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Neubesetzung nach knapp 2 Jahren Bischofsvakanz:Von Papua-Neuguinea nach Tierradentro

Wappen des Apostolischen Vikariats Tierradentro
Datum:
13. Mai 2026
Von:
Carina Delheit

Das Apostolische Vikariat Tierradentro im Departement Cauca hat nach knapp zwei Jahren Vakanz wieder einen Bischof. Papst Leo XIV. hat den seit 2001 in Papua-Neuguinea tätigen Vinzentinerpater Homero Marín Arboleda CM zum vierten Apostolischen Vikar von Tierradentro ernannt.
Er wurde 1959 im Gebiet des Bistums Armenia (Departement Quindío) im sogenannten Kaffeedreieck Kolumbiens geboren und nach Eintritt in den Vinzentinerorden (auch Lazaristen genannt) 1987 zum Priester geweiht. Nach einem Weiterstudium in Rom war er in Kolumbien für seinen Orden in der Seelsorge, Priesterausbildung und in Leitungsfunktionen tätig, bevor er nach Ozeanien ging und in den letzten 25 Jahren ebenfalls in unterschiedlichen Arbeitsbereichen in Papua-Neuguinea tätig war. Das Gebiet des Vikariats Tierradentro ist ihm aus Einsätzen von 1987-93 bereits bekannt.

Tierradentro wurde 1921 zur Apostolischen Präfektur erhoben und im Jahr 2000 in ein Apostolisches Vikariat umgewandelt. Bereits die ersten drei Präfekte waren Vinzentiner, deren letzter auch der erste Vikar wurde.
Das Gebiet des Vikariates hat die Hälfte der Fläche des Bistums Aachen, aber mit einer Bevölkerung von 78.000 Menschen nur knapp 5% der Aachener Bistumsbevölkerung. 73.000 Menschen im Vikariatsgebiet sind katholisch.
Wie am zentralen Symbol des Vikatriatswappens zu erkennen, gehört der Großteil der Bevölkerung der indigenen Ethnie der Páez an.
Die Gegend wurde 1994 durch ein Erdbeben erschüttert, das Erdrutsche und Verschüttungen auslöste, die mehr 1.100 Menschen das Leben kosteten. 
Bis heute leidet das Gebiet  unter den Aktivitäten bewaffneter Gruppen, die die Zivilbevölkerung rekrutieren, vertreiben oder durch Bedrohung zur  Flucht zwingen und für zahlreiche Menschenrechtsverletzungen sowie auch für illegale Landnahme verantwortlich sind.

2024 gab es im Apostolischen Vikariat Tierradentro 10 Pfarreien; 13 Diözesan- und 2 Ordenspriester sowie 7 Ordensschwestern waren dort tätig.