Bischof Dieser tauscht sich mit Vertreterinnen und Vertretern diakonischer Einrichtungen aus :Für Menschen in besonderen Lebensverhältnissen da sein

Während seiner Visitation hat sich Bischof Dr. Helmut Dieser mit Vertreterinnen und Vertretern aus Seelsorge und kirchlichen Sozialeinrichtungen im Raum Herzogenrath getroffen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Kirche und Caritas noch besser zusammenarbeiten können, um Menschen in schwierigen Lebenslagen zu unterstützen.
„Es ist sehr gut, dass alle, die in diesem Pastoralen Raum im Bereich organisierter Nächstenliebe mit hoher Fachexpertise unterwegs sind, an einem Tisch sitzen. Denn der Mensch, um den es geht, der mit Ihnen zu tun hat, ist auch der Mensch, der unsere Botschaft hört und vielleicht eines seelsorglichen Zuspruchs, eines Ritus oder einer Sakramentenspendung bedarf“, sagt Bischof Dr. Helmut Dieser.
Die Beteiligten tauschten sich über die Bedeutung der diakonischen Angebote des Regionalen Caritasverbandes aus. Darunter waren etwa die Servicestelle für Familiengesundheit „moliri“, die Fachberatungsstelle für soziale Notlagen, das Haus Christophorus für alkohol- und medikamentenabhängige Menschen und das Kinderheim St. Hermann-Josef des Sozialdienstes katholischer Frauen (SKF). Der Dialog verdeutlichte das gemeinsame Ziel, durch praktisches Handeln christliche Werte zu vermitteln, Selbstwirksamkeit zu fördern und soziale Integration in der lokalen Gemeinschaft voranzubringen.
Der Dialog gewährte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auch einen tiefen Einblick in die Erfolge der kirchlich-sozialen Arbeit im Raum Herzogenrath. Ein zentrales Thema war dabei die Vernetzung zwischen Pastoral und caritativen Einrichtungen, um Menschen am Rande der Gesellschaft durch strukturierte Hilfe und Wertschätzung neue Lebensperspektiven zu eröffnen.
In Kohlscheid gibt es noch eine rege gemeindliche Caritasarbeit mit vielen ehrenamtlich Engagierten, in Herzogenrath-Mitte und in Merkstein ist sie mittlerweile verbandlich. „Wenn ich bei Hausbesuchen ein Problem sehe, kann ich auf Fachleute in unserem Pastoralen Raum verweisen. Das hilft sehr“, sagt Pastoralreferent Klaus Aldenhoven. Alexander Letzel, Vorstand des Caritasverbandes für die Regionen Aachen-Stadt und Aachen-Land e.V., ergänzt: „Die Bereitschaft der Kirchengemeinde und des Caritasverbandes, gemeinsam zu agieren, ist ein Gewinn. Beide Seiten profitieren davon in unterschiedlicher Art und Weise. Über solche Kooperationen schaffen wir die Verbindung, dass Pastoral in Einrichtungen wirken kann.“
Wie das konkret gehen kann, zeigen die Servicestelle „moliri“ und die Fachberatungsstelle des Caritasverbandes für die Regionen Aachen-Stadt und Aachen-Land e.V., deren Büros sich im Begegnungszentrum der Gemeinde Herz Jesu befinden. „Wir konnten über die Pfarre ein Gartenprojekt verwirklichen, das sich gut mit der Gemeindearbeit verbinden lässt“, sagt die Sozialarbeiterin Monika Jentzen-Stellmachs. „Was uns trägt, ist die gleiche Motivation: den Menschen zu helfen.“ Auch das Kinderheim St. Hermann-Josef, welches ursprünglich als Waisenhaus der Pfarrgemeinde St. Willibrord gegründet und seit Februar 2024 in der Trägerschaft des Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Alsdorf e. V. ist, erfährt in Merkstein eine große Unterstützung. Gut vernetzt pflegen Einrichtungsleiter Lothar Mauer die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zahlreiche Kooperationen mit Partnern aus dem Umfeld und erhalten viel Zuspruch von Mitbürgern. Mit dem Satz „das Kinderheim gehört zu Merkstein“ bringt es Dieter Forth, Geschäftsführer SkF Alsdorf e.V., auf den Punkt.
Im Gespräch waren sich alle Verantwortlichen einig, dass die soziale Arbeit eine Form der Verkündung durch Handeln ist. Diakonischen Einrichtungen werden als „Orte von Kirche“ begriffen, an denen Menschenwürde und Glaube erfahrbar wird. „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind mit ihrem Dienst ganz nahe am Evangelium“, sagt Diözesancaritasdirektor Stephan Jentgens. Wichtig sei es, die Arbeit der sozialen Einrichtungen auch in den Gemeinden und im gottesdienstlichen Rahmen (z. B. in Sonntagsmessen) präsenter zu machen, um das Bewusstsein für diese „Orte von Kirche“ zu stärken. „Das wäre ein wichtige Botschaft: Du bist interessant und einmalig. Du bist keine Nummer, die hier durchgeschleust wird. Das ist eine der Botschaften des Evangeliums“, erläutert Bischof Dieser. „Aus diesem Glauben und diesem Menschenbild heraus wird in den Einrichtungen gehandelt. Die Sonntagsmesse ist ein guter Ort, an dem auf diese Vernetzung von Gemeinde und Einrichtungen verwiesen werden kann.“
Der Austausch und die gegenseitige Unterstützung im Pastoralen Raum sei sinnvoll und solle daher verstetigt werden. „In der künftigen Entwicklung sollten wir darauf achten, dass wir mehr beieinander sein können. Zum Wohl der Menschen, um die es geht. Wo kann man sich unterstützen? Wo ist es wichtig, dass man mehr voneinander erfährt? Was kann an Neuem entstehen? So eine Runde wie diese muss nicht alle Jahrzehnte einmal anlässlich der Visitation des Bischofs stattfinden, sondern könnte fester vereinbart sein“ sagt der Bischof. Er zeigt sich tief beeindruckt von der positiven Ausstrahlung und dem Mut, mit dem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der sozialen Einrichtungen den Problemen der Menschen begegnen, um ihr Leben zu verbessern.