Trappistenabtei Mariawald wird geschlossen

Entscheidung der Kongregation für die Institute des geweihten Lebens

Abtei Mariawald (c) www,pixabay.com
Abtei Mariawald
Di 23. Jan 2018
Abt Bernardus Peeters
Die Trappistenabtei Mariawald wird geschlossen: Das hat die Kongregation für die Institute des geweihten Lebens in Rom nach reiflichen Überlegungen entschieden.

Bereits seit 2017 ist Mariawald in die Obhut der Kongregation gestellt, um eine zukunftsfähige Lösung für die Abtei zu finden. Die Entscheidung zur Schließung ist jetzt insbesondere in Fürsorge für die zehn dort lebenden Mönche getroffen worden. Sie sind im Durchschnitt 81 Jahre alt, ihre Versorgung vor Ort ist nicht mehr gewährleistet. „Für die Gemeinschaft ist es kaum mehr möglich, eigenständig im Kloster zu leben und die dort notwendigen Aufgaben zu erfüllen. Der älteste Mitbruder ist bereits 94 Jahre alt", sagt der Päpstliche Kommissar Abt Bernardus Peeters OCSO, der von der Kongregation mit der Schließung beauftragt ist. Zudem fehlt im Orden der Nachwuchs, obwohl in den vergangenen Jahren viel dafür getan wurde, die Gemeinschaft neu zu beleben. Die Einführung des außergewöhnlichen Ritus war ein guter Versuch, die Gemeinschaft zu revitalisieren, aber es hatte leider nicht die gewünschte Wirkung.

„Die Mitbrüder sind natürlich sehr traurig über die Entscheidung der Kongregation", sagt Abt Bernardus Peeters. Die Mönche der Abtei werden nach der Schließung Mariawald verlassen. Einige werden in andere Häuser des Trappistenordens gehen. Andere Mönche sind im hohen Alter auf Hilfe angewiesen und werden in ein Seniorenheim in der Umgebung umziehen. Für die zwölf Angestellten, die in der Gaststätte, der Buchhandlung, der Likörfabrik sowie der Landwirtschaft arbeiten, wird gesorgt, ein Sozialplan wurde entwickelt. Die endgültige Schließung soll im Laufe dieses Jahres erfolgen.

Für die Immobilie wird derzeit nach einer guten Lösung gesucht. „Wir haben die große Hoffnung, dass Mariawald weiterhin ein spiritueller Ort bleibt und aus der Jahrhunderte langen Tradition schöpft", sagt Abt Bernardus Peeters.

Mariawald wurde 1480 als Zisterzienserabtei gegründet. Im Jahr 1795 wurde die Abtei von den Franzosen in Besitz genommen. 1860 nahmen die Zisterzienser der Strikte Observanz (Trappisten) der französischen Abtei Oelenberg wieder Besitz von Mariawald. Im Jahr 1875 mussten die Mönche während des Kulturkampfes das Kloster verlassen. Sie konnten 1887 zurückkehren. Im Jahr 1941 zwangen die Nationalsozialisten die Mönche erneut, die Abtei zu verlassen. Sie konnten im Jahr 1946 zurückkehren. Mariawald ist die einzige Abtei für Mönche des Ordens der Zisterzienser der Strenge Observanz in Deutschland. Daneben gibt es in Deutschland noch zwei Klöster für Trappistinnen, die Abtei Maria Frieden und das Priorat Donnersberg.