Wie Profinos-Kitas ihr Qualitätsmanagement leben:Qualität mit Herz und Struktur

42 katholische Kindertageseinrichtungen von Profinos gestalten Qualitätsmanagement nicht als trockene Bürokratie, sondern als lebendige Haltung. Durch strukturierte Schulungen, die sich an den alltäglichen Abläufen orientieren, gewinnen die Teams Sicherheit und Sprachfähigkeit im Umgang mit internen Prozessen und externen Prüfern. Projektmoderatorin Vanessa Clemens erklärt, wie aus anfänglicher Skepsis echter Teamgeist entstand und warum das Verfahren den Kitas Verlässlichkeit im Erziehungsalltag bietet.
Praxisnaher Ansatz
Die Profinos betreibt derzeit 42 katholische Kitas in Düren und der Eifel. Mit rund 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut Profinos täglich bis zu 2.500 Kinder. Neben Herausforderungen wie dem allgemeinen Personalmangel steht auch die kontinuierliche Qualitätsentwicklung im Fokus des Trägers. Dass Qualitätsmanagement (QM) bei den Fachkräften nicht immer auf sofortige Begeisterung stößt, war Projektmoderatorin Vanessa Clemens von Beginn an bewusst. Als ehemalige Einrichtungsleiterin versteht sie die Vorbehalte und wählte einen pragmatischen Ansatz: Sie verknüpfte die Anforderungen direkt mit der praktischen Arbeit. „Schaut nicht, was QM verlangt, sondern was ihr bereits tut – und verbindet es damit“, lautet ihr Credo. Grundlegende Qualitätsstandards gelten für alle, doch jede Einrichtung behält ihre Identität. So erkannten die Kitas schnell, dass professionelle Standards und individuelle Pädagogik Hand in Hand gehen.
Endspurt zur Zertifizierung
Derzeit befinden sich die Kitas im Endspurt zur Zertifizierung mit dem KTK-Qualitätsbrief des Bundesverbands Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder. 23 Einrichtungen haben das Zertifikat bereits erlangt; bis Jahresende sollen es 39 werden. Der Grund für das hohe Tempo liegt in einer strukturellen Umstellung: Der KTK-Qualitätsbrief läuft aus und wird durch das neue KTK-Gütesiegel ersetzt. Um den Teams Planungssicherheit für die nächsten fünf Jahre zu geben, ziehen alle Kitas mit. Aus anfänglichem Druck entstand ein motivierender Gemeinschaftsgeist: Erfolgreiche Kitas unterstützen benachbarte Teams, tauschen Erfahrungen aus und überbringen zur Ermutigung vor Prüfungen sogar Körbe voller Süßigkeiten. „Viele Mitarbeiter sagen: Das hilft mir. Sie entwickeln gemeinsam Ideen, wie man verbindlicher arbeiten kann. “
Sicherheit und Transparenz
Bei den Prüfungen durch externe Fachprüfer des KTK-Bundesverbands werden sieben Qualitätsbereiche durchleuchtet – Gespräche mit Leitungen, Erziehern, Eltern, Gemeindereferenten und Auszubildenden inklusive. Die Rückmeldungen helfen dem Träger, die Arbeit vor Ort zu optimieren und Stärken auszubauen. „Wir erhielten die Rückmeldung, die Verankerung von Kinderrechten zu verstärken. Daran arbeiten wir jetzt“, berichtet Vanessa Clemens. Am wichtigsten bleibt der Nutzen für das pädagogische Personal: Kriterien und Leitfäden bieten Rückhalt und Sicherheit, besonders in herausfordernden Situationen wie der Notbetreuung. Dennoch steht die Arbeit am Kind mit bedürfnisorientierter Pädagogik an erster Stelle. „Wir wollen Pädagogen mit Herz und Interesse am Kind. Bürokraten würden im Büro arbeiten.“ Auf die Frage, warum diese Qualifizierung so wertvoll ist, fasst Vanessa Clemens zusammen: „Weil sie Sicherheit und Struktur in die Einrichtungen bringt.“