Wechsel vom Nordosten in den Südwesten Antioquias:Neuer Bischof für Jericó

Mit Diego Luis Rendón Urrea, dem bisherigen Rektor der Katholischen Hochschule und Fernuni für Nord-Antioquia (UCN) mit Sitz in Medellin und Santa Rosa de Osos, hat das Bistum Jericó in Südwest-Antioquia seinen achten Bischof seit Gründung.
Der Neuernannte wurde 1967 in Rionegro (Bistum Sonsón-Rionegro, ebenfalls in Antioquia) geboren und nach Studium in Santa Rosa de Osos und Medellin 2000 zum Priester des Bistums Santa Rosa de Osos geweiht. Zusatzstudien in Bildungsmanagement und Virtueller Pädagogik in Medellin und Buenos Aires (Argentinien) schlossen sich an. Im Bistum Santa Rosa de Osos war der neue Bischof von Jericó in der Gemeindeseelsorge, Berufungspastoral sowie Hochschullehre und -pastoral tätig, bevor er die Leitung der im Bistum Santa Rosa de Osos gelegenen UCN übernahm.
Das Bistum Jericó liegt im Südwesten des Departements Antioquia und grenzt an das Küstendepartement Chocó und die beiden Departements Risaralda und Caldas im sogenannten Kaffeedreieck. Nachdem die spanischen Eroberer im 16. Jahrhundert in der unwegsamen Region nur wenig Gold gefunden und die Region nicht besiedelt hatten, entstand die Kleinstadt Jericó in den 1840er Jahren. Heute leben dort ca. 15.000 Menschen.
Das Bistum Jericó wurde 1915 gegründet, 1917 wieder mit dem Nachbarbistum vereinigt und erlangte seine endgültige Selbständigkeit 1941. Es hat mit 3.000 qkm drei Viertel der Fläche des Bistums Aachen, mit einer Bevölkerung von 225.000 (davon 220.000 katholisch) aber nur ein Zehntel der Aachener Bistumsbevölkerung. In den 30 Pfarreien sind derzeit 77 Diözesanpriester, 3 Ständige Diakone und 79 Ordensschwestern tätig.
Jericó ist die Heimat der hl. Laura Montoya Upegui MML (1874-1949), die einen Missionsorden vor allem für die Seelsorge mit der indigenen Bevölkerung gründete. Die nach der Gründerin häufig Lauritas (Lauraschwestern) genannte Gemeinschaft hat heute knapp 600 Mitglieder und Kommunitäten in 21 Ländern Lateinamerikas, Afrikas und Europas.
Ebenfalls aus Jericó stammten zwei seliggesprochene Märtyrer, die im Spanischen Bürgerkrieg ermordet wurden: der sel. Johann Baptist Velásquez OH, der als Novize der Barmherzigen Brüder vom hl. Johannes von Gott mit 27 Jahren starb, und der sel. Jesus Hannibal Gómez Gómez CMF, ein 22-jähriger Seminarist des Missionsordens der Claretiner.