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Weihbischof Borsch eröffnet seine Visitation mit einer Allerseelenmesse in Düren :Halt in stürmischen Zeiten

Feierten mit den Gläubigen eine stimmungsvolle Messe zu Allerseelen: Pfarrer Ernst-Joachim Stinkes, Weihbischof Karl Borsch und Diakon Joachim Krampe.
Datum:
Di. 3. Nov. 2026
Von:
Abteilung Kommunikation

Zahlreiche weiße Kerzen in durchsichtigen Gläsern leuchten auf kleinen Grabplatten und tauchen die Grabes- und Auferstehungskirche St. Cyriakus in Düren-Niederau in warmes Licht. Sie zeigen: Viele Menschen gedenken zu Allerheiligen und Allerseelen ihrer Verstorbenen und besuchen deren letzte Ruhestätten. Doch die Besucherinnen und Besucher, die am Allerseelentag um 18 Uhr die Kirche betreten, kommen auch aus einem anderen Grund: Weihbischof Borsch beginnt mit einer Heiligen Messe seine Visitation im Pastoralen Raum Düren.

Leben, Tod und Auferstehung

Pfarrer Ernst-Joachim Stinkes, einer der drei Priester in solidum*, begrüßt Weihbischof Borsch herzlich. Seit der Fusion am 1. Januar 2026 umfasst der Pastorale Raum drei Pfarreien mit mehr als 33.000 Katholikinnen und Katholiken, zahlreichen Einrichtungen in katholischer Trägerschaft und 16 weiteren Kirchen. Eine davon ist St. Cyriakus, die seit 2015 als Kolumbarium dient. „St. Cyriakus macht es uns leicht, das Geheimnis des Glaubens zu feiern“, betonte Stinkes zu Beginn der Messe. Denn die Anordnung der Grabkammern symbolisiert den Lebensfluss von Anfang bis Ende. Auch die Architektur der Kirche unterstreicht diesen Gedanken: das Taufbecken im Turmbereich und der Hochaltar in der Längsachse, das Hochkreuz in der ehemaligen Taufkapelle und die Pietà in der Querachse treffen sich im Vierungspunkt – dem Symbol der Ewigkeit.

Bewusste Achtsamkeit

In seiner Predigt ruft Weihbischof Borsch dazu auf, dem Glauben zu vertrauen und die Beziehung zu Gott zu vertiefen. Er spricht offen über die weltpolitische und gesellschaftliche Lage: Despoten, Kriege und Tech-Milliardäre spalten und beeinflussen die Gesellschaft. Die Flut an Nachrichten prassle heute intensiver auf die Menschen ein als je zuvor. Um sich darin nicht zu verlieren, mahnt der Bischof zu bewusster Achtsamkeit. In einer Welt, die aus den Fugen gerate, bräuchten Menschen Orientierung und innere Ruhe. Jeder müsse entscheiden: Was höre ich? Was sehe ich? Wo informiere ich mich? Er ermutigte, äußere und innere Stille zu suchen, denn nur dort wachse, was Halt gebe.

Beziehungen tragen das Leben

Der Glaube, so Borsch, sei keine Theorie, sondern eine persönliche Verbindung zu Jesus Christus und einer stärkenden Gemeinschaft. Weder beruflicher Erfolg noch Leistung oder Ansehen könnten das Leben dauerhaft tragen – nur Beziehungen. „Beziehungen tragen unser Leben: die Beziehung zu uns selbst, zu unseren Mitmenschen und zu Gott. Daran hängt alles. Das trägt im Leben, im Tod und über den Tod hinaus.“ Denn verbunden mit Gott ende unser Weg nicht auf dem Friedhof. Mit den Worten „Habt also keine Angst – keine Angst vor dem Leben und keine Angst vor dem Tod“ spricht er den Gläubigen Mut zu.

Gedenken an Kranke und Distanzierte

Neben dem Gedenken an die Verstorbenen, deren Namen in einer Installation an die Altarwand projiziert werden, richtetet die Gemeinde ihren Blick auf das soziale Miteinander. Der Weihbischof dankt besonders den Ehrenamtlichen, die im Trauer- und Begräbnisdienst tätig sind. Das Gebet schließt nicht nur jene ein, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr an Gottesdiensten teilnehmen können, sondern auch Menschen, die der Kirche den Rücken gekehrt haben.

Stimmen aus der Gemeinde: „Ein nahbarer Bischof“

Nach dem Gottesdienst zeigen sich die Gläubigen bewegt von der offenen Art des Bischofs und der Aktualität seiner Worte. Rolf-Peter Hohn, tätig im Begräbnisdienst und stellvertretender Bürgermeister der Stadt Düren, lobt seine Bodenständigkeit: „Er ist ein nahbarer Bischof, der unter den Menschen ist.“ Eine Mitarbeiterin aus dem Begräbnisdienst von St. Cyriakus hebt den Gegenwartsbezug der Predigt hervor: „Er ruft dazu auf, stark im Glauben zu bleiben – und das brauchen wir heute.“

*In solidum bedeutet nach katholischem Kirchenrecht (CIC can. 517§1), dass alle beteiligten Priester die Seelsorge solidarisch übernehmen und gleiche Rechte und Pflichten haben. *