Ausbildungskurs mit Afro- und indigenen Gemeinden im Bistum Quibdó:Gemeinsames Haus und seine Gemeinschaften schützen

Den Internationalen Tag der Erde am 22. April hat die Sozialpastoral des Bistums Quibdó zum Anlass genommen, den erfolgreichen Abschluss eines Projekts zum Schutz afrokolumbianischer und indigener Gemeinschaften in Bojayá und Río Quito mit Maßnahmen zur Gemeinschaftsstärkung in besonders gefährdeten Kontexten vorzustellen.
Von Oktober 2025 bis März 2026 wurden Schulungs-, Präventionskurse und Begleitrunden mit ihnen durchgeführt, die v. a. das Wissen im Bereich Rechtsschutz vertieften. Schwerpunkt war hier das Opferschutz-Gesetz von 2024 zur Begleitung von und Reparationen für Opfer der bewaffneten Konflikte des Landes. Partizipative, interkulturelle und pädagogische Methoden, die eigene Ausdrucksformen wie den Tanz einbezogen, halfen bei der Erarbeitung. Beim Schutz von Leben und Landrechten wurden juristische Instrumente wie Verfassungsbeschwerde, einstweilige Verfügung und das Recht auf vorherige Konsultation vorgestellt und Tipps zu den institutionellen Wegen zur Durchsetzung ihrer Rechte bei Rechtsverletzungen sowohl als individuelle als auch gemeinschaftsbezogene Strategien gegeben.
Für die teilnehmenden Kinder, Jugendlichen und junge Erwachsenen lag der Schwerpunkt auf Prävention vor Zwangsrekrutierung, der Entwicklung eigener Lebensentwürfe und Stärkung sozialer und emotionaler Kompetenzen. All dies diente dem Erkennen von Talenten und der Entwicklung von Resilienz und Entscheidungskompetenz, auch hier in Verbindung mit traditionellem Wissen.
Im Bereich Nachhaltigkeit ging es um gesunde Ernährung, nachhaltigen Konsum und Lebensmittelhygiene, kombiniert mit traditionellem ökologischen und kulturellen Wissen. Hinzu kamen Themen wie biologischer Anbau, organischer Dünger, Waldwirtschaft und Anpassungsstrategien für die im Chocó typischen Flussufergebiete.
Zum Abschluss wurde insbesondere mit Kindern und Jugendlichen ein gemeinschaftliches Schutzprotokoll erarbeitet, das Risiken, Auswirkungen und Reaktionsmechanismen angesichts des bewaffneten Konflikts zusammenfasst und als praktisches Instrument zur Schadensreduzierung und zum kollektiven Schutz dienen soll.
Außerdem wurden humanitäre Carepakete zur Deckung von Grundbedürfnissen verteilt, wie:
- „Kochen und Übernachten“: Zelte, Matratzen, Töpfe, Basis-Küchenutensilien
- „Ernährung“: Grundnahrungsmittel (Reis, Hülsenfrüchte, Mehl, Öl, Kaffee, Salz, Zuckerrohr, Milch)
- Lebensunterhalt: Saatgut (Gurken, Zwiebeln, Tomaten, Chili, Koriander, Kürbis, Spinat, Thymian) sowie wie Macheten, Hacken, Harken, Hämmer, Stiefel
Von Februar bis März 2026 wurden Foren für psychosozialen Austausch und Schutz innerhalb der Gemeinschaften eingerichtet, um den emotionalen und sozialen Zusammenhalt auch weiterhin zu stärken. Kulturelle Praktiken sollen dazu dienen, Widerstandsfähigkeit und Resilienz gegenüber bewaffneten Konflikten zu stärken.
Finanziell unterstützt wurden das Projekt durch die spanische Agentur für internationale Entwicklungszusammenarbeit (AECID) und der Friedens- und Klimaschutz-NGO MUNDUBAT. Die Durchführung ermöglichte die Sozialpastoral des Bistums Quibdó.