Krefelder Museum „Haus der Seidenkultur“:Crowd-Funding-Aktion sichert wertvollen Chormantel

Krefeld. Ein reiner Zufall schickte die Mitarbeiter aus dem Krefelder Museum „Haus der Seidenkultur“ (HdS) auf Spurensuche. Dabei bitten sie um Hilfe. „Wenn die Leserinnen und Leser der Kirchenzeitung etwas zu den Geschehnissen wissen, bitte melden“, sagen HdS-Vorsitzender Alexander Werner und Pressesprecher Dieter Brenner. „Es geht um einen wertvollen Chormantel. Wir haben ihn mittlerweile in unserem Museum, das sich in der früheren Paramenten-Weberei Hubert Gotzens befindet, ausgestellt. Fragen nach seiner Herkunft sind noch offen. Wir möchten sie beantworten können.“
Der Reihe nach: Die Geschichte nahm ihren Anfang in der Trödel- und Antiquitätenshow „Bares für Rares“ im ZDF. Dabei können ausgewählte Gäste ihre mitgebrachten Raritäten, Kuriositäten oder Antiquitäten von Expertinnen und Experten schätzen lassen und diese anschließend einem wechselnden Händlerpodium zum Kauf anbieten.
Brenner: „Dort trat ein Ehepaar aus Recklinghausen auf und brachte einen golden schimmernden Chormantel mit dem Motiv des Pelikans und sehr schön gestickten Blumenmotiven auf dem Rücken mit, den es auf dem Dachboden gefunden hatte. Der Hausherr fand ihn auch schön und trug ihn dann bei Reiterspielen vor Publikum, erzählte er in der Sendung. Nicht lange, denn Zuschauer machten den Reiter darauf aufmerksam, dass er ein wertvolles Kleidungsstück tragen könnte.“ Das Paar brachte den Umhang nun in die Fernsehshow. „Der Kunst- und Antiquitäten-Händler in der Sendung, Thorsden Schlößner, kaufte ihn für 400 Euro. Wir schätzen, dass er einen Wert von rund 10.000 Euro hat“, sagt Brenner.
Auf Spurensuche
Der Kameraschwenk auf den Chormantel zeigte auch ein kleines eingenähtes Schild. In Gelb auf Schwarz steht hier geschrieben: „Renoviert durch die Firma Hubert Gotzens, Krefeld, Luisenstraße 15.“ Werner: „Der besondere Priestermantel muss irgendwann um 1950 in Krefeld restauriert, wahrscheinlich aber auch rund 30 Jahre früher hier im Haus hergestellt worden sein.“
Denn: In der ehemaligen Paramenten-Weberei Hubert Gotzes wurden von 1908 bis 1992 kunstvolle Textilien aus feinster Seide für die katholische Kirche gefertigt – sogenannte Paramente, die in der Liturgie verwendet werden.
Schnell entschieden sich die Verantwortlichen im Haus der Seidenkultur: „Schlößner holen wir samt Gewand nach Krefeld. So geschah es. Denn nach einem Spendenaufruf im Internet hatten sich die Reaktionen überschlagen.“ Nach mehr als 3000 Klicks verzeichneten die Museums-Betreiber auf ihrer Webseite besonders einen großzügigen Spender. Nun befindet sich der Chormantel im ersten Stock des Museums und wird dort mit anderen kirchlichen Gewändern ausgestellt und ins rechte Licht gerückt.
Jetzt stellen Alexander Werner und Dieter Brenner die Frage an die Leserinnen und Leser: „Wer kann sich an diesen Chormantel erinnern? Hinweise, dass das Exponat im Aachener Raum getragen wurde, verdichten sich.“ Wer Angaben zu dem Chormantel machen kann, melde sich per E-Mail bei besucherdienst@seidenkultur.de
