Bischof Dieser begrüßt die neuen Leitungen der Pastoralen Räume beim Begegnungsfest:Wertschätzung, Synodalität und gemeinsamer Aufbruch

Mit einem Begegnungsfest begrüßte das Bistum Aachen am Samstag, 4. Juli, die neuen Leitungen der Pastoralen Räume. Der Tag begann mit einer Messe im Hohen Dom zu Aachen, in der Bischof Dr. Helmut Dieser die geistliche Basis der neuen Leitungsmodelle betonte. Synodalität sei kein abstrakter Begriff, sondern ein konkreter Auftrag: „Unsere Kirche muss Räume schaffen, in denen Begegnungen in Freiheit möglich werden. Ihre Aufgabe wird es sein, Neues anzustoßen, auf Menschen zuzugehen und sie zu ermutigen, ihren Beitrag einzubringen.“
Der Bischof unterstrich, dass die Pastoralen Räume künftig stärker von gemeinsamer Verantwortung leben sollen. Leitung bedeute heute, Prozesse zu ermöglichen, statt Entscheidungen allein zu treffen. In seinem Impuls am Nachmittag sprach Bischof Dieser von einer Kirche, die sich bewusst in eine neue Epoche führen lasse: „Wir werden in den Pastoralen Räumen so leiten, dass Entwicklung möglich wird. Wenn das gelingt, kann viel Gutes wachsen.“
In diesem Sinne ging er der Frage nach, was die neuen Strukturen konkret für die Synodalität bedeuten. Er erinnerte daran, dass für ihn ein Wort von Papst Franziskus leitend geworden sei: „Die Hierarchie bekommt einen Rahmen, und das ist die Synodalität. Und nur in diesem Rahmen, eingerahmt von der Geistbegabung aller Getauften und Gefirmten, kann die Hierarchie gut gelebt werden.“ Dieser Gedanke bilde sich nun in den verschiedenen Kreisen des Pastoralen Raums ab. Der Bischof betonte, der Leitungskreis sei ein solcher Rahmen, in dem Haupt- und Ehrenamtliche gemeinsam mit dem Pfarrer Verantwortung teilten. Vom Kirchenrecht her bleibe klar, dass der Pfarrer weiterhin alle Rechte und Pflichten eines Pfarrers habe – „die schränken wir nicht ein“, wie Dieser unterstrich. Zugleich seien die Mitglieder des Leitungskreises durch den Bischof beauftragt, während der Priester durch Weihe und Ernennung in seinem Amt stehe. In dieser Weise, so erklärte Bischof Dieser, begegne man sich auf Augenhöhe und sei beauftragt, gemeinsam zu Entscheidungen zu kommen. Die grundlegende Idee dafür sei die Suche nach dem Konsens – ein synodaler Weg, der alle Beteiligten einbeziehe und Verantwortung teile.
In der Aachener Erholungsgesellschaft diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer anschließend intensiv über diese neue Form der Leitung. Verschiedene Themenräume – etwa zu Kommunikation und Digitalisierung, Engagementförderung, Finanzen und Immobilien sowie Synodalität – boten Gelegenheit für Austausch und praxisnahe Fragen. Im Themenraum „Synodale Leitung“ wurde deutlich, dass die neuen Strukturen nicht auf Repräsentanz, sondern auf Kompetenz und ergänzende Fähigkeiten setzen. Einer der Teilnehmer brachte es auf den Punkt: „Wir müssen lernen, gemeinsam zu leiten.“
Ein Kernstück dieser neuen Kultur ist das „Gespräch im Heiligen Geist“, eine Methode, die auf Zuhören, Stille und geistliche Unterscheidung setzt. „Auch die leisen Stimmen müssen Gehör finden. Wir müssen ihnen Raum geben“, betonte ein Mitglied des Synodalen Teams. Gleichzeitig sprachen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer offen über Herausforderungen: Synodalität brauche Zeit, klare Kommunikation und die Bereitschaft, die eigene Sichtweise durch die Anliegen anderer zu hinterfragen.