Impuls für August von Sr. Juliane Maria Feithen SPSF:Pace e bene – Friede und alles Gute


In diesem Jahr feiert die franziskanische Familie den 800sten Todestag des hl. Franziskus.
Ein Anlass für viele Publikationen und ein Anlass sein Leben und Wirken, seine Weise der Jesusnachfolge, seine Spiritualität neu zu entdecken.
Es ist ja schon erstaunlich, dass Franziskus noch nach so langer Zeit irgendwie präsent und bekannt ist – auch außerhalb der katholischen Kirche. Sicher, viele verbinden mit ihm eine (etwas naive) Naturverbundenheit und das heitere Gemüt des „Bruder Immerfroh“. Auch wenn das nicht falsch ist, trifft es doch nicht die ganze Wirklichkeit seines Lebens in der Nachfolge Jesu.
Wenn ich auf die Situation unserer Welt und die vielen Bedrohungen schaue, kommt mir ein Aspekt der Spiritualität des Franz von Assisi besonders aktuell vor: sein Versuch, Frieden zu leben und zu stiften.
Wohin er kam, war sein erster Gruß: Friede diesem Haus. Pace e bene – Friede und alles Gute; darin findet sich die Grundmelodie seiner Begegnungen. Sei es unterwegs im Kontakt mit den Menschen auf seinen Wanderungen durch Umbrien, sei es beim Treffen mit dem Sultan (während des Kreuzzuges!), sei es in der Begegnung mit dem Wolf von Gubbio.
Immer will Franziskus Gutes tun, sagen und vermitteln – auch und gerade da, wo er Böses erlebt.
So fügt er noch vom Krankenbett aus dem Sonnengesang eine Strophe über den Frieden hinzu, um Bürgermeister und Bischof von Assisi zu versöhnen, die miteinander im Streit lagen.
„Gelobt seist du mein Herr, durch jene, die verzeihen um deiner Liebe willen
und Krankheit ertragen und Drangsal.
Selig jene, die solches ertragen in Frieden,
denn von dir, Höchster, werden sie gekrönt.“
Mir scheint, dass sein Appell deshalb Wirkung zeigt, weil alle spüren, dass Franziskus mit seinem ganzen Leben dahintersteht.
Um der Liebe Gottes willen hat er vieles ertragen: „Krankheit und Drangsal“. Er hat eine leiden- schaftliche Liebesbeziehung zu Gott und allen Geschöpfen gelebt. Das hat ihn nicht bitter gemacht, sondern in einen tiefen Frieden geführt. Von daher konnte er für Frieden und Versöhnung eintreten, wo immer er Konflikte, Hass und Gewalt antraf.
Vielleicht ist dieses Zeugnis aus dem fernen 12. Jahrhundert eine Hilfe auch für unsere Zeit, wo der Friede genauso bedroht ist, wie zur Zeit des Franz von Assisi und wie zu allen Zeiten.
Es könnte eine Einladung sein, selber anzufangen mit dem „Friedenstiften“:
pace e bene zu leben und zu sagen in alle konflikthaften Begegnungen hinein.
Das verändert nicht die Weltlage, aber es wird einen Unterschied machen!
Schw. Juliane Maria Feithen SPSF