Bischof Helmut Dieser pilgert zum Friedenskreuz in Rott:Schritt für Schritt: aus Vielfalt wächst Frieden

Rund 50 Pilgerinnen und Pilger nahmen an der 73. Diözesanen Friedenswallfahrt der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) in Rott teil. Unter dem Motto „Schritt für Schritt: Aus Vielfalt wächst Frieden“ zogen Mitglieder der KAB, der Katholischen Frauengemeinschaft (KFD) und des evangelischen Kirchenkreises zum eindrucksvollen Friedenskreuz oberhalb des Eifeldorfs Rott. Yasmin Raimundo, geistliche Leiterin der KFD Aachen, Verena Jantzen, Superintendentin im Kirchenkreis Aachen, und Achim Kück, geistlicher Leiter der KAB, begleiteten den kurzweiligen Stationengang hinauf zum eindrucksvollen Friedenskreuz oberhalb des Eifeldorfs Rott. Auch Bischof Dr. Helmut Dieser schloss sich im Rahmen seiner Visitation des Pastoralen Raumes Kornelimünster/Roetgen an. Seit letztem Jahr ist die KFD Mitveranstalterin, und seit diesem Jahr beteiligt sich auch der evangelische Kirchenkreis. „Da wir uns noch in einer Findungsphase befinden und überlegen, wie das ökumenisch funktioniert, war der Besuch des Bischofs eine kleine Herausforderung“, erinnert sich Achim Kück.
Gemeinsam auf dem Weg zum Frieden
„Seit 73 Jahren kommen Menschen nach Rott, um für den Frieden zu beten. Die Welt hat sich verändert, doch die Sehnsucht nach Frieden bleibt“, begrüßte Achim Kück die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Frieden entsteht nicht im Alleingang. Er wächst, wenn Menschen sich auf den Weg machen – miteinander, füreinander und mit Gott. Die Teilnehmenden taten dies und erhielten musikalische Unterstützung vom Musikverein Rott e.V. An drei Stationen betrachteten sie die Vielfalt der Schöpfung als Geschenk Gottes, fragten, wie aus menschlicher Vielfalt Frieden wachsen kann, und erkannten, dass Schöpfung und Frieden kostbar und schutzbedürftig sind. Zwischen den Stationen gab es Zeit für Musik, Gebet und Stille.
Gottes Frieden in die Welt tragen
Angekommen am Friedenskreuz mit einer einzigartigen Aussicht auf das Dorf Rott feierten die Pilgerinnen und Pilger aus dem ganzen Bistum einen ökumenischen Friedensgottesdienst. „Frieden ist längst kein selbstverständliches Gefühl mehr“, erklärte Superintendentin Verena Jantzen in ihrer Predigt. „Wir sind aufgerufen, Gottes Frieden in die Welt zu tragen, in unsere Schöpfung, unsere Gesellschaft, an Orte, wo wir wirken können. Dass wir nicht immer sofort Erfolg haben: geschenkt. Dass es mühsam sein wird: klar. Dass wir nicht allein sind: kostbar.“ Am Ende spendete Bischof Helmut Dieser mit einer Reliquie des Heiligen Quirinius den Quirinus-Segen. Achim Kück dankte dem Bischof, dass er sich mit den Verbänden auf den Weg gemacht hat „hier mitten ins Nirgendwo. Das ist nicht selbstverständlich.“ Bischof Dieser schmunzelte: „Es ist interessant bei Ihnen hier im Pastoralen Raum Kornelimünster/Roetgen. Ich war schon in der Unterwelt, werde ins Paradies geführt, und heute sind wir im Nirgendwo. “
Wallfahrt stärker bewerben
Gaby Wienen von der KAB Kohlscheid und Beate Hülser von der KAB Erkelenz saßen beim Suppenessen zusammen. Gaby Wienen hätte eigentlich noch einen anderen Termin gehabt, doch die Wallfahrt war ihr wichtig. Die Wahlen in Sachsen-Anhalt, der politische Rechtsdruck und gesellschaftliche Spaltungen belasten sie. „Angesichts dieser Herausforderungen müssten heute mehr Leute hier sein“, betonte Gaby Wienen und schlug vor, die Wallfahrt künftig stärker zu bewerben, um ein öffentliches Zeichen für den Frieden zu setzen.
Über das Friedenskreuz von Rott
Der Franziskanerpater Laurentius Seibert regte im April 1950 an, als Dank dafür, dass das Dorf Rott von der Zerstörung im 2. Weltkrieg verschont worden war, ein Friedenskreuz zu errichten. Im September 1950 wurde ein 13,5 Meter hohes Kreuz aus Eichenholz auf dem Giersberg aufgestellt. Seit 1953 pilgert die KAB Jahr für Jahr zu diesem markanten Ort.