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Weihbischof Karl Borsch und Bürgermeister Christoph Hopp setzen auf enge Kooperation für Jugend, Bildung und sozialen Zusammenhalt in Viersen:„Gemeinsam stark unterwegs sein“

Weihbischof Borsch besucht Viersener Bürgermeister Hopp
Datum:
Do. 9. Juli 2026
Von:
Steffi Sieger-Bücken

Im Rahmen seiner Visitation im Pastoralen Raum Viersen traf Weihbischof Karl Borsch auch mit dem Viersener Bürgermeister Christoph Hopp (CDU) zusammen. Beide betonten, dass ein abgestimmtes Handeln unverzichtbar sei, um gesellschaftliche Stabilität zu sichern und insbesondere jungen Menschen in Krisenzeiten Halt zu geben. Mit Blick auf die sozialen Brennpunkte innerhalb der Kreisstadt formulierte Weihbischof Borsch klar: „Wir müssen gemeinschaftlich stark unterwegs sein.“ Besonders im Stadtteil Süchteln, rund um den Bereich vor der Kirche, komme es derzeit vermehrt zu Konflikten mit Jugendgruppen und zu Vandalismus. Die Stadt reagiere kurzfristig mit erhöhter Polizeipräsenz, doch Bürgermeister Hopp unterstrich, dass nachhaltige Lösungen nur über pädagogische und soziale Angebote entstehen können: „Aufgeben werden wir da nie.“ Offene Jugendarbeit und kontinuierliche Sozialarbeit seien entscheidend, um junge Menschen frühzeitig zu erreichen und Eskalationen vorzubeugen.

Neben den sozialen Fragen spielte die wirtschaftliche Lage Viersens eine zentrale Rolle. Die Stadt mit ihren rund 80.000 Einwohnern profitiert von ihrer Lage im Düsseldorfer Speckgürtel: Wohnraum in den umliegenden Metropolen wird für junge Familien zunehmend unbezahlbar, sodass 60 bis 70 Prozent der Neuzuzüge aus Düsseldorf und anderen Großstädten stammen. Dieser Trend sei wichtig, um die angespannte Haushaltslage zu stabilisieren. Gleichzeitig liege die Arbeitslosenquote mit sechs bis sieben Prozent über dem Niveau der ländlicheren Nachbarkommunen. Hopp sprach offen von einer „desolaten“ finanziellen Situation vieler Kommunen, die durch Aufgabenübertragungen von Bund und Land ohne ausreichende Gegenfinanzierung weiter verschärft werde.

Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war die Bildungslandschaft. Für beide Gesprächspartner ist klar: Bildung und familiäre Unterstützung sind die zentralen Schlüssel, um Radikalisierung, Antisemitismus und Jugendkriminalität vorzubeugen. Weihbischof Borsch hob die Bedeutung kirchlicher Präsenz im Schulalltag hervor: „Der Religionsunterricht und die Schulseelsorge sind wichtige Multiplikatoren. Wo sonst trifft man auf so viele junge Menschen.“ Schulen übernähmen heute Aufgaben, die eigentlich im Elternhaus liegen sollten – etwa Medienerziehung. Ziel müsse es sein, Familien wieder stärker zu befähigen, ihren Erziehungsauftrag selbst wahrzunehmen.

Abschließend unterstrichen Borsch und Hopp die Bedeutung einer weiterhin engen Kooperation zwischen Kirche und Stadt. Ein eng abgestimmtes Miteinander in Jugendarbeit und Schulseelsorge ist essenziell, um jungen Menschen Orientierung zu geben und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Viersen zu sichern.