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Warum Selbstoptimierung zur Falle werden kann und wie wir lernen, gesund zu wachsen und dabei selbstfürsorglich mit uns selbst zu sein.:Heute schon das Beste aus sich herausgeholt?

Blog Fotos_Selbstoptimierung

Ein bisschen mehr Achtsamkeit, eine bessere Work-Life-Balance, regelmäßig Sport treiben, gesünder essen, die perfekte Morgenroutine etablieren – und dabei bitte stets motiviert, produktiv und mental stabil bleiben. Klingt nach einem vernünftigen Ziel? Vielleicht. Klingt aber auch ziemlich anstrengend.

Die Idee, an sich selbst zu arbeiten, ist keineswegs neu. Persönliche Entwicklung, das Streben nach einem besseren Leben – das sind wertvolle und zutiefst menschliche Impulse. Doch was passiert, wenn sich Selbstverbesserung in Daueranspruch verwandelt? Wenn der Wunsch, mehr aus sich zu machen, in das Gefühl kippt, nicht genug zu sein?

Zwischen Selbstfürsorge und Selbstüberforderung

Selbstoptimierung – das klingt nach Zielstrebigkeit, Ehrgeiz und dem Willen, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Doch der Begriff hat längst einen bitteren Beigeschmack bekommen. Denn was einst als Möglichkeit zur Entfaltung begann, ist für viele zur Daueranforderung geworden. Zur leisen Stimme im Hinterkopf, die sagt: Mach mehr. Sei besser. Reiß dich zusammen.

In sozialen Medien begegnet uns eine Flut an Tipps, Routinen und Methoden – oft verpackt in ästhetischen Bildern und motivierenden Sprüchen. Doch statt zu motivieren, entsteht bei vielen der Eindruck: So wie ich bin, reicht nicht. Mein Leben ist nicht effizient, produktiv oder erfüllend genug. Ich muss mehr tun. Mich verbessern. Mich reparieren. Dabei ist die Grenze zwischen gesunder Selbstfürsorge und ungesunder Selbstoptimierung oft schmal. Wer sich ständig in Frage stellt, läuft Gefahr, sich selbst zu verlieren.

Gesellschaftlicher Druck im Deckmantel der Freiheit

Selbstoptimierung wird häufig als freiwillige Entscheidung verkauft. Doch in Wahrheit ist sie auch ein Ausdruck gesellschaftlicher Erwartungen. Fit, belastbar, flexibel, immer up to date – das sind Anforderungen, die längst nicht mehr nur im Berufsleben gelten, sondern sich auch ins Private schleichen. Selbst der Schlaf soll messbar, die Freizeit ‚sinnvoll‘ und die Ernährung möglichst ‚clean‘ sein – idealerweise mit digitalem Tracking und stetiger Verbesserung. Doch wer entscheidet eigentlich, was „besser“ ist? Und warum fällt es so schwer, sich von diesem ständigen Mehr zu befreien?

Die Sehnsucht nach Genug

Vielleicht ist es an der Zeit, einen Schritt zurückzutreten. Nicht, um alles hinzuwerfen – sondern um zu prüfen: Was will ich wirklich? Was brauche ich gerade? Was tut mir gut – und was mache ich nur, weil ich glaube, es tun zu müssen?

Selbstentwicklung darf befreiend sein, nicht belastend. Sie darf ermutigen, nicht erschöpfen. Sie braucht Räume für Ehrlichkeit – und auch für das Eingeständnis, dass Stillstand manchmal genau das ist, was wir brauchen.

 

Veranstaltungstipp

Der Autor, Organisations- und Arbeitspsychologe Christoph Augner stellt in seiner Lesung „Selbstoptimierung ist auch keine Lösung“ genau diese Fragen. Mit scharfem Blick und klarem Ton analysiert er das gesellschaftliche Phänomen der Selbstoptimierung – und lädt dazu ein, neue Wege zu mehr Selbstakzeptanz zu finden. Ein kluges Buch für alle, die nicht mehr funktionieren, sondern einfach leben wollen.

Lesung mit Dr. Christoph Augner: „Selbstoptimierung ist auch keine Lösung“

Do       05.03.26          19.00 - 21.15 Uhr       26-6MG5001

Haus der Regionen, Bettrather Straße 22, Mönchengladbach, Raum 044, EG

Ansprechperson: Marion Höver-Battermann, Bildungsreferentin Kath. Forum

Anmeldung: forum-mg-hs@bistum-aachen.de , 02161 980644 oder online-Anmeldeformular

Datum:
Do. 19. Feb. 2026

Warum Selbstoptimierung zur Falle werden kann und wie wir lernen, gesund zu wachsen und dabei selbstfürsorglich mit uns selbst zu sein.

