Kind-Jesu-Kapelle wird Verehrungsort für Clara Fey

Neu eingelassenes Fenster in Kapellenwand lenkt Blick von außen auf Schrein

Kind-Jesu-Kapelle (c) Bistum Aachen / Anja Klingbeil
Kind-Jesu-Kapelle
Fr 20. Apr 2018
iba
Aachen, (iba) – Eine Reihe von Stelen aus hell lasiertem Eichenholz bildet in der Aachener Kind-Jesu-Kapelle den Hintergrund für den künftigen Verehrungsort von Clara Fey.
Kind-Jesu-Kapelle (c) Bistum Aachen / Anja Klingbeil
Kind-Jesu-Kapelle

Keine Stele gleicht der anderen. Zwar sind sie alle drei Meter hoch und wirken in ihrer Reihung wie eine polygone Wand, jedoch weiten sich die Abstände untereinander, dann sind sie wieder enger, mal sind die Zwischenräume parallel, mal driften die Seitenflächen auseinander, mal scheinen sie sich beinahe zu schließen. Herausgeschnittene Nischen mit Kerzen begleiten den eigentlichen Schrein aus Silberbronze, der in zwei der Stelen eingelassen ist. Auf einer anderen ist der Lebenslauf der Aachener Ordensstifterin zu lesen.

Neuordnung des Innenraums

Die Gesamtgestaltung der Verehrungsstätte und die Neuordnung des Innenraums oblag den Architekten Elmar Paul Sommer und Axel Birk in enger Zusammenarbeit mit Michael Scholz, Architekt und Fachbereichsleiter für Kirchbau und Denkmalpflege im Bischöflichen Generalvikariat. Der Schrein wurde nach gemeinsamem Entwurf der beiden Architekten und des Herzogenrather Silberschmieds Stephan Bücken von diesem hergestellt. Im flachen Relief der Silberbronze wird er von fein ziseliertem Linienwerk umflochten, das sowohl Bezüge zum Leitspruch der Ordensgemeinschaft „Manete in me" (Bleibt in mir) wie auch auf Clara Feys Herkunft oder das weltweite Netz der Niederlassungen zulässt. Und wer genau hinschaut, entdeckt vielleicht auch noch eine Anlehnung an die Heiligtümer aus dem Aachener Marienschrein.

Eingebunden ist die künftige Verehrungsstätte Clara Feys in ein stimmiges Raumkonzept der Kind-Jesu-Kapelle, die bereits seit 1989 dem Bistum Aachen gehört. Hierfür wurde der Gebetsraum im Auftrag des Bistums maßvoll saniert und umgebaut. „Der sakrale Raum musste für diesen besonderen Zweck hergerichtet werden und wir konnten so neben dem eigentlichen Ort der Verehrung einen zeitgemäßen liturgischen Raum formulieren", erklärt Michael Scholz. Hierfür wurde der Ort des Altares aus dem erhöhten Chorraum in den Kapellenraum versetzt – auf eine Ebene mit den Gläubigen. Eine betonierte Lettnerwand hinter dem Altar trennt den Chorraum ab; ein Spalt gibt den Blick frei auf den Tabernakel und das mächtige Holzkreuz, das einst den im Krieg zerstörten Vorgängerbau zierte. Diesen durch die eingestellte Wand zonierten Chorraum nutzen die Schwestern der Kongregation vom armen Kinde Jesus künftig für ihr Gebet. „Auf diese Weise erhält die Kapelle eine dreifache Nutzung", erläutert die Architekt Elmar Sommer das Konzept. „Zum einen als Gebetsraum für die Schwestern, zum anderen als zeitgemäßer Gottesdienstraum und zum dritten als würdige Verehrungsstätte der Ordensgründerin Clara Fey." Ein in die Außenwand zur Jakobstraße neu eingelassenes Fenster öffnet den Sakralraum und lenkt den Blick auf den Schrein und die Steleninstallation. „Damit wird dieser besondere Ort auch von außen erfahrbar gemacht", so Sommer weiter. Nicht zuletzt wurde auch die Marienkapelle neu gestaltet. Sie ist ebenfalls von außen sichtbar und wird wieder nach alter Gewohnheit tagsüber zugänglich sein.

Ruhestätte im Herzen Aachens

Altar, Ambo und Hocker aus Ulmen- und Eichenholz in der neu gestalteten Kapelle stammen vom Künstler Klaus Simon. Dieser hatte den Altar 1988 anlässlich des Ulmensterbens für die Kunststation St. Peter in Köln geschaffen. Für den späteren Aufstellungsort in der Kapelle der Kliniken Maria Hilf in Mönchengladbach wurden Ambo und Sedilien aus örtlichem Eichenholz ergänzt. „Ich bin mir sicher, dass Altar, Ambo und Sedilien nach Aufgabe des Krankenhausgebäudes und der damit verbundenen Entwidmung der Kapelle keinen würdigeren Ort hätten finden können", betont Michael Scholz vom Bischöflichen Generalvikariat.

Schwester Henriette Mensen, Generaloberin der Kongregation der Schwestern vom armen Kinde Jesus, freut sich, wenn am 6. Mai die Reliquien der Ordensgründerin in der Kind-Jesu-Kapelle feierlich beigesetzt werden. „Nach sechs Jahren des Übergangs in der Bischofsgruft wird Clara Fey nach ihrer Seligsprechung im Herzen Aachens ihre Ruhestätte finden. Wir sind natürlich sehr froh und vor allem dankbar, dass wir hier am Urmutterhaus, also am Gründungsort unserer Kongregation, die sterblichen Überreste unserer Gründerin haben werden. Wir wünschen uns, dass die Verehrungsstätte dazu beiträgt, ihre Verantwortung, die sie besonders für benachteiligte Kinder empfunden hat, tiefer im Bewusstsein unserer heutigen Gesellschaft zu verankern."

Clara Fey wird am Samstag, 5. Mai, im Hohen Dom zu Aachen seliggesprochen. Zelebriert wird das Pontifikalamt von Angelo Kardinal Amato SDB, Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse. Das Domradio überträgt die Feierlichkeiten. Der Livestream ist unter anderem über die Homepage www.clara-fey.de , der Internetseite des Bistums Aachen www.bistum-aachen.de. Zudem informiert Facebook-Account des Bistums über die Feierlichkeiten.

Alle Details zur Seligsprechung von Clara Fey gibt es unter www.clara-fey.de. Weitere Informationen zur Ordensgründerin Clara Fey und zur Kongregation der Schwestern vom armen Kinde Jesus finden sich unter http://www.manete-in-me.org  (iba/Na 025)

Kind-Jesu-Kapelle (c) Bistum Aachen / Anja Klingbeil
Entwurf Kind-Jesu-Kapelle (c) Bistum Aachen
Entwurf Kind-Jesu-Kapelle (c) Bistum Aachen