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Rückblick auf die Diözesanen Bibeltage im Bistum Aachen:Wenn Glaubensthemen Strukturdebatten beleben

Ein großes Salzkunstwerk entstand während der Eröffnungsveranstaltung.
Datum:
Mi. 21. Okt. 2026
Von:
Abteilung Kommunikation

Mit rund 100 Veranstaltungen setzten die Bibeltage im Bistum Aachen ein starkes Zeichen für inhaltliche Auseinandersetzung, tiefe Begegnungen und gelebten Glauben in den pastoralen Räumen.

Inhaltliche Auseinandersetzung im Mittelpunkt

Wo kirchliches Handeln heute diskutiert wird, dominieren oft Strukturdebatten und organisatorische Fragen. Die Bibeltage boten hier einen erfrischenden Akzent. Sie ermöglichten den pastoralen Räumen, sich über Grenzen hinweg auf Glaubensthemen einzulassen und das inhaltliche Miteinander ins Zentrum zu rücken. Dass dieses Konzept aufging, bewies der große Zuspruch: Ein Großteil der pastoralen Räume beteiligten sich. „Einige von ihnen gestalteten nicht nur eine einzige Initiative, sondern ein ganzes Bündel von Aktionen“, berichtet Initiatorin Anne Bettendorff, Referentin für Glaubenskommunikation im Bistum Aachen. Der inhaltliche Impuls durchdrang die Räume und belebte die Seelsorge vor Ort.

Vielfalt der Formate: Von Großveranstaltung bis Intensivgruppe

Rund 100 Veranstaltungen formten die Bibeltage zu einem bunten Mosaik. Zwar entfielen vereinzelt Angebote wegen geringer Anmeldezahlen, doch das blieb die Ausnahme. Im Gegenzug entstanden zahlreiche spontane Aktionen vor Ort. Ebenso vielfältig wie die Orte waren die Begegnungsräume. Neben großen Veranstaltungen wie der „Bibel to go“ am Birgelner Pützchen, die rund 300 Menschen anzog, gab es auch kleine Runden mit Tiefgang, etwa beim „Bibel Art Journaling“. Hier standen das persönliche Einlassen auf ein biblisches Wort, ein schöpferischer Zugang und eine persönliche Reflexion im Mittelpunkt. Die Vielfalt der Formate, von wissenschaftlichen Auslegungen bis zu kreativen Aktionen wie einem Kindermusical, wertet Anne Bettendorff als großen Erfolg. Auch das Gleichnis vom barmherzigen Samariter regte zum Nachdenken über ein „Gutes Zusammenleben“ an. Die eigentliche Qualität der Tage zeigte sich oft abseits des offiziellen Programms – in vertiefenden Dialogen, die das unentdeckte Potenzial vertrauter Bibeltexte offenbarten.

Das Highlight: Auftaktfest mitten in der Gesellschaft

Ein besonderer Auftakt prägte die Aktionstage. Anstatt in Kirchenräumen zu bleiben, zog die Vorbereitungsgruppe in den öffentlichen Raum – an den Aachener Elisenbrunnen. Sobald das zentrale Kunstwerk eröffnet wurde und die ersten Gesänge erklangen, blieben Passantinnen und Passanten stehen. Ohne Schwellenängste brachten sich Menschen spontan ein: Sie gestalteten Plakate, vertieften sich in Bibeltexte und folgten den Impulsen. Der Elisenbrunnen wurde zu einem Ort, an dem das Motto „Zugewandt in Wort und Tat“ mit Leben gefüllt wurde.

Resonanz und Blick in die Zukunft

Die Rückmeldungen aus den Regionen spiegeln die Energie dieser Tage wider. Vielerorts sprachen Beteiligte von einer „Beflügelung der Pastoral vor Ort“. „Die Resonanz fiel durchweg positiv aus, und es entstanden zahlreiche wertvolle Begegnungen und Gespräche rund um den biblischen Text“, berichtet Anne Bettendorff. „Dass sich viele Menschen etwas getraut und neue Formate ausprobiert haben, ist ein großer Gewinn.“ Auch die bistumsweite Dimension, sichtbar bei der Abschlussveranstaltung in Mönchengladbach, stärkte das Gefühl der Verbundenheit.

Die Zukunft der Bibeltage sieht die Referentin optimistisch, auch wenn eine gründliche Evaluation der Erfahrungen noch aussteht. Doch vor Ort denken viele schon weiter: In Gesprächen wird selbstverständlich nach einer Fortsetzung gefragt. Auch wenn im Rückblick Lernfelder sichtbar werden – etwa bei der Bewerbung der Formate –, steht fest: „Das Kernziel der Pastoralstrategie, die kreative Konfrontation von Existenz und Evangelium, ist an vielen Orten lebendige Wirklichkeit geworden“, freut sich Anne Bettendorff.