115 katholische Kitas im Bistum Aachen für „Qualität aus christlicher Überzeugung“ ausgezeichnet:Meilenstein für kindgerechte Bildung

Mit einer feierlichen Abschlussveranstaltung endete in der Kulturmuschel im Brückenkopfpark Jülich am Mittwoch, 14. Oktober, das zehnjährige Projekt zur Qualitätsentwicklung katholischer Kindertageseinrichtungen im Bistum Aachen. Unter dem Motto „Qualität in Bewegung – gemeinsam, lebendig, wirksam“ erhielten 115 Kitas Anerkennung für den erfolgreichen Abschluss der anspruchsvollen Schulungsphase „QE III“. Zahlreiche Einrichtungen wurden zudem mit dem KTK-Qualitätsbrief ausgezeichnet. Insgesamt haben in den vergangenen zehn Jahren 320 Kitas das Qualitätsprogramm erfolgreich durchlaufen.
Ein Fest des Dankes und der Gemeinschaft
Der Tag begann mit einem stimmungsvollen Wortgottesdienst, den Weihbischof Karl Borsch leitete. Moderatorin Magdalena Gorecki führte durch das abwechslungsreiche Programm. Neben Improvisationstheater und interaktiven Formaten wie „Walk & Talk“, bei dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Stimmungsbilder und Impulsfragen reflektierten, stand das Engagement der pädagogischen Fachkräfte, Leitungen, Qualitätsbeauftragten und Trägervertretungen im Mittelpunkt.
Vertreterinnen und Vertreter des Bistums Aachen und der Caritas betonten die Bedeutung eines werteorientierten Qualitätsmanagements, gerade in schwierigen Zeiten. Dr. Arnd Küppers, Leiter der Hauptabteilung Pastoral, Schule, Bildung im Bischöflichen Generalvikariat, hob hervor, dass die Initiative weit über bürokratische Prozesse hinausgeht. „Bei ‚Qualität aus christlicher Überzeugung‘ geht es um die Frage: Was macht eine gute katholische Kindertageseinrichtung aus? Und die Antwort auf diese Frage beginnt beim Kind. Bei jedem einzelnen Kind, das wir als eigenständige Persönlichkeit mit seiner von Gott gegebenen Würde und in seiner Gottebenbildlichkeit wahrnehmen.“
Diözesan-Caritasdirektor Stephan Jentgens unterstrich die Rolle katholischer Kitas als soziale Ankerpunkte und Wertevermittler. „Die Kirche schafft mit ihren Haltungen und Werten etwas, das der Staat allein nicht leisten kann: den Kitt der Gesellschaft, Orientierung in schwierigen Zeiten.“ Er nannte die Kitas „Kristallisationspunkte für Solidarität“ in Gemeinden und Stadtteilen.
Verlässlichkeit im Kita-Alltag
Vanessa Körfer, Leiterin des Fachbereichs Kindertageseinrichtungen im Bischöflichen Generalvikariat, würdigte den zweijährigen Schulungsprozess. Die Einführung einheitlicher Standards habe die Teams vor große Herausforderungen gestellt, zahle sich aber im Alltag aus. „Das gelingt nur mit Engagement: Träger, die Verantwortung übernehmen, Leitungen, die für Qualität brennen, Qualitätsbeauftragte, die unterstützen und Teams, die Qualität mit Kindern und Familien leben.“ Einheitliche Abläufe auf Basis des Bistumsrahmenhandbuchs (BiRHB) böten den Teams Orientierung – besonders bei personellen Engpässen oder hoher Belastung.
„Alles hat ein Ende nur QM hat keins“
Das Qualitätsentwicklungsprojekt, eine gemeinsame Initiative des Bistums Aachen und des Diözesan-Caritasverbandes, zieht nach zehn Jahren eine beeindruckende Bilanz. Seit 2016 wurden rund 320 Einrichtungen in vier Schulungsphasen begleitet. Die Projektleiterinnen Petra Daun (Diözesan-Caritasverband) und Doris Jung (Bischöfliches Generalvikariat) erinnerten an die Herausforderungen – von straffen Zeitplänen bis zur Corona-Pandemie – und ermutigten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Mit einem Augenzwinkern gaben sie den Teams ein bewährtes Motto mit auf den Weg: „Vor dem Audit ist nach dem Audit. Denn: Alles hat ein Ende nur QM hat keins.“
Blick nach vorn
Mit dem Abschluss der Schulungsphase III verfügen nun alle beteiligten Kitas im Bistum Aachen über einen einheitlichen Wissensstand. Auch künftig werden das Bistum und der Caritasverband die Teams mit digitalen Selbstlernplattformen, Fortbildungen und Austauschrunden unterstützen.