Einführung des Stiftskapitels des neu gegründeten Kollegiatstiftes 1826

Vor 200 Jahren, am Karlstag (28. Januar) 1826, wurde in Aachen das Stiftskapitel des neu gegründeten preußischen Kollegiatstiftes feierlich eingeführt. Der Gottesdienst fand im Beisein des Kölner Erzbischofs statt und setzte eine Vorgabe der päpstlichen Bulle „De salute animarum“ von 1821 um. Dieses Schreiben legte die Neuordnung der Diözesen und Kirchenprovinzen in Preußen fest und regelte die Ernennung von Bischöfen und Kanonikern. Auch die Aufhebung des napoleonischen Bistums Aachen ging damit einher, wobei sich die Abwicklung noch bis 1825 hinzog.
In einem gewissen Anschluss an das 1802 säkularisierte alte Marienstift wurde ein nunmehr preußisches Kollegiatstift in Aachen gegründet. Mitglieder des Kollegiatstifts waren der vom König nominierte Propst und sechs besonders qualifizierte Kanoniker.
Johann Matthias Claessen (1784-1839), bisher Kantonspfarrer von Geilenkirchen, war bereits am 23. Januar 1826 als erster Stiftspropst eingesetzt worden. Zur ersten Sitzung trat das Kapitel dann am 4. Februar 1826 zusammen.
Das Bischöfliche Diözesanarchiv Aachen verwahrt Unterlagen zur Geschichte des heutigen Aachener Doms und seiner Kapitel seit dem 13. Jahrhundert in drei großen Beständen: Stifts- (13. Jh. bis 1825), Propstei- (1826-1930) und Domarchiv (seit 1930). Eine Einsichtnahme ist – möglichst nach Voranmeldung – zu den Öffnungszeiten des Diözesanarchivs möglich.