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Ostern bezeuge den wirklichen Sieg Christi über den Tod:Bischof Helmut Dieser: „Ostern ist der Sieg des Lebens über den Tod“

In seiner Predigt im Hohen Dom zu Aachen beschreibt Bischof Dr. Helmut Dieser die Osterbotschaft als das „unbegreifliche Duell“ zwischen Tod und Leben.
Ostern 2026
Datum:
So. 5. Apr. 2026
Von:
Bistum Aachen - Kommunikation
  • Bischof Dr. Helmut Dieser predigt am Ostersonntag 2026 im Hohen Dom zu Aachen über das „unbegreifliche Duell“ zwischen Tod und Leben
  • Ostern bezeuge nicht bloß eine Ahnung von Leben nach dem Tod, sondern den wirklichen Sieg Christi über den Tod

Aachen. Ostern sendet die Botschaft: Der Tod hat nicht das letzte Wort. In seiner Predigt im Hohen Dom zu Aachen beschreibt Bischof Dr. Helmut Dieser die Osterbotschaft als das „unbegreifliche Duell“ zwischen Tod und Leben. Mit der lateinischen Ostersequenz „Mors et vita duello conflixere mirando: dux vitae mortuus, regnat vivus“ deutet er das Pascha-Mysterium als den Sieg des Lebenden, der durch den Tod hindurchgeht und gerade so Herr über den Tod wird. „Der Tod und das Leben kämpften einen unbegreiflichen Zweikampf“, sagte der Bischof, und genau in diesem österlichen Paradox liege der Kern des christlichen Glaubens.

Ausgehend vom Evangelium des Ostersonntags nach Johannes stellt der Bischof die Zeugen des leeren Grabes in den Mittelpunkt: Maria von Magdala, Petrus und den namenlosen Jünger, „den Jesus liebte“. Ihre Bewegung vom Entsetzen zur Hoffnung sei mehr als eine Erzählung der Vergangenheit; sie bilde das Grundmuster des Glaubens selbst. „Der namenlose Jünger sah und glaubte“, betont der Bischof und macht deutlich, dass Ostern nicht aus bloßer Ahnung, sondern aus dem Zeugnis der Auferstandenen lebt.

Eine eindrückliche Anlehnung nimmt Bischof Dieser an den „Jedermann“ bei den Salzburger Festspielen 2026. Das Drama vom Menschen, der vom Tod vor das Gericht Gottes gerufen wird, deutet der Bischof als Spiegel einer existenziellen Frage: Was trägt den Menschen angesichts des Todes? Jedermann-Darsteller Philipp Hochmair habe in einem Interview von der prägenden Kraft der katholischen Liturgie gesprochen und bedeutet, dass er auf die Frage nach der Auferstehung nicht endgültig antworten könne. Seine Formulierung, „dass noch etwas kommen könnte, glaube ich schon irgendwie“, nimmt der Bischof als Ausdruck eines tastenden Suchens auf. Dagegen stehe die Klarheit des Osterglaubens.

„Irgendwie aber wäre es niemals zum Osterglauben gekommen“, sagte der Bischof. Gerade hier zeige sich die Grenze aller bloßen Ahnung: Der „Jedermann“ stehe für den Menschen an der Schwelle, für das Fragen zwischen Angst und Hoffnung, Endlichkeit und Verheißung. Ostern aber gehe darüber hinaus. Es bezeuge nicht nur, dass „noch etwas kommen könnte“, sondern dass Christus wirklich den Tod überwunden hat. Der christliche Glaube lasse den Menschen nicht im Ungewissen, sondern rufe ihn in die Gewissheit hinein, dass der Tod nicht das letzte Wort behält.

Für Bischof Dieser gründet der Osterglaube auf Zeugenschaft: auf der Heiligen Schrift, auf der Tradition der Kirche und der Liturgie, in der die Gläubigen in das österliche Geschehen mit hineingenommen werden. In der Eucharistie werde die Hingabe Jesu vergegenwärtigt; in der Osterkommunion empfingen die Gläubigen den „Fürsten des Lebens“ selbst und würden in sein bereits entschiedenes Heil hineingezogen.

Zum Abschluss zitierte Dieser ein Wort seines Vorgängers Bischof Klaus Hemmerle:

„Ich wünsche dir Osteraugen, die im Tod bis zum Leben, in der Schuld bis zur Vergebung, in der Trennung bis zur Einheit, in den Wunden bis zur Herrlichkeit, im Menschen bis zu Gott, in Gott bis zum Menschen, im Ich bis zum Du zu sehen vermögen.“