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Allerheiligen öffnet den Blick über das Hier und Jetzt hinaus.:Erinnerung daran, dass wir verbunden bleiben mit denen, die verstorben sind

Der Feiertag lädt ein, innezuhalten und die Hoffnung zu spüren, dass Liebe und Erinnerung über den Tod hinaus Bestand haben.
Grablicht mit roter Kerze steht auf einem Grab, umgeben von Blumen und Pflanzen.
Datum:
Mi. 28. Okt. 2026
Von:
Abteilung Kommunikation

Was wird an Allerheiligen gefeiert?

Am 1. November erinnert die katholische Kirche an alle Heiligen: an die bekannten wie Franziskus, Hildegard von Bingen oder Mutter Teresa, aber auch an die unzähligen Menschen, die nie offiziell heiliggesprochen wurden und deren Namen nur Gott kennt.

Dahinter steht ein ungewohnter Gedanke: Heilige sind nach katholischem Verständnis keine Superhelden oder fehlerlosen Menschen. Es sind Männer und Frauen, die versucht haben, ihr Leben auf Gott hin auszurichten, mit Zweifeln und Fehlern, und die nach christlichem Glauben nun bei Gott vollendet sind. Die Kirche sieht in ihnen Vorbilder und Freunde im Glauben. Man betet nicht zu ihnen wie zu Gott, sondern bittet sie um ihre Fürsprache, ähnlich wie man einen Freund bittet: „Denk an mich in deinen Gebeten.“

Allerheiligen sagt auch: Heiligkeit ist nicht nur etwas für Ausnahmemenschen. Nach christlicher Überzeugung ist jeder Mensch zu einem Leben mit Gott berufen.

Und Allerseelen?

Am 2. November folgt Allerseelen. Hier gedenkt die Kirche der Verstorbenen. Katholiken beten für sie und besuchen die Gräber. Deshalb werden um diese Tage Friedhöfe mit Kerzen und Blumen geschmückt. Die Idee: Die Verbindung zwischen Lebenden und Verstorbenen reißt nicht ab. Dieser Brauch geht auf Abt Odilo von Cluny zurück, der ihn im Jahr 998 in seinen Klöstern einführte.

Wie hängt Halloween damit zusammen?

Der Name verrät es schon. Halloween ist eine Kurzform von „All Hallows’ Eve“, dem „Abend vor Allerheiligen“. „Hallow“ ist ein altes englisches Wort für „heilig“. Halloween bedeutet also ursprünglich: der Vorabend des Festes der Heiligen. Das ist dasselbe Prinzip wie bei Heiligabend vor Weihnachten.

Und die Kelten?

Oft heißt es, Halloween sei ein „heidnisches Fest“ und gehe auf das keltische Samhain zurück. Das ist nicht ganz falsch, aber vereinfacht. Dass die Kelten um den 1. November ein Fest feierten, ist belegt. Wie stark es die heutigen Bräuche geprägt hat und ob Allerheiligen bewusst darübergelegt wurde, ist unter Historikern umstritten. Als Allerheiligen im Jahr 835 für die ganze Kirche verbindlich auf den 1. November gelegt wurde, geschah das im Frankenreich, wo keltische Bräuche kaum eine Rolle spielten. Wahrscheinlich ist beides zusammengeflossen: ältere Volksbräuche und christliche Feste.

Wie wurde aus dem Vorabend ein Gruselfest?

Irische und schottische Auswanderer brachten ihre Bräuche im 19. Jahrhundert nach Nordamerika. Dort wurde Halloween zu einem bunten Volksfest, das später stark kommerzialisiert wurde.

Liturgische Angebote & Gedenken im Bistum Aachen

  • Gräbersegnungen und Messfeiern: In den Pastoralen Räumen des Bistums Aachen finden am 1. und 2. November flächendeckend feierliche Hochämter sowie die traditionellen Gräbersegnungen auf den Friedhöfen statt. Regionale Zeiten und Orte lassen sich detailliert über die die jeweiligen Webseiten der Pfarrei abfragen oder Sie finden diese im Pfarrbrief.
  • Konzert zu Allerseelen: In der Kirche Herz Jesu (Aachen) findet am 2. November ein besonderes geistliches Konzert statt. Unter dem Titel „Requiem und Passion“ erklingen Vertonungen des Pie Jesu (u.a. von Fauré und Lloyd Webber)
  • Zielgerichtete Trauerangebote: Die Trauerseelsorge des Bistums Aachen veranstaltet rund um diese Tage spezielle Treffen. Am 1. November zum Beispiel die musikalisch-meditative Andacht „Wann kommst du, mein Heil?“ oder am 2. November ein solidarisches Angebot für verwaiste Eltern.

Tröstende Impulse und Gedanken
Wenn Sie an diesen Tagen der Trauer begegnen oder still eines lieben Menschen gedenken, können folgende spirituelle Perspektiven Trost spenden:

  • Das Leben als vollendetes Mosaik:
    Ein Mosaik besteht aus unzähligen kleinen, gebrochenen Steinen. Jeder Stein für sich hat Ecken, Kanten oder wirkt unvollständig. Erst in der Hand des Künstlers – und im Rückblick auf ein ganzes Leben – fügen sich die glanzvollen Tage ebenso wie die dunklen, zerbrochenen Fragmente zu einem einzigartigen, wertvollen Gesamtbild zusammen. Die Erinnerung an unsere Verstorbenen ist wie das Betrachten dieses nun fertigen Mosaiks.
  • Trost im „Mit-Verbindung-Bleiben“: Der Trauerprozess bedeutet nicht, das Vergessen zu lernen, sondern eine neue Form der Verbindung zu finden. Allerheiligen und Allerseelen laden dazu ein, die „Gemeinschaft der irdischen mit der himmlischen Kirche“ zu spüren. Die Liebe und die Spuren, die ein Mensch hinterlassen hat, bleiben als lebendiger Teil in unserem eigenen Alltag wirksam.
  • Die Zusage des Trostes (Mt 5,4): Das Evangelium zu Allerheiligen erinnert an die Bergpredigt: „Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.“ Dies ist kein Vertrösten auf ein späteres Jenseits, sondern das Versprechen, dass Gott gerade in den Momenten der tiefsten Dunkelheit und des Schmerzes spürbar nahe sein möchte.

Gesprächsangebot

Wenn Sie jemanden brauchen, der Ihnen zuhört, können Sie sich an die Telefonseelsorge wenden. Sie ist ein Gesprächs- und Beratungsangebot bei Tag und bei Nacht.