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Bischof Dieser zelebriert Schützenmesse in Friesenrath:Besondere Würdigung des Engagements

Mitglieder der St. Hubertus Schützenbruderschaft und des Hahnenclubs feierten eine Messe anlässlich des Schützenfestes
Datum:
Mi. 9. Sept. 2026
Von:
Abteilung Kommunikation

Versteckt im steilen Waldhang liegt die Kapelle St. Bernhard in Friesenrath. Rund fünfzig Mitglieder der St. Hubertus Schützenbruderschaft und des Hahnenclubs feierten hier eine Messe anlässlich des Schützenfestes. Probst Dr. Andreas Möhlig begrüßte Bischof Dr. Helmut Dieser, der im Rahmen seiner Visitation des Pastoralen Raums die Messe zelebrierte und den Zusammenhalt im Glauben und Alltag würdigte. „Seit 115 Jahren der erste Bischof, der an unserem Schützenfest teilnimmt“, freute sich ein Schützenbruder über den prominenten Gast.

Wichtig für das Zusammenleben im Dorf

Das Zusammenleben von Menschen sei nie fix und fertig. Es brauche Engagierte, die bereit sind, füreinander etwas zu tun. Deshalb hob der Bischof besonders das Engagement der Vereine hervor. Der Küster berichtete ihm, dass die Schützen viel für das Dorf tun. „Es ist schön, dass Sie, liebe Schützen, Ihr Engagement ins Gotteshaus bringen. Das ist nicht selbstverständlich“, sagte der Bischof. Gott wolle, dass Menschen füreinander da sind und nicht allein leben.

„Ghosting“ als Gefahr für die Gesellschaft 

Ein moderner Begriff fand Einzug in die Predigt: Ghosting. Der Bischof warnte davor, sich wie ein Geist ohne Vorwarnung aus Beziehungen oder Verpflichtungen zurückzuziehen. In einer Familie oder einem Verein müsse man sich darauf verlassen können, dass die Mitglieder da sind, wenn etwas Gemeinsames unternommen wird. „Zu wissen, wo jemand ist und mitzubekommen, wie es dem anderen geht – das sind Anzeichen für ein gesundes Zusammenleben und wirksam gegen Einsamkeit“, erläuterte er. Im Gegensatz zum Verschwinden stehe die christliche Regel des Dialogs: Wenn es Konflikte gibt, solle man das Gespräch suchen, anstatt den anderen einfach allein zurückzulassen. Diese Verlässlichkeit und Einmütigkeit brauche es in der Familie, im Verein und ebenso in der Kirche.

Eine missionarische und synodale Zukunft 

Für die Zukunft der Kirche skizzierte der Bischof zwei wesentliche Wege: eine synodale Kultur und eine missionarische Sehnsucht. Er forderte die Gläubigen auf, einander zuzuhören und auch dort das kritische Gespräch zu suchen, wo man normalerweise keinen Kontakt hätte. Gleichzeitig sei es wichtig, den Glauben nicht als Privatsache zu betrachten. „Kirche sein ist nichts Privates“, betonte der Bischof. Das Evangelium sein lebensfreundlich und könne besonders den Menschen dienlich sein, die den Sinn im Leben suchen oder voller Vorurteile sind. Spontan nahm der Bischof am anschließenden Umzug und der Ehrung an der Kriegergedächtniskapelle teil. Hier betonte er noch einmal wie wichtig es sein, dass 80 Jahre freiheitlicher Rechtsstaat in Deutschland und die Einung Europas und ein großes Geschenk und ein Friedenswerk sind.

„Ich habe mich gefreut, im Dorf mitzuerleben, wie lebendig das Zusammenleben in Friesenrath ist, klein und überschaubar. Es war überzeugend und authentisch für alle Beteiligten“, betonte der Bischof. Der Zusammenhalt in Verein und Kirche wirke sich positiv auf alle Gemeinschaftsformen aus – von der Familie über die Vereine bis zur gesamten Gesellschaft, so die abschließende Überzeugung des Bischofs.