Mariawald soll auch zukünftig ein Ort mit spiritueller Strahlkraft sein

Konvent wird zum 15. September aufgelöst. Dankgottesdienst um 11 Uhr in der Klosterkirche mit Weihbischof Karl Borsch

Die Abtei Mariawald soll auch weiterhin ein Ort spiritueller Strahlkraft sein. (c) www.pixabay.com
Die Abtei Mariawald soll auch weiterhin ein Ort spiritueller Strahlkraft sein.
Fr 7. Sep 2018
Stabsabteilung Kommunikation

Aachen, (iba) – Die Kongregation für die Institute des geweihten Lebens in Rom hat entschieden, dass der Konvent Mariawald zum 15. September aufgelöst wird. Mit einem feierlichen Gottesdienst dankt das Bistum Aachen an diesem Tag dem Trappistenorden für die Jahrhunderte lange Präsenz. Gefeiert wird die Heilige Messe um 11 Uhr von Weihbischof Karl Borsch, Bischofsvikar für das Ordenswesen, in der Kirche der Abtei Mariawald. Konzelebrieren werden der Abt von Tilbourg, Bernardus Peeters, der derzeit auch Abt in Mariawald ist, der Abt des Gründungsklosters Dominique-Marie Schoch aus Oelenberg, Pfarrer Dr. Christian Blumenthal aus Heimbach, sowie die beiden ehemaligen Äbte von Mariawald Dom Francois de Place und Dom Bruno Gooskens.

Damit wird bis zur Klärung der weiteren Nutzung von Mariawald die regelmäßige Feier von Gottesdiensten in der Klosterkirche nicht mehr möglich sein, die Kirche wird aber weiterhin zum persönlichen Gebet und für Gottesdienste von Pilgergruppen offen sein. Neuer Rektor der bisherigen Klosterkirche wird ab dem 16. September Pfarrer Dr. Christian Blumenthal. Mit der Auflösung des Konvents hat der Verein „Kloster Mariawald“ weiterhin die Verantwortung für die Immobilien. Er wurde nach einer Satzungsänderung um Mitglieder, die der Bischof von Aachen ernennen konnte, erweitert. In den Vorstand wurden Abt Bernardus, der Heimbacher Bürgermeister Peter Cremer und Pfarrer Rolf-Peter Cremer, Leiter der Hauptabteilung Pastoral / Schule / Bildung, gewählt.

Der Verein hat im wesentlichen in der kommenden Zeit drei Ziele: die Sicherstellung des Unterhalts der Mönche, die Fortführung der wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe und die Unterstützung der Weiterentwicklung von Mariawald als Ort der Spiritualität und der geistlichen Ausstrahlung. Damit ist auch die Zukunft der Klosterbetriebe gesichert. „Wir hoffen, dass Mariawald auch weiterhin ein Ort mit spiritueller Strahlkraft bleiben wird , ein Ort der Einkehr, und ein Anziehungspunkt für Pilger und Touristen bleibt“, sagt Weihbischof Karl Borsch.

Versorgung war nicht mehr gewährleistet

Die Trappistenabtei Mariawald ist bereits seit 2014 in die Obhut der Kongregation für die Institute des geweihten Lebens in Rom gestellt. Die Entscheidung zur Schließung war insbesondere in Fürsorge für die dort noch lebenden Mönche getroffen worden. Sie waren im Durchschnitt 81 Jahre alt, ihre Versorgung vor Ort war nicht mehr gewährleistet. Zudem fehlte im Orden der Nachwuchs.

Mariawald wurde 1480 als Zisterzienserabtei gegründet. Im Jahr 1795 wurde die Abtei von den Franzosen in Besitz genommen. 1860 nahmen die Zisterzienser der Strikte Observanz (Trappisten) der französischen Abtei Oelenberg wieder Besitz von Mariawald. Im Jahr 1875 mussten die Mönche während des Kulturkampfes das Kloster verlassen. Sie konnten 1887 zurückkehren. Im Jahr 1941 zwangen die Nationalsozialisten die Mönche erneut, die Abtei zu verlassen. Die Rückkehr erfolgte 1946. Mariawald ist die einzige Abtei für Mönche des Ordens der Zisterzienser der Strenge Observanz in Deutschland. Daneben gibt es in Deutschland noch zwei Klöster für Trappistinnen, die Abtei Maria Frieden und das Priorat Donnersberg. (iba/Na 068)