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Impuls für November von Sr. Martina Kohler SSpS, Eschweiler/Aachen:November-Gedanken

Sr. Martina Kohler
Datum:
8. Okt. 2026
Von:
Sr. Martina Kohler SSpS

Der Monat November hat in unseren Breitengraden eine sehr besondere Prägung. Die Farben des Herbstes sind verblasst, die Tage werden spürbar kürzer, dunkler, kälter. Es ist die Zeit, in der uns Feste wie Allerheiligen, Allerseelen und Totensonntag ganz bewusst mit Themen wie Vergänglichkeit, Trauer und Abschied konfrontieren. Die Gedenktage im November laden uns ein zur dankbaren Erinnerung an Menschen, die wir vermissen. Allerheiligen steht bewusst am Beginn des Monats als ein Fest des Lichtes. Wenn wir an diesem Tag Kerzen auf den Friedhöfen anzünden und die Gräber segnen, tun wir das im Glauben an das Licht der Auferstehung.

Mitten im November feiern wir auch ein anderes Lichterfest - das Fest des Heiligen Martin. Besonders die Kinder lieben es, an diesem Abend mit ihren leuchtenden Laternen durch die Straßen zu ziehen. Symbolisch bringen sie dabei Licht in die Dunkelheit und erinnern uns daran, dass wir alle dazu berufen sind, Lichtträger in dieser Welt zu sein.

Seit Kindertagen ist uns die Geschichte von St. Martin vertraut, wie er als römischer Soldat einem frierenden, armen Bettler die Hälfte seines weiten Militärmantels schenkte, um ihn vor dem Kältetod zu retten. Er ging nicht achtlos vorbei, sondern sah die verborgene Not und ließ sich davon berühren. Martin teilte ohne Zögern das, was er hatte. Nach seinem Beispiel gilt auch für uns: Wenn wir das teilen, was wir haben, – sei es Zeit, ein offenes Ohr, Trost oder materielle Hilfe –, wird die Welt für jemanden ein Stück heller und wärmer.

Vielleicht kann ich mich selber ja in diesen Novembertagen einmal fragen: Wo könnte ich ein „Mantelteil“ für jemanden sein? Wem kann ich durch ein wenig meiner Zeit und Zuwendung ein Licht in der dunklen Jahreszeit schenken? Wer leidet in meiner Umgebung leise? Wer sehnt sich nach einem wärmenden Wort, nach Aufmerksamkeit oder einer offenen Hand? Schon eine kleine Geste kann manchmal Wunder wirken.

Sr. Martina Kohler SSpS