Königin (c) Annette Jantzen

Und glaube ja nicht

Königin
Mi 4. Dez 2019
Annette Jantzen

Barbara

Und glaube ja nicht, dass der Garten im Winter seine Ekstase verliert.

Er ist still.

Aber die Wurzeln sind aufrührerisch, ganz tief da unten.

Rumi

 

Die heilige Barbara, deren Fest am 4. Dezember gefeiert wird, ist eine Legende. Aber eine, die so wirkmächtig ist, dass ihre Streichung aus dem Heiligenkalender der katholischen Kirche nur von kurzer Dauer war. Die Legende erzählt von einer gewissen Unbeugsamkeit, von Beharrlichkeit und Würde.

Es ist eine Legende einer Tochter - eine Prinzessin, einer Kaufmannstochter, jedenfalls einer reichen und schönen Tochter - und eines schwierigen Vaters. Barbara, deren Name "die Fremde" heißt, war Christin oder wurde es, zum Zorn ihres Vaters. Ein Turm kommt vor, auch ein Bild aus vielen Erzählungen und Märchen, in den der Vater die Tochter eingesperrt habe, sei es, um ihre Heirat aus Eifersucht zu verhindern, sei es, um sie zur Heirat zu zwingen.

Die Legende erzählt von einem zusätzlichen, dritten Fenster, das Barbara in ihr Turmgefängnis gehauen habe, zum Zeichen für die heilige Dreifaltigkeit. Eine Felsspalte wird erwähnt, durch die Barbara geflohen sei, weswegen sie zur Schutzheiligen der Bergleute wurde. Die Legende weiß von einem Zweig, der sich auf dem Weg vom Gericht zum Gefängnis in ihrem Kleid verfangen habe und den sie in ihren Trinkbecher gestellt habe, wo er schließlich Blüten getragen habe, daraus entstand die Tradition der Barbarazweige.

Diese Barbarazweige, die Anfang Dezember von Obstbäumen geschnitten und ins Haus gebracht werden, wo sie nach einigen Wochen, um Weihnachten herum, aufblühen, waren gewissermaßen die Vorläufer des Christbaums. Der Tannenbaum war dann die Version für diejenigen, die es sich nicht leisten konnten, Obstbäume ohne Ertrag zu schneiden. Auch wenn die Zweige aufgeblüht sind, bleiben die Zweige braun und recht kahl - die Hoffnung und Freude von Weihnachten dürfen im Werden sein. Es wird nicht direkt die überbordende Fülle erwartet, weder der Freude, noch des Glaubens. Beide dürfen wachsen und spärlich blühen.

Das, was schon ist, und das, was noch wird, das ist die aufrührerische Wurzel des Barbarazweiges. Die Zartheit trügt. Da ist Kraft dahinter, unbeugsame und beharrliche Kraft.