Morde an sozialen Aktivisten und Aktivistinnen in Kolumbien nehmen weiter zu

Kolumbien (c) DavidRockDesign
Kolumbien
Di 19. Mai 2020
Carina Delheit

Laut der Menschenrechtsorganisation INDEPAZ sind in Kolumbien seit Jahresbeginn mehr als 100 Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidiger, soziale Aktivistinnen und Aktivisten sowie im Umweltschutz Engagierte getötet worden.

Bereits in den ersten 13 Tagen des Jahres 2020 wurden in Kolumbien 18 Führungspersönlichkeiten sozialer Bewegungen und von Menschenrechtsorganisationen umgebracht. Während der Corona-Krise spitzte sich die Situation weiter zu.

Die Nationale Indigene Organisation Kolumbiens (ONIC) veröffentlichte im März die Nachricht von zwei Morden an indigenen Führern im Valle del Cauca. Daneben informierte Wilmar Madroñero, Mitglied des Menschenrechtsnetzwerks Putumayo, dass dort im März und April vier Personen ermordet wurden.

Putumayo ist aufgrund der Kokaproduktion sowie des Rohstoffabbaus ein Schauplatz für Morde an sozialen Aktivisten und Aktivistinnen, da bewaffnete Gruppen mit multinationalen Unternehmen zusammenarbeiten und diejenigen Personen ohne Skrupel ermorden, die sich gegen den Raubbau oder für Alternativen zum Kokaanbau in den Gemeinden einsetzen. So wurden schon dutzende von Führungskräften umgebracht, die sich an Programmen zur Substitution von Kokapflanzen beteiligten. Dazu gehört auch Marcos Rivadeneira, der im März 2020 von einer Gruppe bewaffneter Männer getötet wurde. Er war Vorstandsmitglied des "Nationalen Agrarkoordinators (CNA)", einer der größten Kleinbauernorganisationen des Landes. Auch im Mai wurden weitere Engagierte getötet, unter anderem der Umweltschützer Jorge Enrique Oramas, der sich in Cali und in der Region für den ökologischen Landbau einsetzte.

Verschiedene nationale und internationale Menschenrechtsorganisationen fordern die Aufklärung der Morde, und dass die Sicherheit der sozialen Aktivisten und Aktivistinnen gewährleistet wird.