Víctor Samuel Rojas Damelines

"Teil der Partnerschaft Aachen-Kolumbien zu sein bedeutet für mich nicht nur, irgendwie zu einer historischen Verbindung zu gehören, sondern die im Evangelium begründete Herausforderung anzunehmen, gemeinsam als Weltkirche unterwegs zu sein, um ein soziales Netz der Freundschaft zu knüpfen, das unserer menschlichen Würde entspricht und die Wunden der Welt heilt.
Die Partnerschaft ist nicht einfach nur Kooperation (Zusammenarbeit); sie ist Kommunion (Gemeinschaft), die uns anfragt und aufruft, von sporadischer Unterstützung zu einem dauerhaften Einsatz für eine ganzheitliche menschliche Entwicklung überzugehen, in dem jedes pastorale Handeln zu einem konkreten Zeichen des Reiches Gottes wird.
Mehr denn je fordert uns die Partnerschaft heraus, selber Brücken zwischen Völkern und Kulturen zu sein, Säleute der Hoffnung und Hüter der Menschenwürde und des Gemeinsamen Hauses, indem wir unseren Glauben als Dienst, Gerechtigkeit und sozialen Wandel leben.
Als Ständiger Diakon und Mitarbeiter der Sozialpastoral (Caritas) fühle ich mich wirklich dankbar und verpflichtet, aktiver Teil der Partnerschaft Aachen-Kolumbien zu sein, einem Bündnis, das nicht nur geteilte Geschichte ist, sondern ein lebendiger Aufruf, weltweit gemeinsam als Kirche unterwegs zu sein.
Bei dieser Partnerschaft dabei zu sein, ist deshalb nicht einfach nur das Fortsetzen einer über 60-jährigen Tradition. Es beinhaltet, die Herausforderung des Evangeliums anzunehmen und am Aufbau echter gesellschaftlicher Freundschaft mitzuwirken, in der Glauben als Begegnung praktiziert wird, Gemeinschaft sich in tatkräftigem Handeln ausdrückt und Solidarität sich in stetigen Einsatz für die Würde jedes Menschen verwandelt.
In diesem Sinne erinnert uns die Soziallehre der Kirche in ihrem Kompendium, dass ganzheitliche menschliche Entwicklung sich nicht auf wirtschaftliches Wachstum reduzieren lässt, sondern jeden Menschen und den ganzen Menschen fördern muss. Diese Position lädt uns ein, unser Engagement als ein pastorales Handeln auszurichten, das alle Dimensionen der Einzelnen wie der Gemeinschaft umfasst.
In der gleichen Richtung erinnert uns Papst Franziskus in „Fratelli tutti“ daran, „dass keiner sich allein retten kann, sondern nur eine gemeinsame Rettung möglich ist“ und lädt uns ein, echte Geschwisterlichkeit aufzubauen, die Grenzen, Egoismen und Trennungen überwindet.
Und Papst Leo XIV. weist uns in „Dilexit Nos“ mit Nachdruck darauf hin: „Die Liebe Christi bewegt uns, einander zu lieben, zu dienen und uns für die Nächsten einzusetzen“, was den Hinweis für uns enthält, dass durch die Liebe Gottes alles pastorale und soziale Handeln aus einem verwandelten Herzen entsteht.
Das alles und vieles mehr bringt mich dazu festzuhalten, dass diese Partnerschaft uns dazu auffordert, einen Schritt weiterzugehen: von Einzelaktionen zu nachhaltigen Prozessen, in denen Sozialpastoral zu einem konkreten Weg hin zu ganzheitlicher, solidarischer und nachhaltiger Entwicklung wird, die Armut, Ausgrenzung und Verletzlichkeit im Licht des Evangeliums in den Blick nimmt.
Mehr denn je sind wir deshalb aufgerufen, als Brücken zwischen Völkern und Kulturen Hoffnung zu pflanzen und das menschliche Leben ebenso zu schützen wie das Gemeinsame Haus.
Möge unser Bündnis uns immer weiter stärken als prophetisches Zeichen einer Kirche im Aufbruch, die nicht nur begleitet, sondern die Vergangenheit in Liebe, Gerechtigkeit und Geschwisterlichkeit verwandelt.
Deshalb rufe ich dazu auf: Lasst uns weiter gemeinsam unterwegs sein mit Glauben, Hoffnung, und neuer Einsatzbereitschaft für das Reich Gottes, das mitten in unseren Nationen und Kontinenten lebt."
Víctor Samuel Rojas Damelines
Ständiger Diakon, Leiter der Sozialpastoral (Caritas) des Bistums Cartago