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Frauen in Leitung

Pastoralreferentin Elisabeth Vratz ist seit 2018 Mitglied im Regionalteam Krefeld. Wir haben sie gebeten, über ihre Erfahrungen zu Frauen und Leitung zu berichten: 

Datum:
Di. 8. März 2022
Von:
Stabsstelle Kommunikation

Pastoralreferentin Elisabeth Vratz ist seit 2018 Mitglied im Regionalteam Krefeld. Wir haben sie gebeten, über ihre Erfahrungen zu Frauen und Leitung zu berichten: 

„Mein erster Impuls: 
Davon lasse ich besser die Finger. Ich kann mich doch eh nur in die Nesseln setzen. Aber die Frage lässt mich nicht los. Gibt es Erfahrungen aus den drei Jahren, die etwas mit meinem Frausein zu tun haben? 

Hier einige Gedankensplitter – lose und unverbunden …

Als mir eine Aufgabe im Regionalteam angeboten wurde, war von Leitung keine Rede. „Du bist wie ein Scharnier! Du vermittelst Informationen von oben nach unten, vom Bischof in die Gemeinden und umgekehrt.“ So hat es zumindest mein verstorbener Regionalvikar immer gesagt. In der Vakanz habe ich erlebt, dass viele Entscheidungen treffen und das Regionalteam ohne Priester mehrheitlich nicht gefragt oder gehört wird. 

Ich kann es drehen und wenden, wie ich will: Leitung in unserer Kirche liegt immer in den Händen von Priestern. Und wenn Teilhabe an Leitung möglich ist, dann immer nur, wenn der verantwortliche Geweihte von seiner Macht abgibt. Leitung im Team funktioniert nur, wenn Priester freiwillig auf ihre Sonderstellung verzichten und sich zurücknehmen. Frauen und Männer im Laienstand haben es dabei gleichermaßen schwer …

Nur, wenn Entscheidungsvollmachten vom Weiheamt abgekoppelt werden, dann wird sich auf Zukunft hin etwas an den Machtstrukturen ändern. Solange die hierarchischen Strukturen bleiben, wie sie sind, helfen Frauen im Priesteramt uns auch nicht weiter. 

Leitung ist eine Kunst, die in meinem Verständnis nichts mit Herrschen und hierarchischer Machtausübung zu tun hat. Daran krankt es viel zu oft – in Welt und Kirche. Leitung wahrnehmen meint zuhören und hinschauen, vernetzen und verknüpfen, heißt ausgleichen und abwägen, den Blick weiten und Stränge verbinden. In dieser Rolle erlebe ich dann auch meine Stärke als Theologin, als Frau: mit einem analytischen Blick empathisch den Einzelnen und das Gesamte betrachten, zusammenführen und dennoch klar Perspektiven aufzeigen und dabei einladend Schritte in die Zukunft vorbereiten.


Leitung heißt dann, Begegnungen miteinander zu ermöglichen und so da:zwischen den Raum für das Transzendente offenzuhalten. Schließlich bin ich mir sicher, dass Gottes Geist immer schon da ist. 

Hat dies etwas mit meinem Frausein zu tun? Ja und Nein. Leiten, eingebunden in ein synodales Team, können Frauen und Männer. Aber ja, ich agiere immer als Frau mit Ideen und Gestaltungswillen und kann mich gar nicht anders denken.“