Feierliche Amtseinführung:„Türöffner“ des Domkapitels

Aachen. Mit einem feierlichen Pontifikalamt sind am Sonntag, 26. April, zwei neue Mitglieder in das Aachener Domkapitel eingeführt worden. Generalvikar Jan Nienkerke und Propst Hannokarl Weishaupt, Leiter der Innenstadtpfarrei Franziska von Aachen und stellvertretender Generalvikar, nahmen im Hohen Dom zu Aachen offiziell ihre neuen Aufgaben auf. Mit den Ernennungen ist das Kapitel nun wieder vollständig besetzt.
Der Dom war es ebenfalls. Mehrere hundert Gästen feierten die festliche Liturgie mit und freuten sich über die musikalischen Darbietungen des Mädchenchors am Aachener Dom. Die jungen Sängerinnen waren bemerkenswert wach und präsent, obwohl sie zuvor bei der „Domchornight“ in der Domsingschule übernachtet hatten.
Hauptzelebrant war Dompropst Rolf-Peter Cremer, der die Ernennungsurkunden des Bischofs übergab. Generalvikar Nienkerke sowie der zum Ehrendomherrn ernannte Monsignore Dr. Stefan Dückers erhielten im Gottesdienst das Kapitelskreuz. Hannokarl Weishaupt, der zuvor bereits nichtresidierender Domkapitular war, trug dieses bereits. Auch Pfarrer Timotheus Eller, Verantwortlicher für die City-Pastoral Aachen, erhielt seine Ernennungsurkunde zum Domvikar.
Die Predigt hielt der neue Domkapitular Nienkerke. Ausgehend vom Bild der Tür entfaltete er eine geistliche Deutung der neuen Aufgabe: Türen seien Schwellen im Leben – Orte des Übergangs, an denen sich entscheide, ob man hinein- oder hinausgehe, ob man sich etwas traue oder zögere. „Wer hindurchgeht, ist danach nicht mehr derselbe“, sagte er. Im Evangelium bezeichnet sich Christus selbst als „Tür“ – nicht als Grenze, sondern als Öffnung, als Zugang zu Gott und zu einem Leben in Freiheit.
Mit Blick auf die neuen Domkapitulare betonte Nienkerke, ihr Dienst bestehe nicht darin, „Türsteher“ zu sein, sondern selbst zu öffnen: durchlässig für das Licht Christi, einladend für Suchende, Hoffende und Zweifelnde. Kirche sei dort glaubwürdig, wo sie solche Öffnungsräume ermögliche und Menschen nicht ausschließe, sondern ihnen Wege erschließe.Viele Menschen hätten im eigenen Leben solche Erfahrungen gemacht: dass jemand eine Tür geöffnet habe – durch ein Wort, eine Geste oder einfach durch Aufmerksamkeit. Diese Erfahrung präge auch den Dienst im Domkapitel.