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Dominik Zabelberg zieht Bilanz nach fünf Jahren im Vorstand des BDKJ Aachen:„Die Jugend denkt in kürzeren Zeiträumen“

Dominik Zabelberg zieht Bilanz über seine Vorstandsarbeit im BDKJ Aachen
Datum:
Mi. 8. Juli 2026
Von:
Kommunikation

Dominik Zabelberg war fünf Jahre im Vorstand des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum Aachen und zieht eine überwiegend positive Bilanz. Natürlich hätte sich der Jugendverband mehr Tempo bei der Umsetzung innerkirchlicher Reformen gewünscht, doch über die Notwendigkeit von Wandel herrschte Einigkeit. Seine Amtszeit beschreibt Zabelberg als geprägt von politischem Engagement, strukturellem Wandel und gesellschaftlichen Spannungen. 

Sein Einstieg in die Vorstandsarbeit war für ihn eine Rückkehr zu den eigenen Wurzeln: „Ich war schon als Kind und Jugendlicher in Jugendverbänden aktiv. „Ob nun Freunde fürs Leben finden, Jugendfreizeiten organisieren oder aber vor größeren Gruppen sprechen: Ich wollte den jungen Menschen von heute die gleichen positiven Erfahrungen ermöglichen, die ich selbst über all die Jahre gemacht habe.“ 

Politische Erfolge mit Signalwirkung 

Besonders stolz ist Zabelberg auf die Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre in Nordrhein-Westfalen. „Das war ein absolutes Highlight. Die Jugendverbände haben dafür mehr als 30 Jahre gekämpft.“ Für ihn zeigt dieser Beschluss, dass junge Menschen politisch ernst genommen werden. Ebenso wichtig sei die finanzielle Aufstockung des Sonderurlaubs für Ehrenamtliche: „Das klingt trocken, aber ohne diese Förderung könnten viele Freizeiten gar nicht stattfinden. “ Insgesamt ist der Haushaltsposten im Laufe seiner Amtszeit von ca. 2,6 Millionen auf rund, 5,2 Millionen gestiegen – ein stiller, aber entscheidender Erfolg für die Jugendarbeit. 

Auch innerhalb der Verbände im Bistum Aachen habe sich viel bewegt. „Die Jugendverbände sind deutlich näher zusammengerückt“, sagt Zabelberg. Statt Konkurrenz erlebe man heute ein achtsames Miteinander. Aktionen wie „Flagge zeigen“ mit Regenbogenflaggen an Kirchen oder Plätzen und die Pflanzung von über 300 Obstbäumen hätten gezeigt, wie kraftvoll Verbandsarbeit sein könne, wenn sie gemeinsam gedacht werde. 

Ein weiteres Anliegen war die Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamt. „Bei uns sind beide Seiten völlig gleichberechtigt“, betont er. Aufgaben würden nach Stärken und Ressourcen verteilt, nicht nach Status. „Man muss bereit sein, dem Ehrenamt die ‚Zuckerstücke‘ zu überlassen, weil sie ihre Freizeit investieren – und selbst auch mal Aufgaben übernehmen, die weniger attraktiv sind. “ 

Synodaler Prozess: Hoffnung und Frustration 

Den synodalen Prozess – sowohl im Bistum Aachen als auch deutschlandweit – bewertet Zabelberg grundsätzlich positiv. „Wir haben uns überall eingebracht, wo es möglich war. “ Doch die Langsamkeit kirchlicher Entscheidungswege sei für junge Menschen manchmal schwer nachvollziehbar: „Die Jugend denkt einfach in kürzeren Zeiträumen.“ Wer zwischen 16 und 26 Jahren aktiv sei, habe nur ein kurzes Zeitfenster. Veränderungen, die Jahre dauern, passten nicht zu ihrer Lebensrealität. Zudem brauche es mehr Ehrlichkeit darüber, welche Aufgaben künftig realistisch weitergeführt werden können und welche nicht. 

Sorgen bereitet Zabelberg der zunehmende Rechtsdruck in der Gesellschaft. „Es gibt immer wieder politische Anfragen zur Notwendigkeit von Fördergeldern in unserem Bereich und sogar vereinzelt Übergriffe auf Gruppen, die beispielsweise Regenbogenflaggen zeigen.“ Er verweist auf einen Vorfall, der sich vor Kurzem im Bistum Essen ereignet hat. Für die kommende Landtagswahl und um diesen Trend etwas entgegenzusetzen plant der BDKJ gemeinsam mit dem Landesjugendring und weiteren Verbänden zwei Kampagnen – zur Wahlbeteiligung ab 16 Jahren und zu jugendrelevanten Themen.