„Es geht darum, ein Ohr anzubieten“
Angela Müller (58) ist als Gemeindereferentin in Nettetal unterwegs. Sie besucht im Rahmen ihrer Arbeit sieben Kindertagesstätten, zwei Grundschulen und hält darüber hinaus Kontakt zu verschiedensten Gruppen in der Gemeinde. Angesichts des Krieges in der Ukraine hat sie uns einen kleinen Einblick in ihre Begegnungen der vergangenen Tage gegeben:

Angela Müller (58) ist als Gemeindereferentin in Nettetal unterwegs. Sie besucht im Rahmen ihrer Arbeit sieben Kindertagesstätten, zwei Grundschulen und hält darüber hinaus Kontakt zu verschiedensten Gruppen in der Gemeinde. Angesichts des Krieges in der Ukraine hat sie uns einen kleinen Einblick in ihre Begegnungen der vergangenen Tage gegeben:
Wenn Angela Müller über ihre Arbeit spricht, dann ist viel von „Raum geben“ oder „ein Ohr anbieten“ die Rede. „Ich merkte: die Kinder in der Grundschule sind übergelaufen. Die haben zwar ganz viele Sachinformationen und können Fakten nennen, aber wenn es darum geht, an ihre tatsächliche Gefühlslage aus Angst und Sorge heranzukommen, wird es ganz schwer“, so Müller. Aus diesem Grund setzt die Gemeindereferentin oftmals zeichenhafte Handlungen ein. Soll heißen: „Im Schulgottesdienst dürfen alle eine Kerze anzünden; für die Menschen, an die sie denken, zum Beispiel für die Oma und den Opa, die unruhig sind und sagen, dass sie Angst vor dem Krieg haben.“ Als weitere Symbole nennt die 58-Jährige eine Friedenstaube, einen Regenbogen oder eine ausgeschnittene Hand zur Frage: „Wie können wir den Frieden leben? Was kann ich ganz konkret beitragen zum Frieden?" Dies alles seien wichtige Zeichen und Ausdrucksweisen in dieser Zeit.
Die Lehrerinnen und Lehrern der von Angela Müller betreuten Schulen erhielten regelmäßig das Angebot eines Besuchs, „damit wir dem Thema Raum geben und ein Gebet für den Frieden sprechen.“ Dies werde auch angenommen. In einem ersten Schritt gehe es darum zu hören, „was die Kinder alles im Kopf haben. Und das ist eine ganze Menge. Irgendwann kommt dann aber der Punkt, an dem sich die Fragen wiederholen“, so Müller. Wenn dies der Fall sei, lade sie die Kinder dazu ein, Fragen und Sorgen in eine Fürbitte bzw. in eine Gebet zu bringen. „Dadurch eröffne ich einen neue Perspektive, indem wir alles in Gottes Hand legen. Er nimmt es an. Er steht uns bei. Er gibt uns Kraft und Mut. Wir wollen gemeinsam stark sein und nach vorne schauen in der Gemeinschaft mit Gott und seinem Sohn Jesus Christus.“