„Kirche ist weiblich“
Nachgefragt bei Erdmute Söndgen, Mitglied des Regionalteams Aachen-Land.

Nachgefragt bei Erdmute Söndgen, Mitglied des Regionalteams Aachen-Land.
Was stört Sie als ehrenamtlich engagierte Frau in der Kirche und welche Rückmeldungen und Eindrücke werden Ihnen von anderen Ehrenamtlerinnen widergespiegelt?
„Die Kirche ist weiblich. Dieser Satz fällt mir als erstes ein, wenn ich überlege, wie Weltfrauentag und (katholische) Kirche zusammenpassen. Aber auch wenn es sehr abgedroschen klingt, sieht die Realität bei uns doch eigentlich so aus: Frauen machen die Arbeit, Männer haben das Sagen. Zumindest in vielen Fällen. Es fängt schon in jungen Jahren an: es gibt meist mehr Messdienerinnen als Messdiener. Aber wie lange hat es gedauert, bis auch im Hohen Dom zu Aachen Messdienerinnen erlaubt waren! Wären sie doch nur mehr sichtbar. Und wie schade ist es, wenn junge Frauen kein Theologiestudium beginnen, weil für sie die Berufsaussichten als Pastoral- oder Gemeindereferentin nicht attraktiv genug sind. Vielleicht können hier neue Leitungsmodelle etwas verbessern. Nicht zuletzt kann den Kirchenvorständen ein höherer Frauenanteil neue Impulse geben. Bei aller Kritik möchte ich aber positiv enden mit dem Beispiel von Maria 2.0, wo sich selbstbewusste Frauen immer wieder auch öffentlichkeitswirksam positionieren. Zudem habe ich selbst in meinem Leben eigentlich immer Wertschätzung für meine Arbeit, auch im Ehrenamt, erfahren.“