Europatag:Zwischenruf der Bischofskonferenz: Ein vereintes Europa wird gebraucht

Mit dem Zwischenruf „Europa, zeigʼ dich selbstbewusst!“ setzt die Deutsche Bischofskonferenz vor dem Europatag ein Zeichen für ein vereintes, werteorientiertes Europa. Ein vereintes Europa werde in Zeiten sich auflösender globaler Machtverhältnisse gebraucht, heißt es in dem Zwischenruf. Es müsse sich wieder deutlich zu seinen Grundwerten bekennen: Frieden, Kooperation, der Stärke des Rechts und einer universell geltenden Menschenwürde.
Ohne seine Werte ist Europa für die Bischöfe als Friedens-, Freiheits- und Demokratieprojekt nicht denkbar. Ihr Zwischenruf richtet sich an politisch Verantwortliche in der EU und ihren Mitgliedstaaten sowie an den Europarat. In den vier Kapiteln des Zwischenrufs skizzieren die Bischöfe zudem die Verantwortung der Kirche für Europa, die Gefahren der neuen „Welt-Un-Ordnung“ und dass die Menschen in Europa wieder Selbstbewusstsein und Hoffnung brauchen. Die Deutsche Bischofskonferenz versteht Europa als eine Erzählung der Hoffnung: „Aus Hoffnung erwächst der Antrieb, voranzugehen und wieder in die Initiative zu kommen.“
Das Christentum, so heißt es in dem Text, müsse einen Beitrag zur Demokratie und zur europäischen Integration leisten. „Dieser Beitrag ist grundgelegt in der Botschaft des Evangeliums, in der wahrer Frieden zugleich Geschenk Gottes und ein Auftrag an alle Menschen ist.“ Der christliche Glaube und seine sozialethischen Prinzipien seien für die Gründer der EU ein Antrieb gewesen. Beides präge mit der Aufklärung das geistige Fundament Europas. Das Christentum mit seinem „Verständnis von Freiheit, Würde und Verantwortung“ habe „der römischen Rechts- und der griechischen Demokratietradition das Verständnis von der Würde und grundlegenden Gleichheit aller Menschen hinzugegeben“. Den Begriff des „christlichen Abendlands“ als politischen Kampfbegriff lehnen die Bischöfe ab.
„Bei unserem Zwischenruf ist mir in diesen Zeiten der Frieden besonders wichtig. Wir folgen als Bischöfe damit Papst Leo XIV. und seinem Einsatz für Frieden in der ganzen Welt“, sagt Bischof Dr. Heiner Wilmer, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und ihrer Bischöflichen Arbeitsgruppe Europa. „In diesem Sinne sehe ich Europa in der besonderen Verantwortung, aus seinem Selbstverständnis heraus die Gültigkeit des Völkerrechts einzufordern und mutig für verlässliche, multilateral koordinierte Regeln einzustehen.“
Hintergrund
Die deutschen Bischöfe befürworten und begleiten die Entwicklung der europäischen Einigung seit deren Anfängen konstruktiv. Zu diesem Zweck gibt es innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz die „Bischöfliche Arbeitsgruppe Europa“. Bereits am 13. Februar 2026 hatten die Vorsitzenden der Italienischen, Französischen, Polnischen und Deutschen Bischofskonferenz einen Appell zur Zukunft Europas verfasst, der an die christlichen Wurzeln Europas erinnert - und Christen motivieren soll, sich für die europäische Sache zu engagieren.