„Wir sind auf dieser Welt, um Licht zu bringen“

Außerordentlicher Monat der Weltmission eröffnet

Außerordentlicher Monat der Weltmission (c) Bistum Aachen
Außerordentlicher Monat der Weltmission
Mo 14. Okt 2019
Stabstabteilung Kommunikation

Der Gedanke, nicht nur eine Mission zu haben, sondern eine Mission zu sein, ist so ungewöhnlich wie faszinierend. Papst Franziskus beschreibt Christsein als einen Zustand permanenter Mission: Wir sind auf dieser Welt um Licht zu bringen, zu segnen, zu beleben, aufzurichten, zu heilen, zu befreien. Mission als eine Art Gegengift gegen die individualistische Traurigkeit und die Kälte verschlossener Türen. Diese Botschaft macht Mut.
Mit dem Außerordentlichen Monat der Weltmission lenkt Papst Franziskus jetzt die Aufmerksamkeit auf einen Aspekt, der bei dem neuen Interesse an Mission bisweilen unterzugehen droht: die missio ad gentes, die Sendung zu den Völkern. „Getauft und gesandt: Die Kirche Christi missionarisch in der Welt“ lautet das Thema des Außerordentlichen Monats der Weltmission Oktober 2019.

"Denen widersprechen, die Hass schüren gegen Ausländer, Flüchtlinge und Migranten"

Offiziell eröffent hat Bischof Dr. Helmut Dieser den Monat der Weltmission im Bistum Aachen mit einem Gottesdienst in der Kirche St. Anna in Krefeld. Der Gottesdienst stand unter dem Leitwort „Wir sind Gesandte an Christi statt“ (2 Kor 5,20). "Der Papst sagt: Das betrifft jeden Getauften. Denn in der Taufe schenkt Gott dir das Leben Jesu, das nie mehr stirbt. Durch deine Taufe wirst du selbst mit deinem eigenen Leben eine Mission. Du bist eine Mission!", so der Aachener Bischof in seiner Predigt. Um diese Mission zu erfüllen, müsse man nicht erst in fremden Ländern anfangen, sondern schon in Deutschland: "Wo auch immer wir sind, können wir dieser Tage Zeichen setzen: Niemals wieder soll Antisemitismus in unserem Land Konjunktur bekommen! Der Anschlag von Halle braucht unsere Antwort, dass wir uns nicht daran gewöhnen, dass wir Judenhass nicht mehr in unserem Land tolerieren." Und so der Aachener Bischof weiter: "Genauso wollen wir hier in unserem Land aus uns herausgehen und denen widersprechen, die Hass schüren gegen Ausländer, gegen Flüchtlinge und Migranten, gegen Menschen aus fremden Kulturen, die pauschalisieren und manipulieren, die Menschen gegeneinander aufbringen, statt gemeinsam nach dem zu suchen, was das Zusammenleben friedlich, gerecht und bereichernd für alle macht!"
Neben Bischof Dr. Helmut Dieser ist der indische Bischof Victor Lyngdoh in Krefeld zu Gast. Nordostindien ist in diesem Jahr die Schwerpunktregion für den Weltmissionssonntag. 
Bischof Victor Lyngdoh wurde 1956 bei Shillong in der von Bangladesch, Bhutan, China und Myanmar umgebenen und nur durch einen schmalen Korridor mit dem indischen Subkontinent verbundenen Randregion im Nordosten Indiens geboren. Er ist seit 2006 Bischof und seit 2016 Bischof von Jowai, ebenfalls in Nordostindien an der Grenze zu Bangladesch. Das Bistum Jowai ist mit einer Bevölkerung von gut 440.000, darunter gut 100.000 katholisch, eher klein, aber im indischen Vergleich überdurchschnittlich christlich geprägt. Eine der pastoralen Herausforderungen sind die (illegalen) Minen, in denen unter meist menschenunwürdigen Bedingungen Kohle abgebaut wird. 
Der Weltmissionssonntag, der am Sonntag, 27. Oktober, gefeiert wird, ist die größte Solidaritätsaktion der Katholiken weltweit. Mehr als 100 päpstliche Missionswerke auf allen Kontinenten sammeln an diesem Sonntag für die pastorale und soziale Arbeit der Kirche in den 1.100 ärmsten Diözesen. Gläubige weltweit setzen damit ein Zeichen der Hoffnung für die Ärmsten und Bedürftigsten in Afrika und Asien. 

 
missio bietet dazu Materialien und Impulse an, die helfen, sich dem Thema auf unterschiedliche Weise zu nähern: https://www.missio-hilft.de/mitmachen/glauben-teilen/ausserordentlicher-monat-der-weltmission/