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Neue Koordinationsstellen für Kita-Pastoral im Bistum Aachen:Wir haben als Kirche ein Plus

Die Seelsorge in den katholischen Kitas im Bistum Aachen hat einen hohen Stellenwert
Datum:
Fr. 16. Okt. 2026
Von:
Kommunikation

Das Bistum Aachen stärkt mit zwei neuen Koordinationsstellen die Seelsorge in katholischen Kindertageseinrichtungen und setzt damit einen besonderen Schwerpunkt auf Kitas als lebendige „Orte von Kirche“. Seit September übernehmen die Gemeindereferentinnen Anne Müthing und Marga Fleischmann diese Stellen. Müthing begleitet die Regionen Krefeld/Meerbusch, Kempen/Viersen, Mönchengladbach und Heinsberg, während Fleischmann für Düren/Eifel und Aachen Stadt- und Land zuständig ist. Anne Müthing arbeitet seit 1994 im Bistum Aachen und hat seit 2008 die Kita-Pastoral im Nordbistum mitgestaltet. Marga Fleischmann hat vor ihrer neuen Tätigkeit bereits mehr als zehn Jahre als Gemeindereferentin in Düren gearbeitet und die Seelsorge in den katholischen Kitas betreut. Beide bringen ihre langjährige Erfahrung in der pastoralen Arbeit mit Familien und Kitas ein und sehen ihre Aufgabe als Pionierarbeit für die Zukunft der Kirche.

Die Bedeutung von Kitas für die Kirche von morgen

„Wir können als Kirche ein Plus geben“, sagt Anne Müthing. Dieses Plus zeigt sich darin, die Menschen zu begleiten, ihnen Unterstützung in Krisen zu geben und gemeinschaftliche Erfahrungen zu ermöglichen. In den Kita-Jahren einer Familie verdichten sich viele prägende Erfahrungen. Geburt, aber auch Trennung, Krankheit, Abschied und Trauer sind ebenso Themen wie Freude, Freundschaft und Zusammenhalt. Die Kita-Pastoral folgt dabei dem Grundgedanken: Leben teilen, deuten und feiern. So auch im Umgang mit religiöser Vielfalt. „Die Welt trifft sich in der Kita“, berichtet Marga Fleischmann aus ihrer langjährigen Erfahrung. Hier begegnen sich Menschen unterschiedlicher Herkunft und religiöser Prägung. Diese religiöse Vielfalt bereichert. Kita-Pastoral fördere hierbei gezielt respektvolle Begegnungen und mache gemeinsame Werte erlebbar.

Sowohl Anne Müthing als auch Marga Fleischmann erkannten bereits früh die Bedeutung von Kitas für die Kirche von morgen. Während traditionelle Zugänge zu Glauben und Kirche seltener werden, entstehen in Kitas täglich Begegnungen mit entstehen in Kitas täglich Begegnungen zwischen pädagogischen Fachkräften und Familien. Nirgendwo sonst trifft Kirche so viele Menschen in ihrer Lebenswirklichkeit.

Begleitung bei Sinn- und Glaubensfragen 

Ein Schwerpunkt der Kita-Pastoral ist die religiöse Bildung. Für Müthing und Fleischmann geht es dabei nicht um die Vermittlung fertiger Antworten, sondern um die Begleitung von Kindern bei ihren Fragen nach dem Leben, nach Gemeinschaft und nach dem, was Menschen trägt. Religion sei ein eigener Bildungsbereich und gehöre zu einer ganzheitlichen Entwicklung von Kindern dazu. In katholischen Kitas werde dies vor allem durch gelebte Erfahrungen sichtbar. Wenn Kinder und Familien an St. Martin gemeinsam durch die Straßen ziehen oder miteinander teilen, werde die Botschaft von Nächstenliebe konkret und verständlich erlebbar.

Ansprechbar für Fachkräfte

Für die Gemeindereferentinnen bedeutet Kita-Pastoral mehr als nur religiöse Angebote. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen die Menschen, die den Alltag in den Einrichtungen gestalten:  die Erzieherinnen und Erzieher. Sie sind heute enormen Belastungen ausgesetzt. „Wer andere begleitet, muss selbst begleitet werden“, weiß Fleischmann. Die Kita-Pastoral schafft Räume, in denen Fachkräfte auftanken, reflektieren und über Herausforderungen sprechen können. Angebote wie Oasentage und spirituelle Auszeiten stärken die Resilienz. Müthing betont: „Die größte Lücke im Kinderschutzkonzept ist die mentale Gesundheit der Fachkräfte.“ Wer täglich Kinder begleitet, braucht Unterstützung und verlässliche Ansprechpartnerinnen und -partner. Die pastorale Begleitung bietet einen geschützten Raum für Gespräche, unabhängig von Leitungsstrukturen.

Vernetzen, stärken und neue Ideen fördern

Konkret wollen Anne Müthing und Marga Fleischmann in ihren Regionen bestehende Netzwerke weiterentwickeln und Angebote aufbauen, die Kitas als Orte von Kirche profilieren. Neben den bewährten Kompass-Tagen für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen pastorale Begleitpersonen in ihren Aufgaben gestärkt und qualifiziert werden. Auch der Austausch mit Trägern und Leitungen gehört zu ihrem Auftrag. Zugleich möchten sie innovative Projekte fördern, die über einzelne Aktionen hinaus Wirkung entfalten. Beispiele reichen von Kooperationen mit Berufskollegs über die Begleitung von Trauerprozessen bis hin zu neuen Nutzungskonzepten für Gebäude oder Kitas als Gemeindeorte im Sozialraum, wenn Kirchen nicht mehr zu halten sind.