Heiligtumsfahrt Aachen

Die älteste Nachricht über die Aachener Heiligtumsfahrt geht auf das Jahr 1312 zurück. Seit 1349 werden die vier Aachener Heiligtümer alle sieben Jahre für zehn Tage aus dem goldenen Marienschrein im Dom, in dem sie aufbewahrt werden, entnommen, um sie den Pilgern aus aller Welt zu zeigen. Die Heiligtumsfahrt von 1937 mit fast einer Million Pilger ging als die Wallfahrt des „stummen Protestes" in die Geschichte ein. Für viele Aachenpilger ist die Heiligtumsfahrt Gelegenheit, die Gemeinschaft und Verbundenheit mit anderen Gläubigen zu erleben und den eigenen Glauben für sich neu zu entdecken. Die vier Aachener Reliquien werden dabei als Zeichen der Erlösung durch Jesus Christus gesehen. Zur Heiligtumsfahrt 2014 kamen 125.000 Pilger nach Aachen. Die traditionelle Zeigung der Heiligtümer mit Pilgergottesdiensten war eingebunden in ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Aktionen, Ausstellungen und Veranstaltungen, das sich speziell an verschiedenen Zielgruppen und Zugängen zum Pilgern orientiert hat (Kinder, Jugendliche, Biker, Ordensleute, Menschen ohne Arbeit, Frauen etc.).

Kornelimünster

Im gleichen Rhythmus und zeitgleich zur Aachener Heiligtumsfahrt findet die Heiligtumsfahrt in Kornelimünster statt. Hier werden seit dem Mittelalter die drei Heiligtümer Schürztuch, Grabtuch und Schweißtuch verehrt. Die letzte Heiligtumsfahrt, bei der die Reliquien im Besitz der Benediktinerabtei waren, fand 1790 statt. Nach der Säkularisation unter Napoleon gingen die Heiligtümer im 19. Jahrhundert in den Besitz der Pfarrei St. Kornelius über, die zum Träger der Wallfahrt wurde. Wegen des Ersten Weltkriegs fiel die Heiligtumsfahrt 1916 aus. 1937 zeigte man die Heiligtümer von Kornelimünster von den Galerien in der Kirche St. Kornelius, bevor der Zweite Weltkrieg den Wallfahrtsrhythmus unterbrach. Nach dem Krieg wurde die Tradition der Heiligtumsfahrt wieder aufgegriffen. Die Heiligtumsfahrt Kornelimünster 2014 stand genau wie die Aachener Heiligtumsfahrt unter dem Motto „Glaube in Bewegung". Das vom biblischen Leitthema „Zieh in das Land, das ich dir zeigen werde" (Gen 12,1) abgeleitet wurde.

www.heiligtumsfahrt2014.de

Heiligtumsfahrt Mönchengladbach

Seit 1594 strömen alle sieben Jahre Pilger zum Münster St. Vitus in Mönchengladbach, wo das sogenannte Abendmahlstuch ausgestellt wird. Es handelt sich dabei um ein Stück Stoff, das als Teil des Abendmahlstuches gilt. 1797 nahm zum letzten Mal ein Gladbacher Abt die Zeigung vor, ehe die Abtei in Gladbach unter Napoleon aufgelöst und die Reliquie in den Besitz der Pfarrei überging. 1867 wurde die Tradition der Heiligtumsfahrt wieder aufgenommen. Im Heiligtumsfahrtjahr 1944 legten Bomben das Münster in Trümmer, aber schon 1951 gab es wieder eine Heiligtumsfahrt. Unterbrochen wurde der Turnus dann noch einmal mit Absicht, weil man wegen der Tausendjahrfeier der Abteigründung die Heiligtumsfahrt von 1972 auf 1974 verlegte. Die Heiligtumsfahrt 2014 stand unter dem Leitwort „Du deckst mir den Tisch". Wie auch in Aachen war die Gladbacher Heiligtumsfahrt eingebunden in ein vielfältiges Rahmenprogramm, das sich an unterschiedliche Zielgruppen richtete, die zum Tisch Herrn geladen waren. Eine ökumenische und interreligiöse Einladung auch an die Gläubigen anderer Kirchen.

www.heiligtumsfahrt.de