Zum Inhalt springen

WDR dreht im Diözesanarchiv

WDR_Diözesanarchiv
Datum:
22. Okt. 2026
Von:
Dr. Beate Sophie Fleck

1956 wurde in Aachen der Grundstein für das erste von insgesamt sieben Europadörfern gelegt. Die Idee hierzu hatte der belgische Dominikaner Dominique Pire (1910-1969). Das Projekt reiht sich ein in die Hilfsaktionen für Familien und Kindern, die er seit den 1930er Jahren ins Leben gerufen hatte. Für sein Engagement für ausländische Familien und damit verbunden seinen Einsatz zur Verständigung zwischen Völkern und Konfessionen erhielt Pire 1958 den Friedensnobelpreis. 

Pater Pire, der als Kind selbst mit seiner Familie für vier Jahre nach Frankreich flüchten musste, wollte mit dem nur aus Spenden finanzierten Bau Familien aus der Ukraine, Polen, Lettland und dem damaligen Jugoslawien, die zum Beispiel als (ehemalige) Zwangsarbeiter seit Jahren in Lagern leben mussten („Displaced Persons“), eigene Wohnungen geben. Die – wie er sie nannte – „Entwurzelten“ sollten so eine neue Heimat bekommen, in der sie sich erholen, neues Selbstwertgefühl aufbauen und dann auch wieder einer Arbeit nachgehen konnten. Es sollte somit eine Hilfe zur Selbsthilfe sein.

 Die Grenzstadt Aachen hatte er als symbolischen Schritt ausgesucht: Das Dorf sollte übernational, überkonfessionell und über alle Schranken gehen. Das Grundstück kaufte der von Pire dafür gegründete Verein „Hilfe für heimatlose Ausländer e. V.“ mit Sitz in Aachen von den Schwestern vom Armen Kinde Jesus. Bei der Grundsteinlegung war selbstverständlich auch ein Vertreter des Bistums Aachen dabei.

Die Verkaufsakten, die sich im Ordensarchiv befinden, mehrere ausführliche Artikel in den Kirchenzeitungen von 1956 bis 1959 sowie ein Interview mit der Archivleiterin dienen dem WDR nun als Mosaiksteine eines Beitrages für die Aktuelle Stunde.

Die Sendung ist für Samstag, 7. November 2026, 18.45 Uhr, im WDR vorgesehen.