Heiligtümer als Navigationssystem auf dem Lebensweg

Über 300 Teilnehmer bei der ersten Biker-Wallfahrt

Biker-Wallfahrt (c) Domkapitel - Andreas Steindl
Biker-Wallfahrt
Do 3. Jul 2014
iba
Aachen, (iba) – Es war ein ungewohntes Bild in diesen Heiligtumsfahrtstagen, statt Stuhlreihen dominierten zum Gottesdienst Motorräder den Katschhof.

Über 300 Biker aus dem ganzen Bistum sowie den benachbarten Niederlanden und aus Belgien nahmen an der ersten Biker-Wallfahrt zu den Aachener Heiligtümern teil. Gestartet waren sie am Vormittag bei Motorrad Kohl, einem der Mitorganisatoren, und von da aus im Konvoi mit ihren Maschinen in die Stadt gefahren. Am Straßenrand zahlreiche Zuschauer, die die Biker mit Beifall begrüßten. Ein gelungener Brückenschlag, wie Pfarrer Hardy Hawinkels erklärte, der den Gottesdienst auf dem Katschhof zelebrierte. Er ist selbst begeisterter Biker und feiert einmal im Jahr mit vielen anderen Gleichgesinnten in Breitenbenden in der Eifel Motorradgottesdienst.

Auf dem Katschhof wurden die Biker im Namen des Domkapitels von Domkapitular Rolf-Peter Cremer begrüßt. Das Leitwort „Glaube in Bewegung" habe in den letzten Tagen viele Menschen ganz unterschiedlich in Bewegung gesetzt. „Schön, dass so viele von ihnen mit dem Motorrad gekommen sind und die Heiligtumsfahrt bereichern." Auch Pfarrer Hawinkels griff das Motto auf. „Es passt nicht nur gut zu den Bikern, sondern zu allen, die redlich mit sich und ihrem Glauben umgehen." Wir allen benötigten in unserem Leben Navigationssysteme und Leitplanken, die uns den Weg weisen. Das könnten Mitmenschen sein oder Heilige, wie die „Urtypen des Glaubens" Petrus und Paulus, deren Namenstag die Kirche an diesem Sonntag feiere. „Die Heiligtümer sind so etwas ähnliches. Wir sind alle sieben Jahre eingeladen, uns an ihnen zu orientieren." Als Heiligtum, das im Gottesdienst gezeigt wurde, hatten die Organisatoren die Windeln Jesu ausgewählt, die Dompropst Helmut Poqué den Motorradwallfahrern und den weiteren anwesenden Pilgern präsentierte. Die Windeln brächten uns Menschen Jesus so besonders nahe, weil sie das Zeichen dafür seien, dass auch er einmal ein Kind gewesen sei, wie wir alle.

Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes, der mit dem Segen für die Motorräder und ihre Fahrer endete, hatte die Band „Spirit" übernommen. Mit modernen Liedern bauten sie eine stimmungsvolle Brücke zwischen den Bikern und dem Glauben. Der ist vielen von ihnen wichtig, denn wenn man so unterwegs sei, dann brauche es schon auch den Segen von oben. „Der ist immer gut", erklärt Rosemarie Hagendorf, auf deren Sozius ein Teddybär als symbolischer Schutzengel mitfährt. Die Alsdorferin ist gemeinsam mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern dabei. „Das besondere an den Biker-Gottesdiensten sind die Texte, die Musik und die Gemeinschaft", sagt Rainer Sill, von der „Arbeitsgemeinschaft christlicher Motorradfahrer" aus Mönchengladbach. Das Miteinander hat auch Generalvikar Manfred von Holtum sehr gut gefallen, der im Konvoi als Sozius mitgefahren ist. Für ihn eine Premiere. „Ich war neugierig, das auch einmal zu erleben. War schon etwas Besonderes." (iba/Na 152/Heifa80)