Ein bisschen mehr Achtsamkeit, eine bessere Work-Life-Balance, regelmäßig Sport treiben, gesünder essen, die perfekte Morgenroutine etablieren – und dabei bitte stets motiviert, produktiv und mental stabil bleiben. Klingt nach einem vernünftigen Ziel? Vielleicht. Klingt aber auch ziemlich anstrengend.

Die Idee, an sich selbst zu arbeiten, ist keineswegs neu. Persönliche Entwicklung, das Streben nach einem besseren Leben – das sind wertvolle und zutiefst menschliche Impulse. Doch was passiert, wenn sich Selbstverbesserung in Daueranspruch verwandelt? Wenn der Wunsch, mehr aus sich zu machen, in das Gefühl kippt, nicht genug zu sein?

Zwischen Selbstfürsorge und Selbstüberforderung

Selbstoptimierung – das klingt nach Zielstrebigkeit, Ehrgeiz und dem Willen, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Doch der Begriff hat längst einen bitteren Beigeschmack bekommen. Denn was einst als Möglichkeit zur Entfaltung begann, ist für viele zur Daueranforderung geworden. Zur leisen Stimme im Hinterkopf, die sagt: Mach mehr. Sei besser. Reiß dich zusammen.

In sozialen Medien begegnet uns eine Flut an Tipps, Routinen und Methoden – oft verpackt in ästhetischen Bildern und motivierenden Sprüchen. Doch statt zu motivieren, entsteht bei vielen der Eindruck: So wie ich bin, reicht nicht. Mein Leben ist nicht effizient, produktiv oder erfüllend genug. Ich muss mehr tun. Mich verbessern. Mich reparieren. Dabei ist die Grenze zwischen gesunder Selbstfürsorge und ungesunder Selbstoptimierung oft schmal. Wer sich ständig in Frage stellt, läuft Gefahr, sich selbst zu verlieren.

Gesellschaftlicher Druck im Deckmantel der Freiheit

Selbstoptimierung wird häufig als freiwillige Entscheidung verkauft. Doch in Wahrheit ist sie auch ein Ausdruck gesellschaftlicher Erwartungen. Fit, belastbar, flexibel, immer up to date – das sind Anforderungen, die längst nicht mehr nur im Berufsleben gelten, sondern sich auch ins Private schleichen. Selbst der Schlaf soll messbar, die Freizeit ‚sinnvoll‘ und die Ernährung möglichst ‚clean‘ sein – idealerweise mit digitalem Tracking und stetiger Verbesserung. Doch wer entscheidet eigentlich, was „besser“ ist? Und warum fällt es so schwer, sich von diesem ständigen Mehr zu befreien?

Die Sehnsucht nach Genug

Vielleicht ist es an der Zeit, einen Schritt zurückzutreten. Nicht, um alles hinzuwerfen – sondern um zu prüfen: Was will ich wirklich? Was brauche ich gerade? Was tut mir gut – und was mache ich nur, weil ich glaube, es tun zu müssen?

Selbstentwicklung darf befreiend sein, nicht belastend. Sie darf ermutigen, nicht erschöpfen. Sie braucht Räume für Ehrlichkeit – und auch für das Eingeständnis, dass Stillstand manchmal genau das ist, was wir brauchen.

 

Veranstaltungstipp

Der Autor, Organisations- und Arbeitspsychologe Christoph Augner stellt in seiner Lesung „Selbstoptimierung ist auch keine Lösung“ genau diese Fragen. Mit scharfem Blick und klarem Ton analysiert er das gesellschaftliche Phänomen der Selbstoptimierung – und lädt dazu ein, neue Wege zu mehr Selbstakzeptanz zu finden. Ein kluges Buch für alle, die nicht mehr funktionieren, sondern einfach leben wollen.

Lesung mit Dr. Christoph Augner: „Selbstoptimierung ist auch keine Lösung“

Do       05.03.26          19.00 - 21.15 Uhr       26-6MG5001

Haus der Regionen, Bettrather Straße 22, Mönchengladbach, Raum 044, EG

Ansprechperson: Marion Höver-Battermann, Bildungsreferentin Kath. Forum

Anmeldung: forum-mg-hs@bistum-aachen.de , 02161 980644 oder online-Anmeldeformular