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Orgel

Orgelbau

Der Orgelbau (Neubau, Umbau, Reparaturen) berührt liturgische, künstlerische, musikalische, orgelbautechnische und denkmalpflegerische Aspekte und Fragen. Deshalb ist eine Beratung aller Beteiligten, einschließlich der kirchlichen Rechtsträger, bei der Neuanschaffung oder der Bearbeitung einer Orgel sachgerecht und geboten.

Die folgende Ordnung dient dazu, die erforderlichen Schritte bei der Planung und Durchführung eines Orgelbauvorhabens zwischen allen Beteiligten abzustimmen. 

Ordnung für Orgelbauvorhaben und Orgelreparaturen

Orgelsachverständige

Die Orgelsachverständigen sind Ihre Ansprechpartner in Fragen des Orgelbaus (Neubau, Umbau, Reparaturen). 

Bernd Godemann

Heinestr. 51
52511 Geilenkirchen

Ulrich Peters

Am Vossenweg 35
52525 Heinsberg

St. Mariä Empfängnis, Mönchengladbach-Lürrip

Geschichte der Orgel

Die Kirche St. Mariä Empfängnis wurde 1860 im neugotischen Stil erbaut. Die als 'alte Kirche' erkennbare, 2-schiffige Vorhalle wurde 1908 wesentlich erweitert und vergrößert, die heutige Orgelempore über dem Gewölbe der 'alten Kirche' eingebaut und mit einem Gewölbebogen zur neuen Kirche hin geöffnet.

Das ursprüngliche Instrument in der 'alten Kirche' stammte von den Gebr. Müller/Reifferscheid und wurde 1888 erbaut. In den Archiv-Unterlagen der Orgelfirma Klais findet sich der originale Kostenanschlag sowie ein Abnahmegutachten vom Direktor des Gregoriushauses, H. Böckeler, datiert auf den 12. Oktober 1888.  Demnach verfügte das 1888 gebaute Instrument von Müller/Reifferscheid über 2 Manuale und Pedal mit 21 klingenden Registern, wovon jedoch ein oder zwei Pedalregister bei Fertigstellung noch vakant (also nicht besetzt) waren.  Die Orgel verfügte über mechanisch gesteuerte Kegelladen, wobei diese Kegelladen nach einer Erfindung Stahlhuts „mit liegenden Ventilen“ gefertigt wurden.  Von dieser Vorgänger-Orgel sind nur noch das Orgelgehäuse, das zudem verändert wurde, und ein geringer Teil der Pfeifen erhalten. Der große Magazinbalg mit Kalkantentritt dürfte nach heutiger Erkenntnis entgegen früherer Vermutung nicht aus der Vorgänger-Orgel stammen, sondern wurde 1912 angefertigt.

Nach Erweiterung der Kirche wurde die Orgel 1912 von Johannes Klais auf die neue Empore hochgestellt und erweitert. Im Grunde handelt es sich hierbei um einen Orgelneubau unter Nutzung des Gehäuses sowie einiger Register der Vorgängerorgel.

Das Instrument von 1912 verfügte über 30 Register inklusive einer Transmission bzw. Windabschwächung, verteilt auf 2 Manuale und Pedal mit pneumatischer Traktur und den von Klais neu angefertigten Kegelladen. Die Klais-Orgel ist weitgehend original erhalten, wurde aber 1947, kurz nach dem II. Weltkrieg, von Stahlhuth/Aachen nach offensichtlichen Granateinschlägen mit einfachsten Mitteln repariert und dabei im Stil der Zeit umdisponiert. Die aufwändige Restaurierung durch Orgelbau Johannes Klais wurde mit der Begasung durch Fa. Binker 2010 eingeleitet, das Ablegen der Orgel erfolgte im Juni 2010.

Die Baumaßnahmen an der Orgel wurden im Dezember 2012 abgeschlossen, die Wiederinbetriebnahme erfolgte zum Patrozinium der Pfarrkirche am 08.12.2012  (gleichzeitig wurde die Orgel 100 Jahre alt), die Abnahmeprüfung der Orgel wurde am 27.12.2012 durch den Orgelsachverständigen des Bistums Aachen Bernd Godemann vollzogen.

Disposition Mönchengladbach-Lürrip

St. Mariä Empfängnis Mönchengladbach-Lürrip / Klais-Orgel von 1912 nach der Restaurierung durch Orgelbau Klais (Bonn) (c) Bistum Aachen