Begegnungen und die Suche nach einer zukunftsfähigen Kirche:Glaube und Erwartungen

Während seiner Visitation im Pastoralen Raum Viersen wollte Weihbischof Borsch die Menschen kennenlernen und mit ihnen über ihren Glauben und ihre Erwartungen sprechen. Fragen wie „Wie leben Sie Ihren Glauben? “ und „Welche Erwartungen haben Sie an den Pastoralen Raum? “ bestimmten die Sitzung und den anschließenden Austausch beim Imbiss.
Der Rat des Pastoralen Raumes besteht aus zwölf gewählten Mitgliedern – je drei aus jeder Pfarrei – und weiteren kooptierten Personen. In der Sitzung wählte man Jutta Pitzen und Wolfgang Holthausen als ehrenamtliche Mitglieder ins Leitungsteam. Diesem gehören ebenfalls Pfarrer Roland Klugmann, Gemeindereferent Harald Hüller, Gemeindereferentin Claudia Meuser und Verwaltungsleiter Thomas Rahn an. Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Transformation der katholischen Kirche, sowohl lokal als auch in Deutschland. Bewährtes solle bleiben, doch man müsse auch Neues wagen, sagte Borsch und riet dazu, auch loszulassen, um am Ende mehr zu gewinnen.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten offen über strukturelle Herausforderungen, den Umgang mit Kirchengebäuden und die Rolle des Ehrenamts. Vertrauen und Transparenz seien entscheidend für den Veränderungsprozess. „Wo Vertrauen da ist, kann man viel verändern“, hieß es. Auch die Erwartungen an den Pastoralen Raum kamen zur Sprache. Ein Teilnehmer berichtete von früheren Enttäuschungen, „in denen viel geredet, aber wenig gemacht wurde“. Nun wünsche er sich, dass die Gemeinden aktiv mitgestalten, um in der 80.000-Einwohner-Stadt Viersen sichtbar und lebendig bleiben zu können.
Auch die Zukunft des Glaubens und die Rolle der Jugend wurden angesprochen. Klassische Formen wie Bittprozessionen erreichten junge Menschen kaum noch. Stattdessen müsse die Kirche digitale Räume wie Instagram ernst nehmen und individuelle Glaubenswege begleiten. Positive Erfahrungen aus der Firmvorbereitung zeigten, dass Jugendliche offen und interessiert seien. Hoffnung gebe zudem der Blick nach Europa: steigende Erwachsenentaufen, etwa in Frankreich, seien ein Zeichen dafür, dass der Glaube neue Wege finde. Am Ende herrschte Zuversicht darüber, dass die Kirche trotz aller Herausforderungen nicht ängstlich in die Zukunft blicken müsse.