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Ökumenische Notfallseelsorge:Zur Begrüßung gibt es Energieriegel, Taschentücher und Geduldsfäden

Thilo Esser wird als katholischer Koordinator der ökumenischen Notfallseelsorge in der Städteregion Aachen eingeführt.
Applaus für Koordinator bei der Beauftragung von Thilo Esser
Datum:
Fr. 30. Jan. 2026
Von:
Caren Braun

Zum Christsein gehört es unbedingt dazu, Menschen in Not nicht alleine zu lassen. Davon ist Thilo Esser überzeugt. Seine neue Tätigkeit als katholischer Koordinator der ökumenischen Notfallseelsorge dreht sich genau darum: Dafür zu sorgen, dass Menschen in akuten Krisen, bei Schockereignissen, Todesfällen oder anderen extrem belastenden Situationen Unterstützung und Beistand erfahren. Offiziell wurde er am Freitag vergangener Woche mit einem Gottesdienst in der Kirche St. Gregorius in Aachen in sein Amt eingeführt. 

Alle Menschen verdienen Hilfe und können selbst helfen

Thilo Esser hält die Predigt.

In seiner Predigt sprach Esser über das Gleichnis vom barmherzigen Samariter und bezog dies auf die Arbeit der Notfallseelsorge heute. „Es kommt auf den Menschen an, ohne Ansehen der Person. Das ist Christsein ganz konkret“, sagte er dabei. „Alle Menschen, ganz gleich welcher Religion oder welchen Alters, welchen Geschlechts oder sozialen Standes verdienen Hilfe, und genau so ist jede und jeder von uns in der Lage, in der konkreten Situation das Gute zu tun und zu helfen.“ 

Schon früher Erfahrung in der Notfallseelsorge gesammelt

Thilo Esser ist Germanist, Erziehungswissenschaftler und promovierter Theologe. Geboren und aufgewachsen im Ruhrgebiet, studierte er in Münster und arbeitete zunächst  als Pastoralreferent in Essen und Duisburg, bevor er zum Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ in Aachen wechselte, wo er lange den Bereich Inland leitete. Die Arbeit bei der Notfallseelsorge sei aber nicht neu für ihn, sagte Esser nach seiner Einführung. Schon in Duisburg sei er auch in diesem Feld tätig gewesen. 

Thilo Esser tritt in große Fußstapfen

Rita Nagel ist schon seit Januar 2014 als katholische Koordinatorin der Notfallseelsorge tätig und geht im Sommer in den Ruhestand.

Ein halbes Jahr wird der neue Koordinator jetzt von der bisherigen Stelleninhaberin Rita Nagel eingearbeitet. Rita Nagel ist seit 2001 in der Notfallseelsorge der Städteregion Aachen aktiv, seit 2014 in leitender Position. Am 27. Juni wird sie jedoch in den Ruhestand gehen. „Die ersten Begegnungen mit den Ehrenamtlichen der Notfallseelsorge waren schon sehr ermutigend und haben viel Freude gemacht auf das, was kommt“, sagte Thilo Esser, „und die Gespräche mit Rita Nagel haben mich ebenfalls überzeugt.“ Eine Herausforderung könne es zwar sein, „in ihre großen Fußstapfen zu treten“, meinte er lachend, aber dies halte ihn nicht ab. 

„Wir spüren hier eine Lücke“

Die Notfallseelsorge der Städteregion Aachen wird gemeinsam vom Katholischen Bistum Aachen und vom Evangelischen Kirchenkreis Aachen getragen und von der Städteregion Aachen mitfinanziert. Aufgrund von Personalwechseln ist die Stelle der evangelischen Leitung aktuell vakant und wird von Rita Nagel mitversehen.  Nun wird eine neue evangelische Leitungsperson gesucht, die mit Thilo Esser gemeinsam die Koordination übernimmt. „Wir spüren hier eine Lücke und wünschen uns so bald möglich die Nachbesetzung“, betonte der Vorsitzende des Kuratoriums der Notfallseelsorge, Matthias Quarch. Das Leitungsgremium des Kirchenkreises sei dabei, die Voraussetzungen dafür zu schaffen.

Inspiriert auch von protestantischen Personen

Auch Thilo Esser wünscht sich ein evangelisches Pendant an seiner Seite, denn die ökumenische Zusammenarbeit sei ihm ein großes Anliegen, wie er sagt. „In meinem Leben waren auch protestantische Personen für mich sehr inspirierend, und die ökumenische Trägerschaft der Notfallseelsorge ist für mich ein sehr großer Pluspunkt.“

Ganz viel Herzlichkeit im Begrüßungsgeschenk

Andreas Dovern, Leiter Brandschutz, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz bei der Städteregion Aachen, würdigte die Arbeit der Notfallseelsorge und betonte, dass diese Verlässlichkeit, Sicherheit und Rückhalt in schwierigen Situationen gebe. Patrick Philipp, Referent für Notfallseelsorge im Bischöflichen Generalvikariat, sprach Grüße im Namen des Bistums Aachen aus. (Foto: C. Braun) Patrick Philipp, Referent für Notfallseelsorge im Bischöflichen Generalvikariat, sprach Grüße im Namen des Bistums Aachen aus. Die Ehrenamtlichen Therese Mauer und Charlotte Harz überreichten Thilo Esser den praktischen und lustigen Notfall-Beutel. (Foto: C. Braun) Die Ehrenamtlichen Therese Mauer (Mitte) und Charlotte Harz überreichten Thilo Esser den praktischen und lustigen Notfall-Beutel.

Unter den Ehrenamtlichen, die in der Notfallseelsorge jedes Jahr ausgebildet werden und dann im Einsatz sind, befinden sich ebenfalls sowohl katholische als auch evangelische Personen. Für den neuen Koordinator hatten sie sich ein besonderes Begrüßungsgeschenk ausgedacht: Einen roten Notfallbeutel mit lauter praktischen, aber auch humoristisch gemeinten Gegenständen, die ihm bei seiner zukünftigen Arbeit helfen sollen, darunter Traubenzucker und Beruhigungstee, eine Kerze und Notfall-Schokolade, Geduldsfäden („falls mal einer reißt“), Trostpflaster und Taschentücher („für alle Gefühle – auch deine“), Handcreme („für das Fingerspitzengefühl“) und ein Entspannungsbad zu Regeneration. Thilo Esser freute sich sichtlich über dieses liebevoll zusammengestellte Paket und sagte: „Ich merke, ganz viel Herzlichkeit ist hier auch drin. Ich freue mich wirklich sehr auf die Zusammenarbeit mit euch allen!“