Popchorwochenende Eifel – I looked up

„Latin Jazz Mass“ von Martin Völlinger

Im Mittelpunkt stand die Einstudierung ausgewählter Stücke aus der „Latin Jazz Mass“ von Martin Völlinger. Das Ergebnis der intensiven Probenarbeit wurde am Sonntag in der feierlichen Messe gemeinsam mit einer kleinen Band aufgeführt. Gleichzeitig bildete der Gottesdienst den festlichen Rahmen für das 25-jährige Ortsjubiläum von Holle Goertz.
Am Freitag und Samstag fanden die Probeneinheiten statt

Bereits am Freitagabend begann das Wochenende mit großer Vorfreude. Nachdem alle Teilnehmenden eingetroffen waren und alte Bekannte sowie neue Gesichter herzlich begrüßt wurden, stellte Andreas Hoffmann die ersten Stücke der Messe vor. Nach rund drei Stunden konzentrierter Probenarbeit, begleitet von viel Gelächter und guter Stimmung, war der Grundstein für ein außergewöhnliches Wochenende gelegt.
Am Samstag trafen sich die Sängerinnen und Sänger bereits um 9.30 Uhr wieder. Nach einem gemeinsamen Warm-up im Freien – inklusive einer kleinen Massageeinheit – wurde den ganzen Tag über gesungen, geprobt und gelacht. Insgesamt verbrachte der Chor rund acht Stunden miteinander. Dabei entstand eine beeindruckende Gemeinschaft, in der sich Menschen aller Altersgruppen wohlfühlten. In den Pausen blieb Zeit für persönliche Gespräche, das Knüpfen neuer Freundschaften und das Auffrischen alter Erinnerungen. Bei einer warmen Suppe zur Mittagszeit und Pizza am Abend wurde deutlich, wie sehr Musik Menschen verbinden kann.
Ein besonders schönes Zeichen der Gastfreundschaft setzte ein Paar aus dem Kaller Chor, das die Sängerinnen und Sänger aus Aachen am Samstagabend zu sich einlud, um gemeinsam das Deutschlandspiel zu verfolgen. Diese herzliche Geste spiegelte eindrucksvoll die Offenheit und Verbundenheit der Kaller Chorgemeinschaft wider.
Die gemeinsam gestaltete Messe am Sonntag bildete einen besonderen Abschluss des Wochenendes

Der Höhepunkt des Wochenendes folgte schließlich am Sonntag. Nach dem ersten gemeinsamen Einsingen mit der Band – bestehend aus Schlagzeug, Bass, Klavier und Saxophon – begann die festliche Messe, die von Pater Wieslaw Kaczor SDS, Kaplan Andreas Hahne aus Viersen und dem inzwischen im Ruhestand befindlichen Pastor Hajo Hellwig zelebriert wurde.
Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt. Der Anblick der rund 90 Sängerinnen und Sänger gemeinsam mit der Band im Altarraum war beeindruckend. Noch beeindruckender war jedoch der Klang: Die rhythmischen Jazzklänge und mitreißenden Melodien der „Latin Jazz Mass“ erfüllten die Kirche und zauberten vielen Menschen ein Lächeln ins Gesicht. Bei einigen Chormitgliedern flossen sogar Tränen der Freude und Rührung.
Auch die Predigt von Andreas Hahne hinterließ Eindruck. Mit einer erfrischenden und zugleich tiefgründigen Ansprache schlug er die Brücke zwischen Musik, Glauben und menschlicher Gemeinschaft. Seine Worte sorgten nicht nur für nachdenkliche Momente, sondern auch für herzliche Lacher in der Gemeinde.
Ein besonders bewegender Moment folgte zum Abschluss des Gottesdienstes. Zunächst gratulierte P. Wieslaw Holle Goertz mit sehr herzlichen Worten und zählte einige besondere Momente der 25-jährigen Dienstzeit in Gemeinde, Region und Bistum auf. In einer sehr persönlichen und emotionalen Ansprache würdigte anschließend Pastor Hajo Hellwig das 25-jährige Dienstjubiläum von Holle Goertz. Bereits zu Beginn seiner Rede, als er das Wort „Kinderchor“ als das verbindende Element ihrer gemeinsamen 25-jährigen Zusammenarbeit bezeichnete, konnten viele ihre Tränen nicht mehr zurückhalten.
Mit großer Wertschätzung blickte er auf das außergewöhnliche Engagement von Holle Goertz zurück. Über viele Jahre hinweg hat sie das kirchenmusikalische Leben in der Gemeinde entscheidend geprägt und bereichert. Sie gründete Kinder- und Jugendchöre, eine Schola sowie einen Flötenkreis, übernahm den Cäcilienchor in Kall und den Chor in Keldenich und engagiert sich darüber hinaus in der musikalischen Ausbildung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Mit viel Herzblut begleitet sie Menschen auf ihrem musikalischen Weg bis hin zum C-Examen. Ihre Arbeit hat Generationen von Menschen geprägt und die Gemeinde nachhaltig bereichert.
Deutlich wurde an diesem Morgen auch, wie sehr Holle Goertz mit der Pfarrgemeinde und dem Ort Kall verbunden ist. Für viele Menschen ist sie aus dem kirchlichen und musikalischen Leben längst nicht mehr wegzudenken. Mit ihrer offenen Art, ihrer Leidenschaft für die Musik und ihrem unermüdlichen Einsatz hat sie unzählige Menschen begleitet, gefördert und zusammengeführt. Die große Wertschätzung und Dankbarkeit, die ihr anlässlich ihres Jubiläums entgegengebracht wurde, zeigte eindrucksvoll, welchen besonderen Platz sie in den Herzen vieler Menschen einnimmt. So verbindet die Gemeinde mit ihrem Jubiläum nicht nur den Dank für die vergangenen 25 Jahre, sondern auch den Wunsch und die Hoffnung, dass sie Kall und seinen Chören noch viele weitere Jahre mit ihrer Begeisterung, ihrer Erfahrung und ihrem Herzblut erhalten bleibt.
Nach der Messe trafen sich alle zum Gemeindefest rund um Kirche Kirche

Nach der Messe waren alle Teilnehmenden vom Kirchenvorstand und Ortsausschuss zum Pfarrfest eingeladen. In geselliger Atmosphäre ließ man das Wochenende gemeinsam ausklingen, tauschte Erinnerungen aus und genoss die Gemeinschaft.
Am Ende waren sich alle einig: Dieses Wochenende war weit mehr als nur ein Chorprojekt. Es war ein Wochenende voller Musik, Begegnungen, Freundschaft und Emotionen. Deshalb wurde sowohl Andreas Hoffmann als auch Holle Goertz von vielen Sängerinnen und Sängern der Wunsch mit auf den Weg gegeben, ein solches Popchorwochenende bald zu wiederholen – sei es in Kall oder in einer anderen Kirchengemeinde. Die Vorfreude auf ein Wiedersehen ist bereits jetzt groß.
Ein besonderer Dank gilt Regionalkantor Andreas Hoffmann für die begeisternde Probenarbeit und der Region Eifel im Bistum Aachen für die Unterstützung des Wochenendes.
Lena Poth