Quadratisch, praktisch, gut ...

Impuls für September von Br. Lukas Jünemann cfp, Aachen

Br. Lukas Jünemann cfp (c) privat
Br. Lukas Jünemann cfp
Fr 31. Aug 2018
Ordensbüro

Quadratisch, praktisch, gut

ist nicht nur Ritter Sport Schokolade. Nein, auch ein alter Bekannter, dessen Brief, besser Auszüge daraus, als zweite Lesung an den kommenden Septembersonntagen vorgelesen werden. „ Jakobus, Knecht Gottes und Jesu Christi, des Herrn“ (Jak 1,1) greift in seinem Brief viele Aspekte auf, die christliche Gemeinden auch heute bedenken sollten. Finde ich zumindest. Personenkult (2, 1 ff), geschwisterliche Haltung und Tun (2,14 ff), Warnungen vor Zwietracht (4,1) und Mahnung zu Geduld (4,7 ff), der Hinweis auf die Kraft des Gebetes (5,13 ff) sind damals wie heute Themen. Der Verfasser, der ganz in der jüdischen Tradition wurzelt, hatte Christen vor Augen, deren Eifer nachließ. Vor allem ruft Jakobus in Erinnerung, dass zum Glauben die Tat der Nächstenliebe unbedingt hinzugehört (2,26). Ein, wie ich meine, heute immer wichtigerer werdender Appell zur caritativen Nächstenliebe, die von der Gottesliebe nicht zu trennen ist (vgl. Mk 12.33). Im Spannungsbogen Glauben und Tat müssen sich die Christen (aller Zeiten) bewähren. Aus den vier neutestamentlichen Lesungsabschnitten der nächsten Sonntage habe ich jeweils einen Satz herausgesucht und ihn mit einem Impuls verbunden.

02.09.2018: Nehmt euch das Wort zu Herzen, das in euch eingepflanzt worden ist (Jak 1,21b). Das Wort, ER, (vgl. Joh 1,1-3) ist in mich eingepflanzt, nahe, berührt mich, treibt mich, wächst. Es bringt in mir und durch mich Frucht. Sie zeigt sich in Taten und speist den anderen nicht mit billigen Worten ab (Jak 2,16).

09.09.2018: Hat Gott nicht die Armen in der Welt auserwählt (Jak 2,5). Gott liebt die Armen einfach so (vgl. Lk6, 20). Sie sind selig. Meine Zuordnung?

16.09.018: Ich zeige dir meinen Glauben aufgrund von Werken (Jak 2,18b). Für mich und alle im caritativen Dienst eine wunderbarer Zuspruch. Glaube wächst durch mein Werk der Barmherzigkeit (vgl. Mt 25,31 ff). Natürlich: Glauben führt zur Nächstenliebe. Nach Jakobus gibt’s auch den umgekehrten Weg. Durch Tun zum Glauben.

23.09.018: Doch die Weisheit von oben ist erstens heilig, sodann friedlich, freundlich, gehorsam und reich an guten Früchten (Jak 3,17). Die Arbeit und das Engagement bei und mit den Armen werden von oben ergänzt. So bringe ich Frucht (vgl. Joh 15,5).

30.09.2018: Ihr Reichen, weint nur und klagt über das Elend, das euch treffen wird (Jak 5,1). Mein materielles reich Sein im Gegensatz zu denen, die arm dran sind. Jesus warnt genauso davor (vgl. Lk 16,19 ff). Die Ordnung dieser Welt, ihre Maßstäbe und Werte sind relativ (vgl. Mt 19,20 ff). Jesu Beispiel mahnt mich heute.

Unter dem sprichwörtlichen Vorbehalt des Jakobusbriefes (Jak 4,13-15) wünsche ich Ihnen einen herbstbunten September.

Ihr

Br. Lukas Jünemann cfp