machen: Niemand sollte mit Mobbing allein bleiben.
Über die MKS

Mit ihrer Gründung im Jahr 2001 war die Mobbing-Kontakt-Stelle im Bistum Aachen eine der Vorreiterinnen im Bereich der Mobbingberatung. Von Anfang an ist sie getragen durch eine intensive Zusammenarbeit mehrerer Träger: DGB - Deutscher Gewerkschaftsbund der Region NRW Süd-West mit Sitz in Aachen, die KAB - Katholische Arbeitnehmer-Bewegung der Diözese Aachen, das Nell-Breuning-Haus in Herzogenrath und das Bistum Aachen, Betriebsseelsorge.
Gemeinsam sichern die Träger die Ausbildung und Begleitung von ehrenamtlichen Mobbingberatern und Mobbingberaterinnen, die für Betroffene am Telefon und in der persönlichen Beratung zur Verfügung stehen. Im Laufe der Jahre haben sich mehr als 100 Menschen ehrenamtlich engagiert und über 5.000 Beratungsstunden geleistet.
Heute ist die MKS auch in das landesweite Angebot "MobbingLine NRW" unter Federführung des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales eingebunden. Mit weiteren Akteuren wurde 2024 das Bundesnetzwerk „KuMBA“, die „Konflikt- und Mobbingberatung in der Arbeitswelt", ins Leben gerufen.
