Gespräch mit Yeison Mosquera

Stipendiat des Bistums Aachen an der KatHO Aachen

Yeison Mosquera ist seit August 2018 Stipendiat des Bistums Aachen an der Katholischen Hochschule in Aachen und studiert dort den Master „Soziale Arbeit (c) Diözesanrat der Katholiken
Yeison Mosquera ist seit August 2018 Stipendiat des Bistums Aachen an der Katholischen Hochschule in Aachen und studiert dort den Master „Soziale Arbeit
Do 25. Apr 2019
Anja Klingbeil

Yeison Mosquera ist seit August 2018 Stipendiat des Bistums Aachen an der Katholischen Hochschule in Aachen und studiert dort den Master „Soziale Arbeit“. Er kommt aus Quibdó in Kolumbien. Die Stadt liegt in der Region Chocó am pazifischen Ozean. In einem Gespräch erzählt er, wie es ihm hier in Deutschland geht, wie sein Studium läuft und wie er auf seine Zukunft blickt.

Yeison ist nicht zum ersten Mal in Deutschland. Zwischen 2007 und 2008 war er als Freiwilliger im Bistum Trier zum ersten Mal hier. Während seines Freiwilligendienstes arbeitete er mit Pfadfindergruppen, Kindergärten und in verschiedenen Bereichen in Pfarrgemeinden und lernte Deutsch. Die Sprache beherrscht er gut, dennoch stellt er sich täglich den Herausforderungen, die eine neue Sprache mit sich bringt. So ist es für ihn in Vorlesungen schwierig, jedes Wort zu verstehen. Dabei findet er die Themen in seinem Studium sehr interessant. Er lernt gerne, widmet sich täglich seinem Studium, um auch wirklich alles zu verstehen, was er in den Vorlesungen hört. Und er überlegt dann, ob man die Theorien, Ideen und auch die praktische Ausführung auf Kolumbien und seine Herkunftsregion übertragen kann.

Aachen gefällt ihm sehr gut. Er sagt, dass es eine schöne, multikulturelle Stadt ist und er sich hier wohl fühlt. An die vier Jahreszeiten musste er sich gewöhnen. Wenn es schneit, steht er manchmal am Fenster und genießt es einfach. Yeison will sich keine Gedanken darüber machen, dass es hier kalt ist und er aus seinem Leben in Quibdó andere Temperaturen gewöhnt ist. Er genießt einfach, dass er erleben kann.

Was ihn traurig macht, ist, wenn er Nachrichten über Kolumbien liest. Er erzählt, dass er in Deutschland in einer sicheren Komfortzone lebt. Diese genießt er, aber wenn er dann liest, was im Chocó passiert, dann fragt er sich, warum das so ist und wie man es ändern kann.

Konzepte aus der Friedenspädagogik, die er in seinem Studium kennenlernt, möchte er später für seine Arbeit in Kolumbien anwenden. Dabei weiß er noch nicht, ob er eine Arbeit finden wird, wenn er nach Kolumbien zurückkehrt. Die Situation im Chocó ist schwierig und es gibt wenig bezahlte Arbeitsplätze. Er kann sich vorstellen, in die Politik zu gehen. Denn er fragt sich oft, warum sich bei der Situation in seiner Heimatregion nichts verändert, warum manche Dinge nicht funktionieren. Er möchte es ändern, allerdings weiß er noch nicht, wie er angehen soll.

Yeison macht sich Gedanken über seine Zukunft, Im Oktober 2020 beendet er sein Studium an der KatHO in Aachen und wird nach Kolumbien zurückkehren. Jedoch ist es noch ungewiss, was dann passieren wird, ob er einen Job findet und wie sein Leben dann weitergeht.