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„Worldwide Candle Lighting“ 2025 in der Dürener Marienkirche:„Dein Stern wird immer leuchten!“

Hoffnung spenden
Datum:
Di. 2. Dez. 2025
Von:
Abteilung Kommunikation

Jedes Jahr am zweiten Sonntag im Dezember leuchten weltweit besondere Kerzen. An diesem Tag erinnern sich Angehörige und Freunde an ihre verstorbenen Kinder, Geschwister und Enkel. Um 19 Uhr entzünden sie für jedes Kind eine Kerze. In Düren organisiert der Verein Lebens- und Trauerhilfe Düren e.V. diese Aktion. Jährlich um 18.30 Uhr lädt er an diesem Tag zu einem Gottesdienst für trauernde Eltern ein. „In diesem Jahr lautet das Thema ‚Dein Stern wird immer leuchten‘“, sagt Trauerbegleiterin Silke Jansen aus dem Vorbereitungsteam. Sie versteht, wie es betroffenen Eltern geht, denn sie arbeitete 17 Jahre in einer gynäkologischen Praxis und erlebte oft, wie Patientinnen nach einer Fehlgeburt oder dem Tod ihres Kindes fühlten. Vor 20 Jahren verlor sie selbst ein Kind. „Als betroffene Mutter kann ich das besser nachvollziehen als ein Außenstehender. Ein Kind zu verlieren ist etwas ganz anderes“, betont Silke Jansen.

Im Jahr 2019 absolvierte sie die Ausbildung zur Trauerbegleiterin. Mit ihrem Engagement unterstützt sie Menschen in Trauersituationen und gibt ihnen Mut und Hoffnung. „Besonders Eltern von Sternenkindern berichten, dass manchmal die Sensibilität in der Verwandtschaft oder im Freundeskreis fehlt. Wenn es dann nach einiger Zeit heißt: Jetzt muss es aber langsam mal gut sein. Trauerwege sind ganz individuell. Wir begleiten trauernde Eltern auf ihrem Weg so, wie sie es brauchen. Wir sind zum Reden da oder hören einfach nur zu. „Fünf ehrenamtlich Engagierte gehören zum Vorbereitungsteam des Gottesdienstes. Jedes Jahr stimmen sie Lieder und Texte thematisch auf die Trauersituation der rund 90 teilnehmenden Eltern ab. Dabei kommen nicht nur Eltern von Sternenkindern in die Dürener Marienkirche, sondern auch Eltern von verstorbenen Kindergarten-, Schul- oder erwachsenen Kindern sowie ganze Familien. 

Zu Beginn des Gottesdienstes erinnern die Teilnehmer an die Zeit mit ihren Kindern. „Wir hatten mit ihnen gute Zeiten, auch wenn sie uns früher verlassen mussten. Denn selbst jeder kleine Mensch, jede kleine Fehlgeburt, jede kleine Todgeburt, jedes Kind gibt einem doch schon etwas mit“, betont Silke Jansen.

Das Vorbereitungsteam hat festgestellt, dass verwaiste Eltern und Familien besonders vor Weihnachten einen Ort und eine Zeit für ihre Trauer brauchen. In diesem Jahr können Besucherinnen und Besucher einen Stern mit dem Namen des Kindes beschriften. Auf Wunsch liest man die Namen im Gottesdienst vor. Für jedes Kind zündet man eine Kerze an, hält sie eine Weile in der Hand und bringt sie dann mit dem Stern nach vorne. „Da fließen bei vielen Besuchern die Tränen. Manche weinen schon, wenn sie die Kirche betreten. Das ist ganz unterschiedlich“, erinnert sich die Trauerbegleiterin. Tiefgehende Texte und berührende Musik schaffen eine ruhige, besondere Stimmung, die in der christlichen Hoffnung auf ein Wiedersehen bei Gott mündet. Viele Teilnehmer bedanken sich am Ende des Gottesdienstes, weil er ihnen gutgetan hat. Andere gehen sofort hinaus. „Die sind dann fertig mit der Welt. Da muss jeder seinen eigenen Weg gehen“, weiß Silke Jansen. „Das Leben geht weiter, ob mit oder ohne Kind. Es geht sicherlich anders weiter. Aber es geht weiter. “ 

Die Initiative startete 1996 durch den amerikanischen Verein verwaister Eltern, die „Compassionate Friends". Dieser Verein entstand ursprünglich in England aus einer Selbsthilfegruppe von Eltern, die ihre Kinder verloren hatten. Jedes Jahr am zweiten Sonntag im Dezember stellt man Kerzen von außen gut sichtbar ans Fenster. Durch die Zeitverschiebung erlöschen die Kerzen in einer Zeitzone und werden in der nächsten entzündet. So entsteht der Eindruck einer Lichterwelle, die in 24 Stunden einmal um die Erde wandert. „That their light may always shine“ oder auf Deutsch „Möge ihr Licht für immer scheinen“, ist die Grundidee hinter dieser Lichterwelle zum Worldwide Candle Lighting.