„Wir können fachlich entspannt in die Zukunft schauen.“

„Qualität aus christlicher Überzeugung“ heißt ein Projekt von Bistum Aachen und Caritasverband im Bistum Aachen. Die Verleihung von Qualitätsbriefen und eines Gütesiegels markierte den Abschluss für alle Erzieherinnen und Erzieher, die bislang das Programm durchlaufen haben. (c) Bistum Aachen / Heike Lachmann
„Qualität aus christlicher Überzeugung“ heißt ein Projekt von Bistum Aachen und Caritasverband im Bistum Aachen. Die Verleihung von Qualitätsbriefen und eines Gütesiegels markierte den Abschluss für alle Erzieherinnen und Erzieher, die bislang das Programm durchlaufen haben.
Datum:
Do. 18. Jan. 2024
Von:
Stabsabteilung Kommunikation

Im Januar 2020 folgte ein zweites Projekt mit 131 Einrichtungen. Anfang 2020 machten sich weitere 27 Einrichtungen auf den Weg. Ein dritter Kurs steht in den Startlöchern. Gemeinsam mit Sabine Bischof, Leiterin der Abteilung Bildung und Seelsorge mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Bischöflichen Generalvikariat, Virginia Bertels, Referentin im Bereich Tageseinrichtungen für Kinder und Elke Fabry, Stellvertretende Fachbereichsleitung im Bereich Tageseinrichtung für Kinder, haben wir über das Projekt „Qualität aus christlicher Überzeugung“ und die Qualitätsstandards der katholischen Tageseinrichtungen für Kinder im Bistum Aachen gesprochen.

Abteilungsleiterin Sabine Bischof ist stolz darauf, im bundesweiten Vergleich ganz vorne mit dabei zu sein. (c) BIstum Aachen / Andreas Steindl
Abteilungsleiterin Sabine Bischof ist stolz darauf, im bundesweiten Vergleich ganz vorne mit dabei zu sein.

Was haben Sie mit dem Projekt erreicht?

Sabine Bischof: Als eines der größten Qualitätsentwicklungsprojekt für Tageseinrichtungen in Deutschland haben wir in Aachen ein Qualitätsverfahren für die katholischen Träger und ihre Einrichtungen initiiert, aufgebaut und in einem Rahmenhandbuch ‚Qualität aus christlicher Überzeugung‘ entwickelt und verankert. Im bundesweiten Vergleich sind wir ganz vorne mit dabei. Darauf können wir stolz sein. Wir können fachlich entspannt in die Zukunft schauen. Kitas, die daran teilgenommen haben, entwickeln ihre fachlich gute Qualität kontinuierlich weiter. Das ist ein gutes Zeichen gegenüber den Kommunen und politischen Partnern.

Was beschäftigt Sie aktuell?

Sabine Bischof: Natürlich beschäftigt uns auch das Thema Fachkräftemangel. Wir stellen uns immer wieder die Frage, wie wir junge Menschen für den Bereich frühkindliche Bildung begeistern können. Wir müssen einiges bieten, auch im Bereich des Glaubens. Indem wir übertragen, was christlicher Glaube für die heutige Zeit bedeutet. Darin bilden wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gezielt fort.

Referentin Virginia Bertels hat das Qualitätsverfahren maßgeblich vorangebracht. (c) Bistum Aachen - Andreas Steindl
Referentin Virginia Bertels hat das Qualitätsverfahren maßgeblich vorangebracht.

Welche Themen umfasst das Projekt?

Virginia Bertels: Das Bistumsrahmenhandbuch umfasst Qualitätsbereiche für die Umsetzung eines professionellen und dienstleistungsorientierten Qualitätsverfahrens. Dies hat viel mit klaren Prozessabläufen zu tun. Die pädagogischen Fachkräfte haben in den Schulungen im QE-Projekt den Auftakt gemacht, ihre systematische, werteorientierte Qualitätsentwicklung anzuwenden. Jetzt im Anschluss beginnt die praktische Umsetzung, die Implementierung. Durch die Bearbeitung und Diskussion mit allen Beteiligten, schriftlichen Fixierung, anschließender Umsetzung, ständigen Weiterentwicklung und Evaluation in jeder einzelnen Kindertagesstätte werden sich Profile schärfen und Qualitätsstandards deutlich werden.

Die Qualifizierung kommt dabei allen zu Gute: also den Kindern, Eltern, dem Personal und dem Träger. Klare Abläufe und festgelegte Qualitätsstandards führen zu Sicherheit im Handeln, erhöhen die Professionalität und ermöglichen eine größtmögliche Transparenz. Dies schafft eine Identifikation mit der eigenen Arbeit und der Einrichtung, die nach außen ausstrahlt.

Laut Elke Fabry werden 2026 voraussichtlich 300 Einrichtungen den Prozess durchlaufen haben. (c) Bistum Aachen - Andreas Steins
Laut Elke Fabry werden 2026 voraussichtlich 300 Einrichtungen den Prozess durchlaufen haben.

Was war die größte Herausforderung und was hat Sie besonders beeindruckt?

Sabine Bischof: Der große persönliche Einsatz der Mitarbeitenden und Trägervertreter. Das Projekt in einer Einrichtung umzusetzen, bedeutet eine Menge Arbeit. Man muss einfach sagen, diese Schulungsgruppen, die jetzt ihren Abschluss gefeiert hat, das sind Leitungen, Erzieherinnen und Erzieher, die das Qualitätsverfahren trotz der Corona-Pandemie durchlaufen haben. Es sind starke Fachkräfte, die sich in dieser schwierigen Situation nicht zurückgezogen haben, sondern die Qualifizierung ihrer Einrichtung nach vorne gebracht haben.

Elke Fabry: Mit der Abschlussveranstaltung im Aachener Eurogress wollten wir den vielen engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unseren Dank und unsere Wertschätzung für ihre geleistete Arbeit ausdrücken. Es war spürbar, dass das Qualifizierungsverfahren viele Einrichtungen und ihre Träger in einen guten Austausch miteinander gebracht hat. Es herrschte eine super Stimmung und es wurde deutlich, dass man bei aller Individualität der Einrichtungen dieses Projekt als große Gemeinschaft geschafft hat. Das war schön ansehen und mitzuerleben.