„Kommt und seht“ – Tag der offenen Klöster am 21. April 2018

Impuls für April von Sr. Martina Kohler SSpS, Eschweiler

Sr. Martina Kohler (c) privat
Sr. Martina Kohler
Sa 31. Mär 2018
Ordensbüro
Wenn ich wissen möchte, wo jemand wohnt, wie es aussieht hinter den Mauern, ob jemand zu Hause ist in der Wohnung, dann freue ich mich, wenn es heißt: „Komm und sieh!"
Sr. Martina Kohler (c) privat
Sr. Martina Kohler

 

Am 21. April laden zum zweiten Mal bundesweit verschiedenste Ordensgemeinschaften ein zum „Tag der offenen Klöster" unter dem Motto: „Gut. Wir sind da." Männer und Frauen, Schwestern und Brüder öffnen Wohnungen und Häuser, Kirchen, Kapellen, Gärten und vor allem – sich selbst.

Schaut man sich die Entwicklungen der vergangenen Jahre und Jahrzehnte an, könnte man meinen, Ordensleben sei ein Auslaufmodell. „Schrumpfende Orden und leere Klöster", so der Titel einer Sendung des Deutschlandfunks im Januar 2016. Die Zahl der Orden dürfte auf absehbare Zeit in Deutschland weiter zurück gehen. Das erleben wir auch im Bistum Aachen auf schmerzliche Weise.

Die stark rückläufigen Mitgliederzahlen und der Verkauf von traditionsreichen Klöstern muss aber nicht nur als Krise des Ordenslebens angesehen werden, sondern bietet auch echte Chancen. Eine Zeit der Veränderungen kann das Eigentliche wieder mehr zum Zuge kommen lassen. Der Dominikaner Ulrich Engel sagt dazu: "In einer Gesellschaft, die aufgrund ihrer immanenten kapitalistischen Struktur natürlich immer das Größere, das Schönere, das Teurere als Maßstab annimmt, glaube ich, gibt es so etwas wie eine Aufgabe von Ordensgemeinschaften, eben das Kleine, das Unscheinbare als etwas Erfüllendes zu leben."

Viele Menschen suchen heute die Lebensweisheit und geistliche Atmosphäre der Klöster. Gerade solche, die sich von einem anfordernden, stressigen Alltag leer und ausgebrannt fühlen. Sie nutzen immer wieder gerne die Gastfreundschaft von Ordensleuten, um Abstand zu gewinnen von Lärm und Hektik. In der Entschleunigung einer geistlichen Atmosphäre kann es leichter gelingen, wieder zu sich selber und auch zu Gott zu finden. Viele vertrauen auf das Gebet der Ordensleute. Das wird zum Beispiel bei der Nacht der offenen Kirchen deutlich, wenn hunderte von Zetteln mit persönlichen Anliegen beschriftet werden, für die anschließend in den Klöstern gebetet wird.

Ordensleben ist auch heute noch aktuell, wenn auch in Umbrüchen und Veränderungsprozessen. Es macht Ernst mit einem Leben nach dem Evangelium und ist eine wirklich alternative Lebensform. Das macht es spannend, denn wir Ordensleute leben aus dem Vertrauen, dass Gott uns in eine gute Zukunft führt. Am Tag der offenen Klöster sind Sie eingeladen, mit Ordensleuten verschiedener Gemeinschaften ins Gespräch zu kommen. Nähere Infos unter www.tag-der-offenen-klöster.de. Dort finden Sie unter „Standorte" auch Klöster in Ihrer Nähe, deren Türen offen sind, nicht nur am Tag der offenen Klöster.

Sr. Martina Kohler SSpS