Bischöfliche Schulen:Hohe Nachfrage und werteorientierte Bildung

Aachen. Seit Jahren unverändert hohe Zahlen: Auch für das Schuljahr 2026/27 haben viele Eltern ihre Kinder für die Bischöflichen Schulen im Bistum Aachen angemeldet.
Als Schulen in privater Trägerschaft können die Bischöflichen Schulen ihr Schulleben frei gestalten. Ihr Bildungsangebot verbinden sie mit einem stabilen Wertefundament und einem Fokus auf Gemeinschaft. Für Carsten Gier, Leiter der Abteilung Schule und Hochschule im Bischöflichen Generalvikariat, ist das der Hauptgrund für die hohe Nachfrage. „An den Bischöflichen Schulen sehen wir den Menschen ganzheitlich. Es geht nicht nur um Kompetenzen und das Vermitteln von Wissen. Wir geben Werte weiter, entwickeln mit den Schülerinnen und Schülern Gemeinschaftssinn. Kurz: Wir schaffen zusätzlich zur fachlichen eine sozial-emotionale Kompetenz.“ Dazu trägt bei, dass die Bischöflichen Schulen gezielt das gesellschaftliche Engagement ihrer Schüler fördern – zum Beispiel durch die 72-Stunden-Aktion, das Sammeln von Lebensmittelspenden für die Tafel oder Lesepartnerschaften in Seniorenheimen. Positiv ist auch das Verhältnis von Lehrkräften zu Schülern. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der Lehrerinnen und Lehrer im Dienst des Bistums um 35 gestiegen.
Einen großen Stellenwert nimmt an den Bischöflichen Schulen die Demokratiebildung ein. Die Schüler lernen, sich kritisch und konstruktiv an Diskursen zu beteiligen, bereiten sich so auf die spätere akademische oder berufliche Laufbahn vor. „Demokratisches Miteinander basiert auf drei Grundsätzen: Respekt, Nächstenliebe und der Würde des Menschen. Diese drei Grundsätze sind christlich geprägten Schulen ins Stammbuch geschrieben“, erläutert Gier, der selbst mehr als 20 Jahre Lehrer an der Liebfrauenschule Eschweiler war. Zwischen Diskursoffenheit und christlicher Werteorientierung sieht Gier keinen Widerspruch. Ganz im Gegenteil: „Ich spreche gerne von der Freiheit zum Glauben. Wir machen den Schülerinnen und Schülern mit dem christlichen Welt- und Menschenbild ein Angebot. Und am Ende überlassen wir es ihnen, was sie daraus machen.“
Die Bischöflichen Schulen haben das Ziel, allen Interessierten auch einen Platz anzubieten. An wenigen Schulen ist die Nachfrage allerdings deutlich größer als die vorhandenen Möglichkeiten – so zum Beispiel an der Maria-Montessori-Gesamtschule (120 Anmeldungen) und der Maria-Montessori-Grundschule (108 Anmeldungen) in Krefeld. An beiden Schulen gab es rund doppelt so viele Interessenten wie Plätze. Gier führt dies auf das gute pädagogische Profil der Montessori-Schulen zurück. Auch an der Bischöflichen St.-Angela-Schule Düren wurden mehr Anmeldegespräche geführt als Schüler und Schülerinnen aufgenommen werden können. Angemeldet sind jeweils 92 Kinder für die neuen Jahrgänge von Gymnasium und Realschule.
An anderen Bischöflichen Schulen war die Nachfrage nach Plätzen ebenfalls hoch:
· Albert-Magnus-Gymnasium Viersen: 118 Aufnahmen. Hier ist die Zahl der Anmeldungen im Vergleich zum Vorjahr gleich geblieben.
· Clara-Fey-Schule Schleiden: Das Gymnasium startet mit drei Klassen in die 5. Jahrgangsstufe (87 Aufnahmen). Die Realschule bleibt mit 56 neuen Schülern zweizügig.
· Marienschule Mönchengladbach: Die Zahl der Anmeldungen sinkt leicht. 110 Schüler verteilen sich auf vier neue fünfte Klassen.
· Pius-Gymnasium Aachen: Mit 102 Aufnahmen steigt die Schülerzahl in der 5. Jahrgangsstufe deutlich im Vergleich zum Vorjahr.
· St.-Ursula-Gymnasium Geilenkirchen: Die Nachfrage bleibt mit 149 Anmeldungen hoch, verringert sich aber im Vergleich zu 2025 leicht.
· Liebfrauenschule Eschweiler: Auch hier steigen die Anmeldezahlen weiterhin. Aktuell liegen sie bei 120.
· Liebfrauenschule Mönchengladbach (Berufskolleg): Bisher wurden 131 Schüler aufgenommen.
· Marienschule Aachen: Der Bedarf an Förderschulplätzen übersteigt weiterhin deutlich das Angebot, Plätze werden hier auch unterjährig besetzt.
Für die Bischöfliche Mädchenrealschule St. Ursula in Monschau sind keine Anmeldungen möglich. Die Schule läuft zum Sommer 2028 aus.
Leitbild „Bildung ermöglichen. Schule gemeinsam gestalten“
Unter dem Titel „Bildung ermöglichen. Schule gemeinsam gestalten“ gibt es seit 2018 im Bistum Aachen ein gemeinsames Leitbild aller Bischöflichen Schulen. Eltern, Lehrer, Schulseelsorger und Schüler haben am Leitbild mitgewirkt. Es definiert Qualitätsstandards für die Bischöflichen Schulen und ihre Entwicklung. Das von Bischof Dr. Helmut Dieser in Kraft gesetzte Leitbild geht vom christlichen Menschen- und Gottesbild aus. Das katholische Profil der Bischöflichen Schulen durchzieht das gesamte Schulleben. Es ist nicht beschränkt auf die Schulpastoral oder auf den Religionsunterricht. Vielmehr wird es von allen Mitgliedern der Schulgemeinschaft getragen. Das Leitbild orientiert sich an zehn Leitsätzen, die den Schulen als Basis für ihre jeweiligen Schulprogramme dienen.